Zittau, 6. September 2026. Die Städtischen Museen laden am Sonntag, dem 13. September, zu einer historischen Führung durch die Altstadt ein. Museumsdirektor Dr. Peter Knüvener folgt dabei den Spuren Zittauer Familien, deren Geschichten in Häusern, Dokumenten und Epitaphien erhalten geblieben sind.

Die Führung beginnt um 11 Uhr am Kulturhistorischen Museum Franziskanerkloster in der Klosterstraße 3. Von dort geht es durch die Zittauer Innenstadt sowie in die Kloster- und die Kreuzkirche. Die Veranstaltung dauert voraussichtlich bis 13 Uhr.

Das Angebot gehört zum Tag des offenen Denkmals. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die Zittau im 17. und 18. Jahrhundert geprägt haben. Dazu zählen Handwerker, Kaufleute und frühere Bürgermeister. Die Führung verbindet ihre persönlichen Geschichten mit den bis heute erhaltenen Gebäuden der Stadt.

Historische Häuser erzählen von ihren Bewohnern

In der Zittauer Innenstadt stehen noch zahlreiche Wohnhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Viele Gebäude lassen von außen zunächst nur ihre architektonische Geschichte erkennen. Dokumente aus den Beständen der Städtischen Museen ermöglichen jedoch einen genaueren Blick auf die damaligen Bewohner.

Teilweise ist überliefert, welche Familien in den Häusern lebten und welchen Berufen sie nachgingen. Die Quellen geben auch Auskunft darüber, ob Bewohner öffentliche Ämter übernahmen oder als Kaufleute in anderen Regionen und Ländern unterwegs waren.

Auf diese Weise soll die Führung Stadtgeschichte mit konkreten Lebenswegen verbinden. Jahreszahlen, Fassaden und Straßenzüge erhalten einen persönlichen Bezug, wenn bekannt ist, wer an diesen Orten lebte und arbeitete.

Die Pressemitteilung nennt keine vollständige Route und keine einzelnen Wohnhäuser. Während des Rundgangs soll jedoch auch ein Blick in das eine oder andere historische Gebäude möglich sein. Welche Häuser tatsächlich besichtigt werden, hängt damit vom Ablauf der Führung ab.

Dokumente bewahren Familiengeschichten

Ein wichtiger Teil der Überlieferung befindet sich in den Städtischen Museen Zittau. Dort haben sich Dokumente und Bildnisse erhalten, die bestimmten Familien und Personen zugeordnet werden können. Sie helfen dabei, Verbindungen zwischen Bewohnern, Berufen und Gebäuden herzustellen.

Solche Unterlagen zeigen, dass die Geschichte einer Stadt nicht allein aus politischen Entscheidungen oder großen Bauwerken besteht. Auch Handwerksbetriebe, Handelsbeziehungen und familiäre Netzwerke bestimmten die Entwicklung Zittaus.

Gerade die Kaufleute der Stadt waren nicht ausschließlich in der Region tätig. Ihre Wege führten teilweise weit über Zittau hinaus. Die erhaltenen Quellen geben Hinweise darauf, welche wirtschaftlichen und persönlichen Beziehungen sie unterhielten.

Dr. Peter Knüvener will diese Informationen während der Führung an den jeweiligen Orten erläutern. Als Direktor der Städtischen Museen kann er dabei auf die Sammlungen und Forschungsergebnisse des Hauses zurückgreifen.

Epitaphien erinnern an Zittauer Bürger

Die Tour führt außerdem zum Zittauer Epitaphienschatz in der Kloster- und der Kreuzkirche. Epitaphien sind Gedenktafeln oder aufwendig gestaltete Erinnerungsmale für Verstorbene. Sie können Namen, Lebensdaten, Familienbeziehungen, Ämter und bildliche Darstellungen enthalten.

Damit sind sie nicht nur religiöse Kunstwerke. Für die historische Forschung bilden sie wichtige Quellen, weil sie persönliche Angaben mit der gesellschaftlichen Stellung einer Familie verbinden können.

Die erhaltenen Zittauer Epitaphien zeigen teilweise auch, wie sich Bürger selbst und ihre Familien darstellen ließen. Kleidung, Wappen, Inschriften und Bildmotive können Hinweise auf Beruf, Wohlstand und religiöse Vorstellungen geben.

Während der Führung sollen die Erinnerungsmale mit den dazugehörigen Familiengeschichten verbunden werden. Die Teilnehmer sehen damit nicht nur einzelne Kunstwerke, sondern erfahren, welche Menschen hinter den Darstellungen standen.

Führung dauert rund zwei Stunden

Treffpunkt ist am Sonntag, dem 13. September, um 11 Uhr das Kulturhistorische Museum Franziskanerkloster in der Klosterstraße 3. Für den Rundgang sind etwa zwei Stunden vorgesehen.

Die Städtischen Museen geben die Eintrittspreise mit acht, sechs und zwei Euro an. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Tarife. Welche Ermäßigungsbedingungen jeweils gelten, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor.

Die Führung richtet sich an Besucher, die mehr über die Altstadt und ihre früheren Bewohner erfahren möchten. Sie verbindet einen Rundgang durch Zittau mit Einblicken in historische Gebäude, kirchliche Erinnerungsmale und die Bestände der Städtischen Museen.

Quelle: Städtische Museen Zittau, Pressemitteilung „Auf der Spur der Zittauer Familien im 17. und 18. Jahrhundert durch Zittau“ vom 4. September 2026