Der Berliner Senat will Unterstützungsangebote für Familien weiterentwickeln und früher in Bildung sowie Prävention investieren. Er verabschiedete seine Stellungnahme zum Familienbericht 2025, der zentrale Belastungen von bezahlbarem Wohnen bis zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie beschreibt.
Vorgelegt hatte die Stellungnahme Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch. Der Senat teilt nach eigenen Angaben die Zielrichtung des Berliner Beirats für Familienfragen und verweist zugleich auf bereits laufende Programme.
Bezahlbares Wohnen bleibt Herausforderung
Der Familienbericht nennt mehrere Bereiche, in denen Berliner Haushalte Unterstützung benötigen. Dazu gehören bezahlbarer Wohnraum, verlässliche Kinderbetreuung, Chancengerechtigkeit und eine leistungsfähige Verwaltung.
Diese Themen greifen ineinander. Hohe Wohnkosten können Familien finanziell stark belasten, während fehlende oder unpassende Betreuungsangebote die Berufstätigkeit der Eltern erschweren.
Der Senat kündigt in seiner Stellungnahme keine einzelne neue Großmaßnahme an. Er bekräftigt vielmehr, bestehende Strukturen auszubauen und Empfehlungen des Berichts in die weitere Arbeit einzubeziehen.
Frühe Bildung steht im Mittelpunkt
Ein Schwerpunkt liegt auf der frühkindlichen Bildung. Mit dem Kita-Chancenjahr und dem automatischen Versand von Willkommensgutscheinen will Berlin den Zugang zur Kindertagesbetreuung erleichtern.
Die Angebote sollen Kinder schon vor der Einschulung erreichen und Bildungs- sowie Teilhabechancen verbessern. Entscheidend ist dabei, ob Familien die Informationen verstehen, passende Plätze finden und notwendige Beratung erhalten.
Der Senat verweist außerdem auf das Familienfördergesetz. In den Bezirken wurden Familienzentren und Familienservicebüros ausgebaut. Hinzu kommen das Landesprogramm Stadtteilmütter, das Berliner Familienportal und die ElternMail.
Diese Angebote richten sich an unterschiedliche Lebenslagen und sollen möglichst niedrigschwellig erreichbar sein. Familienservicebüros können etwa bei Anträgen und Zuständigkeiten helfen, während Familienzentren Beratung und Begegnung im Wohnumfeld verbinden.
Der Familienbericht bleibt damit ein Arbeitsauftrag für mehrere Politikfelder. Der Senat will seine Empfehlungen künftig in die familienpolitische Planung einbeziehen; konkrete nächste Entscheidungen müssen sich an Reichweite, Verlässlichkeit und tatsächlichem Bedarf der Familien messen lassen.
Für Familien ist entscheidend, ob die Angebote im Alltag zuverlässig erreichbar sind. Ein Portal ersetzt keine persönliche Beratung, und ein Gutschein hilft nur, wenn tatsächlich ein passender Betreuungsplatz vorhanden ist. Die weitere Umsetzung muss deshalb digitale Informationen, wohnortnahe Anlaufstellen und ausreichende Kapazitäten verbinden. Der Bericht liefert dafür eine gemeinsame politische Bestandsaufnahme. Die zuständigen Stellen müssen Fortschritt, Kosten und Wirkung transparent dokumentieren, damit politische Entscheidungen und praktische Folgen nachvollziehbar bleiben. Dazu gehört auch eine verständliche Information der Berliner Öffentlichkeit über erreichte Schritte und weiterhin offene Fragen.
Quellen
Presse- und Informationsamt des Landes Berlin: Senat bekräftigt Kurs für eine starke Familienpolitik in Berlin, 11. August 2026