Am 28. August entscheidet der Thüringer Landtag erneut über die politische Zukunft von Ministerpräsident Mario Voigt. Die Machtprobe trifft die Landesregierung in einer angespannten Situation, weil zugleich innerhalb des BSW über den Fortbestand der Brombeer-Koalition gestritten wird.

Misstrauensvotum gegen Mario Voigt: Sondersitzung am 28. August

Die AfD-Fraktion hat beim Thüringer Landtag eine Sondersitzung für ein konstruktives Misstrauensvotum beantragt. Die Abstimmung findet nach Angaben der Landtagsverwaltung am 28. August 2026 statt.

Die AfD nominiert ihren Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke als Gegenkandidaten zu Voigt. Zur Abwahl des Ministerpräsidenten reicht eine Mehrheit gegen Voigt allein nicht aus. Gleichzeitig muss ein neuer Ministerpräsident mit der erforderlichen Mehrheit gewählt werden.

AfD schickt Björn Höcke gegen Mario Voigt ins Rennen

Die AfD begründet ihren erneuten Vorstoß mit der Auseinandersetzung um Voigts Doktortitel. Die Technische Universität Chemnitz hatte ihm den akademischen Grad entzogen und seinen Widerspruch im Juli zurückgewiesen. Voigt geht gegen die Entscheidung vor dem Verwaltungsgericht Chemnitz vor.

Bereits Anfang Februar hatte die AfD versucht, Voigt mit einem konstruktiven Misstrauensvotum abzulösen. Damals erhielt Höcke 33 Stimmen. Notwendig waren 45 Stimmen.

BSW-Abgeordnete stützen Koalition vorerst weiter

Zusätzlichen Druck erzeugt der Streit innerhalb des Bündnisses Sahra Wagenknecht. Die BSW-Abgeordneten Anke Wirsing und Sven Küntzel erklärten nach einer Fraktionssitzung am Mittwoch, die Regierungskoalition vorerst weiter unterstützen zu wollen.

Beide wollen zunächst die Entscheidung eines geplanten BSW-Sonderparteitags abwarten. Wirsing hält zugleich an ihrer Forderung fest, dass Mario Voigt als Ministerpräsident zurücktreten soll.

Der Bundesvorstand des BSW hatte bereits am 14. August Voigts Rücktritt verlangt. Gleichzeitig forderte er die Thüringer BSW-Fraktion auf, Voigt nicht länger zu stützen und den Weg für einen überparteilichen Ministerpräsidenten freizumachen.

Brombeer-Koalition in Thüringen steht unter Druck

Die politische Ausgangslage im Thüringer Landtag bleibt ungewöhnlich. CDU, BSW und SPD regieren ohne eigene parlamentarische Mehrheit und sind bei wichtigen Entscheidungen auf zusätzliche Stimmen angewiesen.

Die jüngsten Erklärungen von Wirsing und Küntzel entschärfen die unmittelbare Koalitionskrise zunächst. Die grundsätzliche Auseinandersetzung innerhalb des BSW ist damit jedoch nicht beendet.

CDU-Fraktionschef Andreas Bühl bezeichnete den Vorstoß der AfD als Machtspiel. Auch SPD-Fraktionschef Lutz Liebscher kritisierte das Misstrauensvotum und verlangte politische Verlässlichkeit statt einer erneuten Inszenierung im Landtag.

Mario Voigt vor entscheidender Machtprobe im Thüringer Landtag

Das Misstrauensvotum am 28. August wird deshalb zu mehr als einem erneuten Duell zwischen Mario Voigt und Björn Höcke. Es zeigt zugleich, wie belastbar die Zusammenarbeit von CDU, BSW und SPD noch ist.

Nach dem vorläufigen Einlenken der beiden BSW-Abgeordneten erscheint ein erfolgreicher Regierungswechsel derzeit schwieriger. Bis zur Abstimmung bleiben jedoch mehrere politische Fragen offen, insbesondere die künftige Haltung des BSW zur Koalition.

Für Thüringen beginnt damit eine weitere Woche politischer Unsicherheit. Am 28. August wird sich im Landtag zeigen, ob Voigt die erneute Machtprobe besteht.

Quelle: Thüringer Landtag, BSW-Bundesvorstand