Eine aktuelle Stichprobe an Berliner Ladesäulen zeigt Preisunterschiede von 28 bis 96 Cent je Kilowattstunde. Viele Tarife lagen zwischen 44 und 79 Cent. Für Verbraucher ist häufig erst nach Auswahl der Säule, der App oder des jeweiligen Ladetarifs erkennbar, welche Kosten tatsächlich entstehen.

Eine Säule kann mehrere Preise haben

Der Preis hängt nicht allein vom Standort ab. Entscheidend ist auch, welcher Fahrstromanbieter genutzt wird, ob ein Vertrag besteht und ob zusätzliche Grund- oder Blockiergebühren anfallen.

An derselben Ladesäule können deshalb verschiedene Nutzer unterschiedliche Preise bezahlen. Wer ohne Vertrag spontan lädt, zahlt häufig mehr als ein Kunde mit regelmäßigem Tarif.

Elektromobilität braucht einfache Preise

Beim Tanken von Benzin oder Diesel muss der Preis gut sichtbar angezeigt werden. Beim Laden eines Elektroautos ist der Vergleich deutlich komplizierter.

Fahrer müssen Apps öffnen, QR-Codes scannen oder die Bedingungen verschiedener Anbieter prüfen. Gerade Gelegenheitsnutzer und Besucher verlieren dabei schnell den Überblick.

Hohe Preise können Kostenvorteil aufzehren

Ein Elektroauto kann im Betrieb günstiger sein als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Das gilt vor allem, wenn zu Hause oder am Arbeitsplatz preiswert geladen werden kann.

Bei öffentlichen Ladepreisen nahe einem Euro je Kilowattstunde schrumpft dieser Vorteil jedoch erheblich. Besonders betroffen sind Menschen ohne eigenen Stellplatz, Garage oder private Wallbox.

Berlin braucht nicht nur mehr Ladepunkte

Der Ausbau der Infrastruktur bleibt notwendig. Eine hohe Zahl von Säulen allein reicht jedoch nicht aus, wenn Preise und Vertragsbedingungen unübersichtlich bleiben.

Für die Akzeptanz der Elektromobilität braucht es transparente Angaben vor Beginn des Ladevorgangs, leicht vergleichbare Tarife und eine verlässliche technische Funktion der Anlagen.

Quellen

Land Berlin, Informationen zum Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur, Stand August 2026.