Das Queere Parkfest im Volkspark Friedrichshain soll trotz des schweren Anschlags auf den Berliner CSD wie geplant stattfinden. Die Veranstalter wollen sich nicht einschüchtern lassen, reagieren aber mit deutlich verschärften Sicherheitsvorkehrungen auf die veränderte Lage.
Das 27. Queere Parkfest findet am Samstag im umzäunten Gelände des Freiluftkinos Friedrichshain statt. Nach Angaben des Veranstalters wurde eine Absage auch nach dem CSD-Anschlag nicht ernsthaft erwogen. Vereine, Initiativen und Künstler halten ebenfalls an ihrer Teilnahme fest. Insgesamt sollen sich 35 Organisationen und Anbieter mit Ständen präsentieren.
Zahl der Sicherheitskräfte wird erhöht
Der auffälligste Unterschied zu früheren Jahren betrifft das Sicherheitskonzept. Ursprünglich waren sieben Sicherheitskräfte vorgesehen. Nun sollen elf eingesetzt werden.
Am einzigen Eingang des Veranstaltungsgeländes werden wie bisher Taschen kontrolliert. Zusätzlich sollen sich Sicherheitsmitarbeiter während des Festes unter die Besucher mischen.
Verschärft werden auch die Regeln für Lieferfahrzeuge. Autos, die Material für Stände oder Bühnenprogramm bringen, dürfen nicht mehr unmittelbar bis an den Eingang fahren. Sie werden bereits an einer weiter entfernten Zufahrt kontrolliert. Während des laufenden Festes bleibt diese Zufahrt geschlossen.
Polizei soll stärker sichtbar sein
Auch die Berliner Polizei wird nach Angaben des Veranstalters vor Ort sein. Details über Einsatzstärke und konkrete Maßnahmen werden aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich genannt.
Organisator Christian Meyerdierks spricht jedoch von der Zusage, dass die Polizei stärker präsent sein werde als in früheren Jahren.
Damit reagiert Berlin auf eine Situation, in der Veranstaltungen der queeren Community nach dem Anschlag vom 25. Juli unter besonderer Aufmerksamkeit stehen.
Keine Absagen von Künstlern und Vereinen
Bemerkenswert ist, dass bislang weder Standbetreiber noch Künstler ihre Teilnahme abgesagt haben.
Die Veranstalter verstehen das Fest ausdrücklich auch als Zeichen gegen Angst und Rückzug. In den vergangenen Jahren kamen mehrere Tausend Menschen in den Volkspark Friedrichshain.
Neben Musik und Unterhaltung soll der Anschlag beim CSD diesmal einen deutlich größeren Raum einnehmen. Vereine wollen mit Besuchern über Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt sprechen.
Politische Forderungen sollen gesammelt werden
Besucher können über eine eigens eingerichtete digitale Plattform Forderungen an die Politik übermitteln. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie queere Menschen und Veranstaltungen künftig besser geschützt werden können.
Auch auf der Bühne soll an die Opfer des Anschlags erinnert werden. Einzelne Organisationen wollen Regenbogenflaggen mit Trauerflor zeigen.
Für die Veranstalter steht dabei ein Gedanke im Mittelpunkt: Das öffentliche Leben der Community soll trotz der Tat weitergehen.
Quellen
Rundfunk Berlin-Brandenburg: „Jetzt erst recht: So soll das Queere Parkfest sicher über die Bühne gehen“, veröffentlicht am 7. August 2026
Queeres Parkfest Friedrichshain: Veranstaltungsinformationen zur 27. Ausgabe