Sachsen übernimmt beim Aufbau der neuen deutschen Fusionsforschung eine wichtige Rolle. Einrichtungen aus dem Netzwerk SaxFusion sind an allen drei vom Bund ausgewählten Forschungs- und Industriezentren beteiligt.

Die neuen Hubs beschäftigen sich mit Magnetfusion, Laserfusion sowie den für künftige Fusionsanlagen benötigten Brennstoffen und Materialien.

Zu den sächsischen Projektpartnern gehören unter anderem das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf und das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik.

Bis zu 125 Millionen Euro für die erste Phase

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt stellt für die erste Förderphase der Fusionshubs rund 125 Millionen Euro zur Verfügung.

Der Start ist für August 2026 vorgesehen. Zunächst sollen verbindliche Organisations- und Entscheidungsstrukturen für die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und weiteren Partnern aufgebaut werden.

Anschließend sind erste gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte geplant. Bis 2029 soll das Programm in insgesamt sechs Ausbaustufen erweitert werden.

Drei Schwerpunkte der Fusionsforschung

Der Hub für Magnetfusion entsteht rund um das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching bei München.

Das Zentrum für Laserfusion knüpft an den European XFEL in Hamburg und den Standort Biblis in Hessen an.

Ein dritter Hub konzentriert sich auf Brennstoffkreisläufe und Materialentwicklung. Dieser soll rund um das Karlsruher Institut für Technologie aufgebaut werden.

Sachsen bringt unterschiedliche Kompetenzen ein

Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow sieht in der Beteiligung an allen drei Hubs einen Beleg für die breite technologische Kompetenz des Freistaates.

Die beteiligten Einrichtungen arbeiten unter anderem in der Physik, Materialentwicklung, Energietechnik und im Anlagenbau. Dieses Wissen wird sowohl für die Magnetfusion als auch für die Laserfusion benötigt.

Sachsen könne damit einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung einer möglichen künftigen Energiequelle leisten, erklärte Gemkow.

Forschung soll schneller in die Industrie gelangen

Die Fusionshubs sollen nicht ausschließlich wissenschaftliche Einrichtungen miteinander verbinden.

Auch Start-ups, etablierte Hightech-Unternehmen sowie deren Liefer- und Wertschöpfungsketten sollen eng eingebunden werden. Ziel ist es, Forschungsergebnisse schneller in industrielle Anwendungen zu übertragen.

Damit verbindet das Programm wissenschaftliche Ziele mit der Hoffnung auf neue Unternehmen, Arbeitsplätze und technologische Wertschöpfung in Deutschland.

Sieben Länder arbeiten in der Fusionsallianz zusammen

Sachsen gehört gemeinsam mit Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zur deutschen Fusionsallianz.

Das Bündnis will Forschung, Politik und Wirtschaft länderübergreifend vernetzen. Langfristiges Ziel ist der Aufbau einer leistungsfähigen deutschen Fusionsindustrie und die Beschleunigung der Entwicklung von Fusionskraftwerken.

Energiequelle bleibt eine langfristige Aufgabe

Die Kernfusion soll Energie nach dem Vorbild der Sonne erzeugen. Bis zu einer wirtschaftlichen Nutzung sind jedoch noch erhebliche wissenschaftliche und technische Herausforderungen zu lösen.

Die neuen Hubs schaffen dafür gemeinsame Strukturen, bündeln vorhandene Kompetenzen und sollen den Übergang von der Grundlagenforschung zur industriellen Entwicklung beschleunigen.

Quellen

Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus – Gemeinsame Pressemitteilung der Fusionsallianz „Fusionshubs der Hightech Agenda Deutschland stehen fest“, veröffentlicht am 29. Juli 202