Neuruppin, 6. September 2026. Das Projekt „Kunst unterwegs“ lädt am Sonnabend, dem 12. September, zu einer Entdeckungstour durch drei Neuruppiner Ortsteile ein. Die Route verbindet Gildenhall, Nietwerder und Lichtenberg mit Kunstwerken, die im Alltag leicht übersehen werden können.

Die erste Station beginnt um 14 Uhr an der Grundschule Gildenhall. Um 14.30 Uhr geht es in Nietwerder weiter. Den Abschluss bildet ab 16 Uhr ein Programm an der Kirche im Ortsteil Lichtenberg.

Wer Kunst und Bewegung miteinander verbinden möchte, kann an einer begleitenden Radtour teilnehmen. Sie startet bereits um 13.30 Uhr an der Parzival-Skulptur an der Neuruppiner Seepromenade. Geleitet wird die Tour von Uta Bartsch.

Ein Relief an der Grundschule Gildenhall

An der Grundschule Gildenhall steht ein großformatiges Relief an der Giebelwand im Mittelpunkt. Gestaltet wurde das Kunstwerk von der Künstlerin und Illustratorin Dagmar Elsner-Schwintowsky.

Britta Fuchs erwartet die Teilnehmer an der Schule. Sie lernte nach Angaben der Organisatoren einst bei Elsner-Schwintowsky das Malen und will während des Besuchs über die Künstlerin und die Entstehungsgeschichte des Reliefs berichten.

Damit beginnt die Tour an einem Kunstwerk, das fest mit einem alltäglich genutzten Gebäude verbunden ist. Schülerinnen, Schüler, Eltern und Anwohner passieren die gestaltete Giebelwand regelmäßig. Das Projekt will den Blick auf solche Arbeiten lenken und ihre Geschichte wieder stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken.

Die Mitteilung enthält keine Angaben zum Entstehungsjahr oder zu den Abmessungen des Reliefs. Diese Hintergründe sollen bei der Station vor Ort erläutert werden.

Nietwerders Betonbären kehrten zurück

Die zweite Station beginnt um 14.30 Uhr im Dorfzentrum von Nietwerder. Dort stehen zwei große Betonbären, die über Jahrzehnte das Bild vor der früheren Gaststätte „Bärenschänke“ prägten.

Rund 50 Jahre lang standen die Figuren vor der Gaststätte und trugen zu deren Wiedererkennungswert bei. Im Jahr 2020 verschwanden die Bären von ihrem angestammten Platz. Ihr Fehlen sorgte nach Angaben der Organisatoren für große Aufmerksamkeit im Ort.

Auf Initiative der Einwohner kehrten die Skulpturen 2022 nach Nietwerder zurück. Heute befinden sie sich im Dorfzentrum in der Nähe der Kirche. Wegen ihrer Haltung und ihres Ausdrucks werden sie auch als „Plauderbären“ bezeichnet.

Als mögliche verwandte Arbeiten gelten zwei Betonbären am Grazer Damm in Berlin. Stilistische Ähnlichkeiten könnten auf den Bildhauer Karl Wenke hindeuten, der von 1912 bis 1971 lebte. Eine gesicherte Zuschreibung der Nietwerder Figuren wird in der Ankündigung jedoch nicht genannt.

Bei der Kunsttour können die Besucher die beiden Bären nicht nur betrachten. Karin Rosenberg lädt dazu ein, die Skulpturen vor Ort zu zeichnen. Sie gibt unter anderem Malkurse an der Neuruppiner Jugendkunstschule und begleitet die praktische Beschäftigung mit den Figuren.

Kunstbank zeigt elf Kirchen

Um 16 Uhr erreicht „Kunst unterwegs“ den Ortsteil Lichtenberg. Auf der Wiese vor der Kirche steht die Kunstbank „Elf Kirchen“ von Matthias Zágon Hohl-Stein und Vincent Zágon.

Die 2019 aufgestellte Bank besteht aus Cortenstahl und besitzt eine Sitzfläche aus Holz. In ihre Gestaltung sind die Umrisse von elf Kirchen aus der näheren Umgebung eingearbeitet. Ortskundige Besucher können versuchen, die dargestellten Gebäude den jeweiligen Orten zuzuordnen.

Die Kunstbank erfüllt damit zwei Aufgaben. Sie ist ein nutzbares Sitzmöbel und zugleich ein Kunstwerk, das verschiedene Kirchen der Region an einem Ort zusammenführt. Die Arbeit lenkt den Blick auf die gemeinsame Bau- und Kulturgeschichte der umliegenden Dörfer.

Die Lichtenberger laden an der Kirche zu Kaffee und Kuchen ein. Dazu kommen Musik und eine Ausstellung unter freiem Himmel. Gezeigt werden Fotografien von Uta Götz, die unter anderem den Fotokurs der Jugendkunstschule unter Leitung von Mathias Richter besucht.

Weitere Kunstaktionen sind geplant

Das Projekt „Kunst unterwegs“ will Kunst im öffentlichen Raum sichtbarer machen. Besucher sollen Arbeiten bewusster wahrnehmen, ihre Hintergründe kennenlernen und vertraute Orte aus einer anderen Perspektive betrachten.

Die Idee stammt von Cornelia Lambriev-Soost. Sie setzt das Projekt gemeinsam mit Uta Bartsch um. Gefördert wird es von der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte, der Stiftung Soziales Neuruppin, der Stadt Neuruppin und dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin.

Nach der Ortsteiltour sind weitere Termine geplant. Am Sonntag, dem 20. September, beginnt um 16 Uhr eine Performance von Chady Seubert am Fontane-Denkmal. Am 11. Oktober folgt um 15 Uhr ein Kunstspaziergang im Tempelgarten mit Alexander Bandilla sowie Beteiligten aus der Jugendkunstschule.

Vom 16. November bis zum 31. Dezember soll außerdem am Kunstkiosk an der Kulturkirche eine Fotoausstellung zu sehen sein. Sie zeigt Arbeiten aus dem Fotokurs der Jugendkunstschule Neuruppin.

Quelle: K.E.T. Konzerte Events Tours und com+ Büro für Kommunikation und Kunst; Ankündigung „Kunst unterwegs in Gildenhall, Nietwerder, Lichtenberg“ zum 12. September 2026