Halle: 19 Millionen Euro investiert – ehemaliger Kaufhof füllt sich mit Leben
Penny eröffnet als vierter Mieter
Das ehemalige Kaufhof-Gebäude am Marktplatz in Halle (Saale) entwickelt sich wieder zu einem Einkaufsstandort. Mit der Eröffnung des Lebensmittel-Discounters Penny Ende Oktober 2026 ist nun auch die vierte größere Gewerbefläche im sogenannten Haus II belegt. Der Leipziger Immobilieninvestor NORKON hat nach Angaben der Stadt insgesamt 19 Millionen Euro in den Umbau investiert.
Das Gebäude am Marktplatz 22 bis 24 stand nach dem Rückzug des Warenhauskonzerns vor einer ungewissen Zukunft. Knapp zwei Jahre nach dem Erwerb durch NORKON beherbergt es wieder mehrere Handels- und Gastronomiebetriebe. Für die noch freien Flächen in den oberen Etagen werden weitere Mieter gesucht.
Vier Unternehmen im ehemaligen Warenhaus
Bereits im März 2026 eröffnete Intersport einen Superstore mit einer Verkaufsfläche von mehr als 2.000 Quadratmetern auf zwei Etagen. Es handelt sich nach Angaben der Stadt um den ersten Markt dieses Konzepts in Deutschland.
Ebenfalls im März nahm die Restaurantkette L’Osteria ihren ersten Standort in Halle in Betrieb. Das Restaurant verfügt über eine Außenterrasse am Marktplatz.
Anfang September folgte die Café- und Gastronomiekette Bar Celona. Mit Penny ist nun ein Lebensmittelhändler hinzugekommen, der seine Verkaufsräume im Untergeschoss eingerichtet hat.
Das frühere Warenhaus wurde für die unterschiedlichen Nutzungen umfassend umgebaut. Die Immobilie verfügt über rund 14.700 Quadratmeter Fläche.
Stadt Halle begleitete den Umbau
Die Stadtverwaltung unterstützte die Wiederbelebung des Gebäudes nach eigenen Angaben von den ersten Gesprächen mit dem Investor bis zur Erteilung der erforderlichen Genehmigungen.
Oberbürgermeister Alexander Vogt sieht in den Neueröffnungen eine positive Entwicklung für die Innenstadt.
Er hofft, dass sich auch für die noch verfügbaren Flächen in den oberen Etagen weitere Mieter finden.
Die neuen Geschäfte und Restaurants sollen zusätzliche Besucher auf den Marktplatz bringen und zugleich die umliegenden Einzelhandelsbetriebe stärken.
Ob und in welchem Umfang die neuen Angebote bereits zu höheren Besucherzahlen oder zusätzlichen Umsätzen in der Innenstadt geführt haben, geht aus der Mitteilung der Stadt nicht hervor.
Auch das zweite Kaufhof-Gebäude erhält eine neue Nutzung
Während Haus II bereits mehrere Mieter hat, laufen für das benachbarte Haus I am Marktplatz 20 die Vorbereitungen für eine neue Nutzung.
Die Leipziger Stadtbau AG hatte die Immobilie 2021 erworben. Nach einem Umbau soll dort ab Herbst 2028 das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) vorübergehend untergebracht werden.
Das Museum benötigt während der geplanten Sanierung seines bisherigen Standorts eine Ausweichfläche.
Schon deutlich früher soll das Erdgeschoss wieder für den Einzelhandel genutzt werden. Der Lebensmittel-Discounter Aldi plant nach Angaben der Stadt, dort zum Weihnachtsgeschäft 2027 zu eröffnen.
Vorher müssen unter anderem der Brandschutz, die Klimatisierung, die Lüftung und das Sicherheitskonzept modernisiert werden.
Leerstand in der Innenstadt weiter reduzieren
Die Entwicklung der beiden ehemaligen Kaufhof-Gebäude ist für Halles Stadtzentrum von besonderer Bedeutung. Große Warenhausimmobilien nehmen häufig zentrale Standorte ein. Bleiben sie dauerhaft ungenutzt, wirkt sich das auch auf benachbarte Geschäfte und die Aufenthaltsqualität aus.
Mit der Aufteilung der früheren Verkaufsflächen auf mehrere Mieter verfolgt NORKON einen anderen Ansatz als das ursprüngliche Warenhauskonzept.
Für die Stadt bleibt die Verringerung gewerblicher Leerstände eine zentrale Aufgabe. Sie will weitere Geschäftskonzepte unterstützen und das Angebot aus Einzelhandel und Gastronomie ausbauen.
Mit den vier eröffneten Betrieben im Haus II und den Planungen für Haus I sind wichtige Schritte eingeleitet. Vollständig abgeschlossen ist die Umgestaltung der beiden ehemaligen Kaufhof-Gebäude allerdings noch nicht.