Die Brandenburger Wasserwirtschaft trauert um einen ihrer langjährigsten Vertreter. Turgut Pencereci, Geschäftsführer des Landeswasserverbandstags Brandenburg, ist bei einem Flugzeugabsturz im niedersächsischen Ganderkesee ums Leben gekommen. Der Jurist wurde 65 Jahre alt.

Das Kleinflugzeug war am Sonnabend, dem 25. Juli 2026, in das Dach eines Einfamilienhauses gestürzt. Neben Pencereci kam ein 77 Jahre alter Mann aus Bremen ums Leben. Die Bewohner des Hauses waren zum Zeitpunkt des Unglücks nicht anwesend. Weitere Menschen wurden nicht verletzt.

Maschine verlor über Wohngebiet an Höhe

Nach bisherigen Erkenntnissen war das Flugzeug zuvor in Bremen gestartet und in Ganderkesee zwischengelandet. Nach einem erneuten Start verlor die Maschine über einer Wohnsiedlung an Höhe und stürzte gegen 11 Uhr in das Wohnhaus. Die genaue Unfallursache ist weiterhin ungeklärt.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat Instrumente und elektronische Daten aus dem Cockpit gesichert. Ein erster Zwischenbericht wird voraussichtlich innerhalb von etwa acht Wochen erwartet. Der Abschlussbericht könnte erst in rund einem Jahr vorliegen.

Ob Pencereci oder sein Mitinsasse die Maschine zum Zeitpunkt des Absturzes steuerte, ist bislang nicht geklärt.

Seit 1992 Stimme der Brandenburger Wasserverbände

Pencereci war seit 1992 Gründungsgeschäftsführer des Landeswasserverbandstags Brandenburg. In dem Dachverband sind Wasser- und Abwasserzweckverbände sowie Wasser- und Bodenverbände des Landes organisiert.

Über mehr als drei Jahrzehnte war er Ansprechpartner für Politik, Verwaltung, Kommunen und Medien. Besonders in Debatten über Wasserknappheit, Trinkwasserversorgung und neue gesetzliche Vorgaben vertrat er die Interessen der kommunalen Verbände.

Zuletzt warnte Pencereci wiederholt vor einem sorglosen Umgang mit den begrenzten Wasserressourcen Brandenburgs. Die öffentliche Trinkwasserversorgung müsse im Zweifel Vorrang vor anderen Nutzungen erhalten.

„Mit ihm verliert die Wasserwirtschaft eine herausragende Persönlichkeit, die sich über Jahrzehnte hinweg mit außergewöhnlichem Engagement für die Belange der verbandlichen Wasserwirtschaft eingesetzt hat.“

Mit diesen Worten würdigte der Deutsche Bund der verbandlichen Wasserwirtschaft seinen Mitgeschäftsführer.

Wichtige Stimme in Zeiten zunehmender Wasserknappheit

Pencerecis Tod trifft die Brandenburger Wasserwirtschaft in einer schwierigen Phase. Niedrige Grundwasserstände, wachsende Bevölkerung im Berliner Umland, neue Gewerbeansiedlungen und trockene Sommer erhöhen den Druck auf die Versorgungssysteme.

Der Landeswasserverbandstag begleitet unter anderem Fragen zu:

  • Trinkwassergewinnung und Versorgungssicherheit,
  • Abwasserentsorgung und Kläranlagen,
  • Gewässerunterhaltung,
  • Wasserentnahmeverboten,
  • kommunalen Investitionen,
  • gesetzlichen Vorgaben des Landes.

Pencereci galt dabei als erfahrener Vermittler zwischen den kommunalen Verbänden und der Landespolitik. Auch bei der Diskussion um ein neues Brandenburger Wassergesetz spielte er eine wichtige Rolle.

Nachfolge noch nicht bekannt

Wie die Geschäftsführung des Landeswasserverbandstags nach seinem plötzlichen Tod vorübergehend organisiert wird, ist bislang nicht öffentlich mitgeteilt worden. Auch zu einer dauerhaften Nachfolgeregelung liegen noch keine Angaben vor.

Die Versorgung mit Trinkwasser und die Arbeit der einzelnen Zweckverbände sind durch den Todesfall nicht unmittelbar gefährdet. Der Landeswasserverbandstag betreibt selbst keine örtlichen Wasserwerke, sondern vertritt und koordiniert die Interessen seiner Mitgliedsverbände.

Dennoch verliert Brandenburg mit Turgut Pencereci einen Fachmann, der die wasserpolitischen Debatten des Landes über Jahrzehnte begleitet und geprägt hat.

Quellen und Datenbasis

  • Märkische Allgemeine: Tätigkeit seit 1992, Bedeutung für die Brandenburger Wasserwirtschaft und Einzelheiten zum Unfall.
  • Landeswasserverbandstag Brandenburg: Angaben zur Geschäftsführung und zur Organisation des Verbands.