Die hohen Kraftstoffpreise werden für viele Handwerksbetriebe zunehmend zur Belastung.
Die Handwerkskammer Halle fordert deshalb schnelle politische Entlastungen.
Viele Betriebe seien auf Fahrzeuge angewiesen, um Kunden und Baustellen zu erreichen. Steigende Preise für Diesel und Benzin treiben damit unmittelbar die Betriebskosten nach oben.
Handwerker können Fahrten kaum vermeiden
Anders als bei vielen Bürotätigkeiten lassen sich Fahrten im Handwerk nur selten vermeiden.
Installateure, Elektriker, Dachdecker, Bauunternehmen, Tischler oder Kfz-Betriebe müssen Mitarbeiter, Werkzeug und Material transportieren.
Dadurch wirken sich steigende Kraftstoffpreise besonders schnell auf die Kosten aus.
Handwerkskammer fordert Steuerentlastung
Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle, fordert deshalb eine schnelle Entlastung.
Eine Möglichkeit sei eine Senkung des Steueranteils auf Kraftstoffe.
Nach Einschätzung der Kammer können viele Unternehmen die steigenden Energiekosten im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld kaum auffangen.
Höhere Kosten lassen sich nicht immer weitergeben
Für viele Betriebe besteht zusätzlich das Problem, dass steigende Kosten nicht vollständig an Kunden weitergegeben werden können.
Gerade bei bereits vereinbarten Preisen oder länger laufenden Aufträgen sind kurzfristige Kostensteigerungen schwer auszugleichen.
Das kann die Gewinnmargen kleiner Unternehmen erheblich belasten.
Handwerk bleibt wichtiger Wirtschaftsfaktor
Gerade in Ostdeutschland sind Handwerksbetriebe ein wichtiger Bestandteil der regionalen Wirtschaft.
Sie sichern Arbeitsplätze und Ausbildungsstellen auch außerhalb der großen Städte.
Allein im Bereich der Handwerkskammer Halle wurden bis Anfang September 1.279 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen.
Die Entwicklung zeigt, dass das Handwerk trotz schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen weiterhin eine wichtige Rolle bei der Ausbildung junger Menschen spielt.
Energiepreise bleiben ein entscheidender Faktor
Wie stark die Betriebe in den kommenden Monaten belastet werden, hängt wesentlich von der weiteren Entwicklung der Kraftstoff- und Energiepreise ab.
Sollten die Kosten hoch bleiben, dürfte der politische Druck auf Bund und Länder weiter zunehmen.