Wenige Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern liegen AfD und SPD nahezu gleichauf. Eine am Mittwoch veröffentlichte INSA-Umfrage sieht die AfD bei 37 Prozent. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig erreicht 35 Prozent.
Für die CDU entwickelt sich die Wahl dagegen zu einem Existenzkampf. Sie kommt in der Erhebung nur noch auf sieben Prozent und liegt damit lediglich zwei Punkte über der Fünfprozenthürde.
CDU droht historisches Debakel
Ein Ergebnis von sieben Prozent wäre für die CDU ein historischer Tiefpunkt in Mecklenburg-Vorpommern. Bei der Landtagswahl 2021 hatte die Partei noch 13,3 Prozent erreicht.
Selbst der erneute Einzug in den Schweriner Landtag erscheint nicht mehr völlig sicher. Verschiebungen innerhalb der statistischen Fehlertoleranz könnten das Ergebnis noch verändern. Umfragen sind grundsätzlich nur Momentaufnahmen und keine Prognosen des endgültigen Wahlausgangs.
Die Linke erreicht in der aktuellen Erhebung zehn Prozent. Die Grünen liegen mit fünf Prozent genau an der entscheidenden Hürde. Das BSW käme mit drei Prozent nicht mehr in den Landtag.
Schwesig holt im Endspurt auf
Die SPD hat ihren Rückstand auf die AfD deutlich verkürzt. Entscheidend dürfte dabei die starke persönliche Zustimmung für Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sein. Die Sozialdemokratin stellt ihren Wahlkampf stark auf ihre Person und ihre bisherige Regierungsarbeit ab.
Für die AfD geht Leif-Erik Holm als Spitzenkandidat ins Rennen. Seine Partei könnte erstmals bei einer Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft werden. Ob sie anschließend eine Regierung bilden könnte, ist jedoch offen. Die anderen Parteien schließen eine Zusammenarbeit bislang aus.
Mehrheiten bleiben kompliziert
Sollten CDU oder Grüne an der Fünfprozenthürde scheitern, könnte sich die Sitzverteilung deutlich verschieben. Eine mögliche Mehrheit aus SPD, Linken und Grünen hängt insbesondere vom Wiedereinzug der Grünen ab.
Auch eine Fortsetzung der bisherigen rot-roten Regierung ist unsicher. SPD und Linke könnten nach derzeitigem Stand möglicherweise auf weitere Partner angewiesen sein.
Neben Migration und innerer Sicherheit beschäftigen die Wähler vor allem hohe Kraftstoff- und Energiepreise, die medizinische Versorgung, fehlende Fachkräfte sowie die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
Wahl wird zum bundespolitischen Stimmungstest
Die Abstimmung findet am Sonntag, 20. September, statt. Am selben Tag wird auch in Berlin gewählt. Nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt steht die politische Stimmung in Ostdeutschland erneut im Mittelpunkt.
Besonders für die CDU dürfte Mecklenburg-Vorpommern zum Belastungstest werden. Ein Absturz auf sieben Prozent oder sogar ein Ausscheiden aus dem Landtag würde die Debatte über den Kurs der Partei weiter verschärfen.
Quelle: INSA-Umfrage vom 16. September 2026; Landeswahlleiter Mecklenburg-Vorpommern