Plakette an der Roten Bank trägt künftig Namen und Sterbedatum der Frau

Weißenfels erinnert ein Jahr nach tödlichem Angriff an Gewaltopfer

Ein Jahr nach dem mutmaßlichen Femizid in Weißenfels findet am 14. August 2026 ein stilles Gedenken auf dem Marktplatz statt. An der Roten Bank wird eine Plakette zur Erinnerung an die getötete Frau angebracht.

Von Pressemitteilung 2 Min. Lesezeit

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Ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod einer Weißenfelserin erinnert die Saalestadt mit einer stillen Gedenkveranstaltung an die Frau. Am 14. August wird an der Roten Bank vor dem Rathaus eine Plakette mit ihrem Namen und ihrem Sterbedatum angebracht.

Das Gedenken beginnt am Freitag um 16.30 Uhr auf dem Weißenfelser Marktplatz. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, gemeinsam an das Opfer zu erinnern und ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen.

Die musikalische Begleitung übernimmt die Weißenfelser Sängerin Ramona Wolter. Sie hatte bereits bei der ersten Gedenkveranstaltung im August 2025 mit einem Lied zum Abschluss beigetragen.

Frau starb im August 2025 im Krankenhaus

Die damals 47 Jahre alte Frau wurde am 9. August 2025 Opfer eines mutmaßlichen Femizids. Nach damaligen Angaben der Stadt soll ihr Partner sie mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet haben.

Sie erlitt schwerste Verletzungen und starb am 15. August 2025 in einem Krankenhaus. Etwa 100 Menschen kamen wenige Tage später an der Roten Bank zusammen, um der Getöteten zu gedenken. Rosen wurden niedergelegt und eine Schweigeminute abgehalten.

Mit der neuen Plakette soll die Erinnerung an die Frau nun dauerhaft mit diesem Ort verbunden werden. Ihr Name und ihr Sterbedatum werden künftig an der Bank sichtbar sein.

Stilles Gedenken am Jahrestag

Die Veranstaltung am 14. August soll bewusst in einem ruhigen und würdevollen Rahmen stattfinden. Im Mittelpunkt stehen die Erinnerung an die Getötete und die öffentliche Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischer Gewalt.

Organisiert wird das Gedenken von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Weißenfels, Katja Henze, der Unternehmerin Karolin Schubert, der Leiterin des Frauenhauses, Birgit Peterz, sowie dem Weißenfelser Frauenhausverein.

Die Idee entstand im Rahmen der sogenannten Dienstagsgespräche. Dabei handelt es sich um ein offenes Begegnungs- und Beteiligungsangebot für Frauen.

Rote Bank steht gegen Gewalt an Frauen

Die Rote Bank vor dem Weißenfelser Rathaus steht seit November 2021 auf dem Marktplatz. Sie ist Teil der internationalen Initiative „La Panchina Rossa“ und soll sichtbar daran erinnern, dass Gewalt gegen Mädchen und Frauen keinen Platz in der Gesellschaft haben darf.

Der Marktplatz war bereits mehrfach Schauplatz von Veranstaltungen gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Im November 2025 wurden dort Blumen zum Gedenken an drei in Sachsen-Anhalt getötete Frauen niedergelegt. Auch an den Weißenfelser Fall vom August 2025 wurde dabei erinnert.

Neben der Bank am Rathaus gibt es eine weitere Rote Bank, die seit 2024 wechselnd in verschiedenen Weißenfelser Ortschaften aufgestellt wird. Im März 2026 wechselte sie von Tagewerben nach Reichardtswerben.

Veranstaltung beginnt um 16.30 Uhr

Das stille Gedenken findet am Freitag, dem 14. August 2026, um 16.30 Uhr statt. Treffpunkt ist die Rote Bank auf dem Marktplatz unmittelbar vor dem Weißenfelser Rathaus.

Die Plakette mit dem Namen und dem Sterbedatum der getöteten Frau wird im Rahmen der Veranstaltung an der Bank angebracht. Die musikalische Begleitung übernimmt Ramona Wolter.

Quellen

Stadt Weißenfels: Pressemitteilung und Einladung zur Gedenkveranstaltung anlässlich des ersten Jahrestages des Femizids, übermittelt im August 2026.

Stadt Weißenfels: „Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache“, Bericht über die Gedenkveranstaltung vom 22. August 2025, veröffentlicht am 22. August 2025.

Themen: WeißenfelsMarktplatzFemizidRote BankGewalt gegen FrauenGedenkveranstaltungFrauenhaus Weißenfels

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