Archäologische Funde vom früheren Haagfriedhof sind bis Anfang November 2026 im Bürgerhaus Spremberg zu sehen. Die Ausstellung zeigt ausgewählte Gegenstände, die vor dem Erweiterungsbau der Berufsorientierenden Oberschule auf dem Gelände freigelegt wurden.

Die Stadt eröffnete die Schau am 11. September anlässlich des 725. Jubiläums der urkundlichen Ersterwähnung von Spremberg/Grodk. Mehr als 50 Einwohner kamen nach Angaben der Verwaltung zur Eröffnung. Der Eintritt ist frei.

Mehr als 50 Besucher bei der Eröffnung

Die stellvertretende Bürgermeisterin Kerstin Schenker eröffnete die Ausstellung im Bürgerhaus am Markt. Isabel Martin, die als leitende Archäologin auf dem Ausgrabungsgelände tätig war, informierte über die Arbeiten und einzelne Fundstücke.

Martin arbeitet für die Archäologische Baubegleitung Cottbus GbR, die die Untersuchungen vor dem Schulbau ausführte. Im Anschluss an den Vortrag konnten die Besucher mit der Archäologin über die Ausgrabungen und die Geschichte des Geländes sprechen.

Die große Beteiligung zeigt nach Einschätzung der Stadt das Interesse vieler Spremberger an den archäologischen Untersuchungen. Während der Grabungen hatten Einwohner die Arbeiten verfolgt. Eine Besichtigung der geborgenen Gegenstände war bisher jedoch nicht möglich.

Bauern, Handwerker und Soldaten bestattet

Auf dem heutigen Schulgelände befand sich früher der Haagfriedhof. Dort wurden vor allem Bauern, Tagelöhner und Handwerker beigesetzt. Auch Soldaten der königlich-preußischen, der kaiserlich-russischen und der kaiserlich-französischen Armee fanden auf dem Friedhof ihre letzte Ruhestätte.

Wegen Überfüllung wurde der Begräbnisplatz im Jahr 1840 geschlossen. Später befand sich auf dem Gelände eine Brauerei. Zuletzt wurde die Fläche als nicht befestigter Parkplatz genutzt.

Die wechselnde Nutzung hinterließ zahlreiche Spuren im Boden. Deshalb rechneten die Archäologen bereits vor Beginn der Arbeiten mit Funden. Deren tatsächliche Zahl übertraf jedoch die Erwartungen.

Grabungen verzögerten die Bauarbeiten

Die große Menge archäologischer Fundstücke führte dazu, dass sich die anschließenden Arbeiten am Erweiterungsbau der Berufsorientierenden Oberschule um mehrere Monate verzögerten. Welche einzelnen Gegenstände geborgen wurden und aus welchen Zeiträumen sie stammen, führt die Pressemitteilung der Stadt nicht näher aus.

Nach Abschluss der Untersuchungen kamen die Funde zum Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum. Sie wurden am Standort Zossen-Wünsdorf dokumentiert und eingelagert.

Für die Ausstellung erhielt Spremberg einen ausgewählten Teil der geborgenen Gegenstände zurück. Besucher können sich damit erstmals unmittelbar ein Bild von den Ergebnissen der archäologischen Arbeiten auf dem Schulgelände machen.

Ausstellung bis Anfang November geöffnet

Die Grabungsfunde werden in der ersten Etage des Bürgerhauses am Markt gezeigt. Die Ausstellung ist bis Anfang November 2026 montags bis freitags jeweils von 6 bis 18 Uhr geöffnet.

Der Besuch ist kostenlos. Einen genauen letzten Ausstellungstag nennt die Stadt in ihrer Pressemitteilung nicht.

Quelle: Stadt Spremberg/Grodk, Pressemitteilung 226/2026 „Ausstellung im Bürgerhaus mit Grabungsfunden vom Gelände des BOS-Erweiterungsbaus stößt auf überwältigendes Interesse“ vom 11. September 2026