Autofahrer zahlen derzeit Rekordpreise – während die Bundesregierung noch über mögliche Entlastungen berät.

Nach Angaben des ADAC kostete ein Liter Super E10 am 16. September bundesweit durchschnittlich 2,314 Euro. Für Diesel wurden 2,453 Euro fällig. Beide Werte markieren neue Höchststände. Innerhalb einer Woche verteuerte sich Diesel um mehr als zehn Cent, Super E10 um mehr als vier Cent.

Die Bundesregierung bezeichnet die Belastung inzwischen selbst als erheblich.

Bundesregierung: Belastungsgrenze ist erreicht

In der Regierungspressekonferenz vom 16. September erklärte Regierungssprecher Stefan Kornelius, die hohen Preise belasteten Bürger, Wirtschaft, Selbstständige, Ehrenamtliche, Pendler und Familien.

Bundeskanzler Friedrich Merz habe zuvor erklärt, bei vielen Menschen, die täglich auf das Auto angewiesen seien, sei die Belastungsgrenze erreicht.

Konkrete Entlastungsmaßnahmen kann die Regierung bislang jedoch nicht nennen. Nach Angaben des Regierungssprechers laufen interne Beratungen über mögliche Instrumente und deren Finanzierung. Einen verbindlichen Zeitpunkt für eine Entscheidung gibt es nicht.

Auf die Frage, ob Maßnahmen zum 1. Oktober greifen könnten, erklärte Kornelius ausdrücklich, die Bundesregierung habe sich keinen festen Zeitrahmen gesetzt.

Mehrwertsteuer oder Direktzahlung?

Zu den diskutierten Möglichkeiten gehören steuerliche Entlastungen und direkte Zahlungen an Bürger.

Das Bundesfinanzministerium bestätigte, dass der technische Mechanismus für pauschale Direktzahlungen grundsätzlich vorhanden ist. Für einen tatsächlichen Einsatz wäre jedoch ein eigenes Leistungsgesetz erforderlich.

Hinzu kommt ein praktisches Problem: Nach Angaben des Finanzministeriums liegt dem Bundeszentralamt für Steuern bislang nur für rund 19 Prozent der Bevölkerung eine Kontoverbindung vor.

Auch eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe ist Teil der politischen Debatte. Eine Festlegung darauf gibt es bislang nicht.

ADAC fordert mehr Transparenz

Der ADAC erklärt den Preisanstieg teilweise mit höheren Rohölpreisen. Der Preis der Nordseesorte Brent liegt aktuell bei knapp 110 Dollar je Barrel.

Nach Auffassung des Automobilclubs reichen Ölpreis und Wechselkurs allerdings nicht aus, um das derzeitige Preisniveau vollständig zu erklären. Der ADAC fordert deshalb mehr Transparenz bei der Preisbildung.

Für Millionen Autofahrer bleibt damit zunächst nur die Feststellung: Die Preise sind bereits auf Rekordniveau – die politische Antwort darauf befindet sich noch in der Beratung.

Quelle

ADAC, 17. September 2026; Bundesregierung, Regierungspressekonferenz vom 16. September 2026