Für das Allende-Viertel im Osten Bautzens beginnt eine langfristige Entwicklungsphase mit einem außergewöhnlich großen Fördervolumen. Die Stadt erhält rund 9,98 Millionen Euro aus dem Bund-Länder-Programm „Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten“. Gemeinsam mit weiteren Mitteln ergibt sich für die Gesamtmaßnahme ein finanzieller Rahmen von rund 14,9 Millionen Euro.

Die Sächsische Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung, Regina Kraushaar, übergab den Zuwendungsbescheid am 6. August an Oberbürgermeister Karsten Vogt.

Für das Programmjahr 2026 stehen zunächst 3,12 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Finanzhilfen können bis einschließlich 2032 eingesetzt werden.

Quartier umfasst rund 26 Hektar

Das Fördergebiet trägt den Titel „Allende-Viertel – Gemeinsam Zuhause. Wohnen mit Zukunft!“.

Auf Sorbisch lautet die Bezeichnung „Allendowa štwórć – Zhromadnje doma. Bydlić z přichodom!“.

Das Quartier umfasst rund 26 Hektar und soll in den kommenden Jahren umfassend weiterentwickelt werden.

Dabei geht es nicht nur um einzelne Gebäude, sondern um Wohnumfeld, soziale Infrastruktur, Barrierefreiheit und Klimaanpassung.

Hochhauscafé soll Begegnungsort werden

Zu den konkreten Vorhaben gehört die Weiterentwicklung des Hochhauscafés.

Es soll künftig als generationsübergreifender Begegnungsort dienen.

Der bestehende Allende-Treff soll wiederum zu einem Gesundheits- und Quartierszentrum ausgebaut werden.

Damit soll soziale Infrastruktur stärker direkt im Wohngebiet verankert werden.

Allende-Oberschule wird energetisch saniert

Auch die Allende-Oberschule ist Teil des Programms.

Vorgesehen ist eine energetische Sanierung des Gebäudes einschließlich der Außenanlagen.

Darüber hinaus sollen Straßenräume, Grünanlagen und Spielplätze modernisiert werden.

Damit greifen Bildungsinfrastruktur und Quartiersentwicklung unmittelbar ineinander.

Schwammstadt soll auf Klimawandel reagieren

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

Für das Allende-Viertel ist ein Schwammstadtkonzept vorgesehen.

Dabei soll Regenwasser möglichst im Quartier gespeichert und genutzt werden, anstatt es schnell über die Kanalisation abzuleiten.

Zusätzlich sollen versiegelte Flächen reduziert und neue Grünstrukturen geschaffen werden.

Auch Dach- und Fassadenbegrünungen sind vorgesehen.

Weniger Versiegelung, mehr Grün

Die geplanten Entsiegelungen sollen dazu beitragen, dass Niederschlagswasser besser im Boden versickern kann.

Gleichzeitig können zusätzliche Grünflächen im Sommer zur Kühlung beitragen.

Gerade dicht bebaute Wohngebiete reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen.

Mehr Bäume, Grünflächen und begrünte Gebäude können deshalb langfristig das Mikroklima verbessern.

Bürger wurden früh beteiligt

Der Förderung ging nach Angaben der Stadt ein mehrjähriger Beteiligungsprozess voraus.

Bereits 2023 beteiligten sich rund 120 Menschen an einer Ideenkonferenz zur Zukunft des Quartiers.

Anschließend führte die Stadt Gespräche mit Wohnungsunternehmen, Vereinen, sozialen Einrichtungen und weiteren Akteuren.

Im Herbst 2025 folgte eine Bürgerbefragung.

Die Ergebnisse flossen in das städtebauliche Entwicklungskonzept ein.

Stadtrat beschloss Konzept Ende 2025

Der Bautzener Stadtrat verabschiedete das Konzept im November 2025.

Dieses Dokument bildete anschließend die Grundlage für die Bewerbung um die Städtebauförderung.

Damit ist die aktuelle Förderzusage das Ergebnis eines mehrjährigen Planungs- und Beteiligungsprozesses.

Kraushaar: Quartier muss im Alltag funktionieren

Staatsministerin Regina Kraushaar betonte bei der Übergabe, dass Stadtentwicklung mehr bedeute als die Sanierung einzelner Gebäude.

„Entscheidend ist, dass ein Quartier im Alltag funktioniert – mit sicheren Wegen, Treffpunkten, guter Erreichbarkeit und Angeboten für Jung und Alt“, erklärte die Ministerin.

Bund und Land unterstützen nach ihren Angaben neben Bautzen zehn weitere Kommunen in Sachsen über das Programm „Sozialer Zusammenhalt“.

Vogt spricht von Signal für gesamte Stadt

Oberbürgermeister Karsten Vogt bezeichnete die Förderzusage als wichtiges Signal.

Stadtentwicklung müsse alle Stadtteile umfassen.

Mit den Fördermitteln würden Investitionen in Wohnen und Umwelt möglich, die das Quartier für unterschiedliche Altersgruppen attraktiver machen sollen.

Vogt dankte zugleich Bürgern, Vereinen, Institutionen und Wohnungsunternehmen, die sich an der Entwicklung beteiligt hatten.

Umsetzung reicht bis 2040

Mit dem Förderbescheid beginnt nun die eigentliche Umsetzungsphase.

Die Finanzhilfen stehen zwar bis 2032 bereit, das gesamte städtebauliche Entwicklungskonzept ist jedoch deutlich langfristiger angelegt.

Bis zum Jahr 2040 sollen die geplanten Maßnahmen schrittweise umgesetzt werden.

Damit gehört die Entwicklung des Allende-Viertels zu den langfristigsten Stadtentwicklungsprojekten Bautzens.

Millionenprojekt verbindet Wohnen und Klimaschutz

Die Förderung ist deshalb nicht nur ein klassisches Sanierungsprogramm.

Sie verbindet soziale Infrastruktur, Schule, Wohnumfeld, Barrierefreiheit und Klimaanpassung.

Gelingt die Umsetzung, könnte das Allende-Viertel in den kommenden Jahren zu einem Beispiel dafür werden, wie ältere Wohnquartiere an veränderte soziale und klimatische Anforderungen angepasst werden können.

Quellen

Stadtverwaltung Bautzen: Pressemitteilung „Fast 10 Millionen Euro für das Allende Viertel“, 7. August 2026

Sächsisches Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung: Bund-Länder-Programm „Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten“