Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein wollen ihre medizinische Versorgung stärker digital vernetzen. Beide Länder stellen am Dienstag ein gemeinsames Telemedizin-Netz Nord-Ost vor, dessen Einzelheiten bislang noch nicht veröffentlicht sind.
Gesundheitsministerin Stefanie Drese aus Mecklenburg-Vorpommern und ihre schleswig-holsteinische Amtskollegin Kerstin von der Decken wollen das Projekt am Dienstag um 13.30 Uhr im Schweriner Schloss vorstellen.
Die Landesregierung hat den Aufbau des gemeinsamen Netzes bereits offiziell angekündigt.
Länder halten Details noch zurück
Vor der Pressekonferenz sind die wesentlichen Einzelheiten noch offen.
Noch nicht veröffentlicht wurden die beteiligten Kliniken, die Finanzierung, ein konkreter Starttermin und die medizinischen Fachbereiche, die zuerst eingebunden werden sollen.
Diese Angaben sollen erst bei der Vorstellung in Schwerin bekannt gegeben werden.
Telemedizin kann lange Wege verkürzen
Grundsätzlich ermöglicht Telemedizin eine medizinische Zusammenarbeit über größere Entfernungen.
Ärzte können beispielsweise Befunde digital austauschen oder Spezialisten an anderen Standorten hinzuziehen.
Gerade in ländlichen Regionen kann das eine wichtige Ergänzung der bestehenden Versorgung sein.
Mecklenburg-Vorpommern besitzt mit seiner dünnen Besiedlung und teilweise langen Wegen zu spezialisierten Kliniken besondere Voraussetzungen für solche Angebote.
Digitalisierung ersetzt keine Ärzte
Telemedizin kann allerdings keine fehlenden Ärzte oder Pflegekräfte ersetzen.
Ihr Nutzen liegt vor allem darin, vorhandenes Fachwissen schneller verfügbar zu machen und medizinische Einrichtungen besser miteinander zu verbinden.
Entscheidend wird deshalb sein, welche praktischen Anwendungen das neue Netz tatsächlich anbieten soll.
Zusammenarbeit über Landesgrenzen
Mit dem Projekt gehen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein über klassische Landesgrenzen hinaus.
Beide Länder arbeiten bereits in anderen Digitalisierungsbereichen zusammen.
Mit dem Telemedizin-Netz soll diese Kooperation nun auch die Gesundheitsversorgung umfassen.
Dienstag sollen offene Fragen beantwortet werden
Ob das Projekt tatsächlich einen spürbaren Nutzen für Patienten bringt, lässt sich erst nach der Vorstellung genauer beurteilen.
Besonders wichtig sind die Fragen, welche Krankenhäuser beteiligt werden, wie das Netz finanziert wird und wann die ersten Angebote verfügbar sein sollen.
Die Antworten darauf werden am Dienstagnachmittag in Schwerin erwartet.
Quelle: Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Terminankündigung für den 15. September 2026.