Schwere Niederlage für Präsident Donald Trump bei den Midterms

US-Wahlen 2026: Demokraten erobern beide Kammern des Kongresses

Die Republikaner verlieren bei den US-Kongresswahlen ihre Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus. Die Demokraten gewinnen zahlreiche Wahlkreise, darunter mehrere bisherige Hochburgen ihrer politischen Gegner. Für Präsident Donald Trump werden die verbleibenden zwei Amtsjahre damit deutlich schwieriger.

Von Sebastian Krüger 5 Min. Lesezeit

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Donald Trump
Donald Trump Foto: whitehouse

Washington. Die Demokraten haben bei den amerikanischen Zwischenwahlen am 3. November 2026 die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses erobert. Nach den am Mittwochmorgen vorliegenden Ergebnissen verlieren die Republikaner sowohl die Kontrolle über das Repräsentantenhaus als auch über den Senat. Besonders bemerkenswert sind die demokratischen Erfolge in Bundesstaaten, die bei der Präsidentschaftswahl 2024 noch deutlich für Donald Trump gestimmt hatten.

Damit verändert sich das politische Kräfteverhältnis in Washington grundlegend. Präsident Trump muss während der letzten beiden Jahre seiner Amtszeit künftig mit einem von der Opposition kontrollierten Kongress zusammenarbeiten.

Die Stimmenauszählung läuft in einzelnen Wahlkreisen noch. Die grundsätzlichen Mehrheitswechsel stehen nach den übereinstimmenden Auswertungen der amerikanischen Wahlberichterstattung jedoch bereits fest.

Demokraten gewinnen mindestens sieben Senatssitze hinzu

Besonders deutlich fällt das Ergebnis bei den Senatswahlen aus. Die Demokraten konnten mindestens sieben zuvor republikanisch gehaltene Sitze gewinnen.

Zu den Erfolgen gehören die Bundesstaaten Kansas, Iowa, Texas, Ohio, Maine, North Carolina und South Carolina.

In Kansas gelang den Demokraten ein historischer Erfolg. Dort wurde erstmals seit nahezu einem Jahrhundert wieder ein demokratischer Kandidat in den US-Senat gewählt.

Auch Texas sorgte für eine Überraschung. Der Demokrat James Talarico setzte sich gegen den Republikaner Ken Paxton durch. Der Bundesstaat galt lange als besonders verlässliche Hochburg der Republikanischen Partei.

In Ohio gewann der frühere Senator Sherrod Brown einen Sitz zurück. In Iowa setzte sich Josh Turek durch, während in Maine der Demokrat Troy Jackson die langjährige republikanische Senatorin Susan Collins besiegte.

Die Demokraten konnten zudem umkämpfte Sitze in Georgia und Michigan verteidigen.

Vor der Wahl verfügten die Republikaner über 53 der 100 Senatssitze. Die Demokraten hielten gemeinsam mit zwei ihnen nahestehenden unabhängigen Senatoren 47 Sitze.

Durch die Zugewinne verschiebt sich dieses Verhältnis zugunsten der Demokraten. Einzelne Rennen sind noch nicht vollständig ausgezählt.

Repräsentantenhaus wechselt ebenfalls die Mehrheit

Auch im Repräsentantenhaus verloren die Republikaner ihre bisherige Mehrheit.

Bei den Zwischenwahlen wurden sämtliche 435 Sitze neu vergeben. Für eine eigene Mehrheit benötigt eine Partei mindestens 218 Mandate.

Die Demokraten gewannen mehr als zwei Dutzend bisher republikanisch gehaltene Wahlkreise. Darunter befinden sich mehrere Bezirke, in denen Trump bei der Präsidentschaftswahl vor zwei Jahren noch deutliche Mehrheiten erreicht hatte.

Besonders erfolgreich waren die Demokraten in Iowa. Dort eroberten sie drei der vier Sitze im Repräsentantenhaus.

Auch in Indiana gelang ihnen ein bemerkenswerter Erfolg. Der Demokrat J. D. Ford setzte sich im fünften Kongresswahlbezirk gegen die bisherige republikanische Abgeordnete Victoria Spartz durch.

Trump hatte diesen Wahlkreis 2024 noch mit einem Vorsprung von rund 17 Prozentpunkten gewonnen.

Die endgültige Sitzverteilung steht wegen noch laufender Auszählungen nicht vollständig fest. Dass die Demokraten künftig die Mehrheit stellen, gilt jedoch bereits als entschieden.

Auch mehrere Gouverneursposten wechseln zu den Demokraten

Die Kongresswahlen waren nicht die einzigen Abstimmungen am Dienstag.

In zahlreichen Bundesstaaten wurden auch Gouverneure und Mitglieder regionaler Parlamente gewählt.

Dabei konnten die Demokraten mehrere bisher republikanisch geführte Bundesstaaten gewinnen.

