Mit einer gemeinsamen Zugfahrt von Senftenberg nach Lübbenau haben Kommunen, Landkreis und Wirtschaftsregion mehrere Strukturwandelprojekte in der Lausitz vorgestellt. Im Mittelpunkt standen Vorhaben, die neue Arbeitsplätze schaffen, die regionale Wirtschaft stärken und ehemalige Industrieorte einer neuen Nutzung zuführen sollen.

An der Fahrt nahmen Vertreter aus Politik, Verwaltung, Vereinen und regionalen Institutionen teil. Sie besuchten laufende und geplante Projekte in den beiden sogenannten Strukturwandel-Hubs Senftenberg und Lübbenau.

Niederlausitzhalle soll für mehr als 30 Millionen Euro modernisiert werden

Zu den größten Vorhaben gehört die geplante Modernisierung der Niederlausitzhalle in Senftenberg. Das Investitionsvolumen beträgt nach Angaben der Wirtschaftsregion Lausitz mehr als 30 Millionen Euro.

Historische Unterlagen und ein Modell zeigten während der Veranstaltung die Entwicklung der Halle. Neue Visualisierungen gaben einen Ausblick auf die geplante Gestaltung. Das Gebäude soll auch künftig als wichtiger Veranstaltungs- und Begegnungsort für die Stadt und die Region dienen.

Ein weiteres Projekt betrifft das denkmalgeschützte Zechenhaus Brieske aus dem Jahr 1909. Das frühere Industriegebäude soll zum zentralen Museumsdepot und Archiv des Museumsverbundes Oberspreewald-Lausitz ausgebaut werden.

Geplant ist außerdem ein öffentlich zugängliches Schaudepot. Damit soll das Zechenhaus nicht nur als Lager- und Archivstandort dienen, sondern die Industriegeschichte der Lausitz für Besucher erlebbar machen.

Regionalexpress wird zum fahrenden Gesprächsraum

Die Teilnehmer fuhren anschließend mit einem im Lausitz-Design gestalteten Regionalexpress von Senftenberg nach Lübbenau. Die knapp 40-minütige Fahrt wurde für Gespräche über Chancen, Probleme und den Stand der einzelnen Projekte genutzt.

„Strukturwandel wird greifbar, wenn wir zeigen, was sich vor Ort tatsächlich verändert“, erklärte Heiko Jahn, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Lausitz. Ziel sei es, Menschen zu den Projekten zu bringen und Verantwortliche miteinander ins Gespräch zu bringen.

Neben Vertretern des Landkreises und der beteiligten Städte standen auch Verantwortliche einzelner Förderprojekte für Fragen zur Verfügung.

Mehr als 20 Millionen Euro für den Green Hub

In Lübbenau besichtigten die Teilnehmer die Baustelle des Coworking-Projekts Green Hub. Für das Vorhaben wurden im Jahr 2025 Strukturstärkungsmittel von mehr als 20 Millionen Euro bewilligt.

Der Green Hub soll ein wichtiger Standort im Innovationskorridor zwischen Berlin und der Lausitz werden. Geplant sind Arbeits- und Begegnungsräume für Unternehmen, Gründer und weitere Akteure aus der Region.

Im alten Lokschuppen entsteht zugleich ein Zentrum für regionale Erzeugnisse. Dort sollen künftig die Spreewaldgurke und andere Produkte aus der Region präsentiert werden. Vorgesehen sind auch touristische und gastronomische Angebote.

Rechenzentrum und Gewerbegebiet sollen Arbeitsplätze schaffen

Lübbenau befindet sich bereits seit der Schließung des örtlichen Kraftwerks in den 1990er-Jahren in einem tiefgreifenden wirtschaftlichen Wandel. Zu den aktuellen Vorhaben gehören die Ansiedlung eines Rechenzentrums der Schwarz Gruppe und die Erweiterung des Industrie- und Gewerbegebietes am Spreewalddreieck.

Darüber hinaus sollen Bahnübergänge neu geordnet und durch ein niveaufreies Verkehrskonzept ersetzt werden. Dadurch sollen Straßen- und Schienenverkehr künftig besser voneinander getrennt werden.

Der Lausitzbeauftragte der Landesregierung, Klaus Freytag, sieht in den unterschiedlichen Projekten Chancen für neue Arbeitsplätze und eine höhere Lebensqualität. Entscheidend wird jedoch sein, ob die hohen Investitionen dauerhaft wirtschaftliche Wirkung entfalten und die Vorhaben innerhalb der geplanten Zeit- und Kostenrahmen umgesetzt werden.

Quelle: Wirtschaftsregion Lausitz GmbH, Landkreis Oberspreewald-Lausitz, Stadt Senftenberg und Stadt Lübbenau/Spreewald, Presseinformation vom 16. September 2026