Berlin will den Schutz seiner Energieversorgung deutlich verstärken und dafür zugleich Milliarden in das Stromnetz investieren. Für die Jahre 2025 bis 2029 sind bei Stromnetz Berlin rund 2,86 Milliarden Euro für Modernisierung, Digitalisierung und Ausbau vorgesehen. Wie der Berliner Senat mitteilt, sollen zusätzliche technische und organisatorische Maßnahmen die Versorgung nach mehreren Angriffen auf Energieanlagen widerstandsfähiger machen.
Anschläge führten zu neuer Sicherheitsstrategie
Auslöser waren unter anderem Brandanschläge auf die Stromversorgung in Johannisthal im September 2025 und in Lichterfelde im Januar 2026. Beide Ereignisse verursachten Versorgungsunterbrechungen und trafen sowohl Einwohner als auch ansässige Unternehmen.
Der Senat hat daraufhin gemeinsam mit Betreibern kritischer Infrastruktur ein sogenanntes TOP-Konzept aus technischen, organisatorischen und physischen Schutzmaßnahmen entwickelt.
Investitionen steigen um 115 Prozent
Die vorgesehenen 2,86 Milliarden Euro bedeuten nach Angaben des Senats einen Anstieg der Investitionen um 115 Prozent gegenüber dem Zeitraum von 2020 bis 2024. Neben dem regulären Netzausbau sollen damit zusätzliche Redundanzen geschaffen werden, damit Ausfälle einzelner Bereiche nicht unmittelbar größere Teile der Hauptstadt treffen.
Geplant sind unter anderem eine weitere Entflechtung besonders sensibler Kabelverbindungen und der Ausbau räumlich voneinander unabhängiger Versorgungswege.
KI soll Angriffe früher erkennen
Zum Maßnahmenpaket gehört auch der Einsatz von Systemen zur Angriffserkennung auf Basis künstlicher Intelligenz. Diese sollen mögliche Gefahren frühzeitig identifizieren und damit eine schnellere Reaktion ermöglichen.
Darüber hinaus werden neuralgische Anlagen teilweise rund um die Uhr durch Sicherheitsdienste und Polizei geschützt.
Fast alle Leitungen bereits unter der Erde
Nach Angaben des Landes verlaufen bereits rund 99 Prozent der Leitungen von Stromnetz Berlin unterirdisch. Dennoch sollen zusätzliche Erdverkabelung und technische Sicherungen dort vorgenommen werden, wo weiterhin besondere Risiken bestehen.
Für Berlin verbindet sich der Netzausbau damit zunehmend mit einer Sicherheitsstrategie, die Stromversorgung nicht nur leistungsfähiger, sondern auch widerstandsfähiger gegen gezielte Störungen machen soll.
Quelle:
Berliner Senat, Maßnahmenplan zum Schutz kritischer Energieinfrastruktur vom 19. Mai 2026.