Im Großen Tiergarten haben am Sonntagabend zahlreiche Menschen der Opfer des Anschlags beim Berliner Christopher Street Day gedacht. Nach Angaben der Polizei nahmen etwa 1.000 Menschen an der Mahnwache teil. Die Veranstalter sprachen von bis zu 4.000 Teilnehmern.

Gedenken am Ort des Anschlags

Die Mahnwache fand am Ahornsteig in der Nähe des Tatortes statt. Aufgerufen hatten der Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg und dessen Bundesverband.

Teilnehmer legten Blumen nieder, entzündeten Kerzen und erinnerten an die Menschen, die durch den Anschlag getötet oder verletzt wurden. Auch vor dem Roten Rathaus kamen Menschen zu einer weiteren Gedenkveranstaltung zusammen.

Ermittlungen zum islamistischen Hintergrund

Die Behörden gehen von einem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag aus. Nach bisherigen Erkenntnissen soll ein Fahrzeug gezielt in eine Menschengruppe am Rande des Christopher Street Days gesteuert worden sein.

Die Ermittlungen betreffen neben dem unmittelbaren Tatablauf auch die Frage, welche Erkenntnisse den Sicherheitsbehörden über den Tatverdächtigen bereits vorlagen. Berichten zufolge war der Mann als Hochrisikoperson bekannt.

Debatte über Sicherheit bei Großveranstaltungen

Nach der Tat wird darüber diskutiert, wie Veranstaltungen mit hohen Besucherzahlen besser gegen Fahrzeugangriffe und andere Bedrohungen geschützt werden können.

Vollständige Sicherheit kann es auf frei zugänglichen Straßen und Plätzen nicht geben. Dennoch müssen Veranstalter, Polizei und Behörden prüfen, ob Zufahrten ausreichend gesichert, Gefahrenlagen richtig bewertet und vorhandene Informationen rechtzeitig zusammengeführt wurden.

Queeres Leben soll sichtbar bleiben

Die Veranstalter der Mahnwache machten deutlich, dass der Anschlag nicht dazu führen dürfe, queeres Leben aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen.

Der Schutz friedlicher Versammlungen ist eine staatliche Aufgabe. Gleichzeitig darf die politische Aufarbeitung weder aus Angst vor einer schwierigen Debatte vermieden noch zur pauschalen Verurteilung ganzer Bevölkerungsgruppen missbraucht werden.

Quellen

Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg, Aufruf zur Mahnwache für die Opfer des Anschlags, veröffentlicht im August 2026.