In Georgia setzte sich Keisha Lance Bottoms durch. In Ohio gewann Amy Acton die Gouverneurswahl. Auch Iowa und Texas wählten mit Rob Sand beziehungsweise Gina Hinojosa demokratische Gouverneure.

Die Ergebnisse haben nicht nur Bedeutung für die Politik in Washington. Gouverneure bestimmen gemeinsam mit den Parlamenten ihrer Bundesstaaten über wichtige Bereiche wie Bildung, Infrastruktur, öffentliche Sicherheit und die regionale Wirtschaftspolitik.

Darüber hinaus gelang den Demokraten in mehreren Bundesstaaten ein Wechsel der Mehrheitsverhältnisse in den Parlamenten.

Hohe Lebenshaltungskosten und Iran-Krieg prägen die Wahl

Die wirtschaftliche Situation spielte bei den Abstimmungen eine wesentliche Rolle.

Viele amerikanische Haushalte stehen weiterhin unter Druck durch hohe Lebenshaltungskosten. Besonders Lebensmittel, Energie und Wohnen belasten die privaten Budgets.

Hinzu kommen die wirtschaftlichen und politischen Folgen des Krieges mit Iran. Die militärische Auseinandersetzung und ihre Auswirkungen auf die Energiepreise gehörten zu den wichtigsten Themen des Wahlkampfes.

Auch Vorwürfe über den Umgang der Regierung mit staatlichen Institutionen und mögliche Interessenkonflikte beschäftigten die Wähler.

Befragungen am Wahltag zeigen, dass zahlreiche Amerikaner den Kongress stärker als Kontrollinstanz gegenüber dem Präsidenten sehen möchten.

Dabei gewannen demokratische Kandidaten auch unter Wählergruppen hinzu, die Trump bei der Präsidentschaftswahl 2024 unterstützt hatten.

Besonders auffällig waren Verschiebungen bei jüngeren Wählern sowie Teilen der hispanischen Bevölkerung.

Trump erkennt Erfolge der Demokraten an

Präsident Trump reagierte noch in der Wahlnacht auf die deutlichen Verluste seiner Partei.

In einem Telefoninterview erklärte er, die Demokraten hätten einen erfolgreichen Wahlkampf geführt. Zugleich wies er die Darstellung zurück, die Ergebnisse seien eine persönliche Niederlage für ihn.

Trump machte vielmehr einzelne republikanische Kandidaten für die verlorenen Wahlkreise verantwortlich.

Die politische Bedeutung der Abstimmung reicht dennoch unmittelbar bis ins Weiße Haus.

Trump hatte im Wahlkampf zahlreiche republikanische Kandidaten persönlich unterstützt und die Wähler wiederholt dazu aufgefordert, seine Politik bei den Zwischenwahlen zu bestätigen.

Mehrere dieser Kandidaten konnten sich nicht durchsetzen.

Was der Machtwechsel für Trump bedeutet

Mit der neuen Mehrheit erhalten die Demokraten erheblich mehr Einfluss auf die amerikanische Bundespolitik.

Im Repräsentantenhaus können sie Gesetzesvorhaben der Regierung blockieren und parlamentarische Untersuchungen einleiten.

Der Senat spielt zusätzlich eine zentrale Rolle bei der Besetzung hoher Regierungsämter und der Bestätigung von Bundesrichtern.

Künftig benötigt Trump deshalb für zahlreiche politische Vorhaben die Unterstützung demokratischer Abgeordneter und Senatoren.

Das betrifft unter anderem die Haushaltsplanung, wirtschaftspolitische Maßnahmen und wichtige Personalentscheidungen.

Auch in der Außenpolitik könnte die veränderte Mehrheit Folgen haben. Der Kongress entscheidet über wesentliche Teile der staatlichen Finanzierung und kann damit Einfluss auf internationale Hilfsprogramme und militärische Ausgaben nehmen.

Der Präsident behält allerdings weitreichende eigene Befugnisse, insbesondere in der Außenpolitik. Auch kann er weiterhin Präsidialverfügungen erlassen, soweit diese rechtlich zulässig sind.

Neuer Kongress tritt im Januar zusammen

Die neu gewählten Mitglieder des Kongresses übernehmen ihre Mandate am 3. Januar 2027.

Im Repräsentantenhaus dürfte der demokratische Fraktionsführer Hakeem Jeffries eine zentrale Rolle bei der Bildung der neuen Mehrheit spielen.

Sollte er zum Vorsitzenden des Repräsentantenhauses gewählt werden, wäre er der erste schwarze Politiker in diesem Amt.

Bis zum Beginn der neuen Legislaturperiode bleibt der bisherige Kongress im Amt.

Die vollständigen Endergebnisse der Zwischenwahlen werden erst nach Abschluss sämtlicher Auszählungen und der jeweiligen amtlichen Feststellungen vorliegen.

Der politische Machtwechsel steht dennoch bereits fest: Donald Trump verliert die republikanischen Mehrheiten, auf die er sich während der ersten beiden Jahre seiner zweiten Amtszeit stützen konnte.

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