Sachsen-Anhalt treibt den Ausbau des Hochwasserschutzes in der Altmark konsequent voran. Im Rahmen seiner Sommer-Tour „Sachsen-Anhalt wasserfest“ hat sich Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann am heutigen Freitag im Landkreis Stendal ein Bild vom erfolgreichen Abschluss und den laufenden Arbeiten am rechten Alanddeich gemacht. Insgesamt fließen rund 9,5 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in das Großprojekt.
2,5 Kilometer Deich fertiggestellt – Fünf Hektar neue Retentionsfläche
Ein bedeutender Meilenstein ist bereits geschafft: Die Sanierung des rechten Alanddeichs zwischen den Flusskilometern 14,0 und 16,4 wurde im Frühjahr 2026 erfolgreich abgeschlossen. Der Bau hatte im August 2024 begonnen. Auf einer Länge von 2,5 Kilometern wurde der Deich nicht nur nach modernsten technischen Vorgaben ertüchtigt, sondern teilweise auf eine neue Trasse verlegt.
Durch die neue Führung wurden fünf Hektar zusätzliche Retentionsfläche geschaffen, die bei Hochwasser als natürlicher Rückhalleraum dienen. Begleitend wurden Magerwiesen und Weichholzauen als ökologischer Ausgleich angelegt. Das Investitionsvolumen für diesen ersten Abschnitt beträgt rund sechs Millionen Euro.
Zweiter Bauabschnitt läuft: Fertigstellung bis Ende 2026 geplant
Seit Mai 2026 laufen die Bauarbeiten am angrenzenden Deichabschnitt zwischen Kilometer 11,8 und 14,0. Bis Ende dieses Jahres sollen hier für rund 3,5 Millionen Euro weitere 2,2 Kilometer Deich DIN-gerecht saniert werden. Das Baukonzept sieht vor:
Verbreiterung der landseitigen Berme auf fünf Meter
Anlage eines neuen Deichverteidigungsweges
Ökologische Kompensationsmaßnahmen wie Gehölzpflanzungen
„Mit Blick auf die Jahrhunderthochwasser von 2002 und 2013 sowie künftig häufigere Extremwetterereignisse müssen wir unsere Schutzanlagen konsequent weiter ausbauen“, betonte Willingmann vor Ort. „Wir setzen auf eine pragmatische Politik, die Menschen, Infrastruktur und Landwirtschaft schützt – Hochwasserschutz und Naturschutz gehen hier Hand in Hand.“
Voller Schutz für den Flussbereich Osterburg rückt in Greifweite
Sobald auch die Sanierung des linken Alanddeichs (Kilometer 0,0 bis 2,9) voraussichtlich noch in diesem Jahr zum Abschluss kommt, entsprechen sämtliche Alanddeiche im Flussbereich Osterburg den neusten technischen Sicherheitsstandards.
Die Maßnahmen reihen sich in die langfristige Landesstrategie ein: Seit dem Elbehochwasser 2002 wurden allein im Landkreis Stendal knapp 385 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert. Die Bauausführung am Alanddeich liegt in den Händen der Eggers Umwelttechnik GmbH (Wittenberge), die Bauüberwachung übernimmt das Ingenieurbüro PPN (Neuruppin).
Quellen & Datenbasis
- Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt: Pressemitteilung zur Hochwasserschutz-Tour von Minister Willingmann am Alanddeich (24. Juli 2026).