In Cottbus hat eine neue Forschungsinitiative für Künstliche Intelligenz und Mikroelektronik ihre Arbeit aufgenommen. Das erste Modul erhält 15 Millionen Euro Förderung, während sieben Partner bis 2030 gemeinsam neue Anwendungen entwickeln.
Die Research and Innovation Factory AI & Microelectronics soll langfristig Forschungseinrichtungen und Unternehmen an einem Standort bündeln.
Zum Auftakt läuft das Modul AI-DISCO, das sich mit verteilter und besonders energieeffizienter Künstlicher Intelligenz beschäftigt.
KI soll direkt in Anlagen arbeiten
Bei klassischen KI-Systemen werden Daten häufig an große Rechenzentren übertragen und dort verarbeitet.
AI-DISCO verfolgt einen anderen Ansatz. Ein Teil der Berechnungen soll unmittelbar dort stattfinden, wo die Daten entstehen.
In Industrieanlagen könnten Sensoren dadurch schneller auf Veränderungen reagieren, ohne ständig große Datenmengen an entfernte Server zu schicken.
Sieben Partner arbeiten gemeinsam
Federführend ist das IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik.
Beteiligt sind außerdem die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme und das Leibniz-Institut für Neurobiologie.
Aus der Wirtschaft wirken ABB und ENERTRAG mit.
Energie, Industrie und Medizin im Blick
Die möglichen Einsatzfelder reichen von Wind- und Solaranlagen über Industrieproduktion bis zur Medizintechnik.
Auch Anwendungen für Landwirtschaft, moderne Kommunikation, Städte und kritische Infrastruktur werden untersucht.
Ein Schwerpunkt liegt auf sogenannten neuromorphen Schaltungen. Dabei orientiert sich die elektronische Verarbeitung an Funktionsprinzipien des menschlichen Gehirns.
Zwei Forschungsinstitute kommen neu nach Cottbus
Für den Standort Cottbus bringt das Projekt zusätzlichen wissenschaftlichen Zuwachs.
Mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und dem Leibniz-Institut für Neurobiologie kommen zwei Einrichtungen neu an den Standort.
Die Forschungsfabrik erweitert damit zugleich das Netzwerk rund um die BTU und den Lausitz Science Park.
Strukturwandel bekommt Hightech-Schwerpunkt
Für die Lausitz ist das Projekt Teil einer größeren wirtschaftlichen Transformation.
Mit dem schrittweisen Ende der Braunkohleförderung sollen neue Branchen und Forschungsfelder entstehen.
Die 15 Millionen Euro finanzieren zunächst nur das erste Modul. Weitere Projekte sollen später unter dem Dach der Forschungsfabrik hinzukommen.
Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Pressemitteilung Nr. 342 vom 14. September 2026.