Zum Tag des offenen Denkmals öffnet die Fachwerk- und Architekturausstellung in der Liebfrauenkirche ihre Türen, und Museologe André Pohl führt durch die Halberstädter Baugeschichte, die bis in das frühe 15. Jahrhundert zurückreicht.
Der geführte Rundgang beginnt am Sonntag, 13. September 2026, um 15 Uhr. Treffpunkt ist der Eingang zum Südflügel des Kreuzgangs auf der Straßenseite des Domplatzes. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Besucherinnen und Besucher können bei der Führung erfahren, was Ortsbezeichnungen wie Katzenplan und Drachenloch mit der Geschichte Halberstadts zu tun haben. Auch Erzählungen über vermeintliche Ungetüme und ein bis heute ungelöstes Rätsel gehören zum Programm.
Originale Bauteile erzählen Stadtgeschichte
Die Ausstellung im Kreuzgang der Liebfrauenkirche gehört seit der Gründung des Städtischen Museums im Jahr 1905 zum Museum. Anhand originaler Bauteile und weiterer historischer Zeugnisse zeigt sie die Entwicklung des niedersächsischen Fachwerkstils in Halberstadt.
Der dargestellte Zeitraum reicht vom Beginn des 15. Jahrhunderts bis zum Ende des ersten Drittels des 17. Jahrhunderts. Die Exponate verdeutlichen, wie sich Konstruktion, Gestaltung und handwerkliche Techniken über mehrere Generationen veränderten.
Die Ausstellung erinnert zugleich an Gebäude, die heute nicht mehr existieren. Fotografien und erhaltene Architekturteile dokumentieren Häuser, die durch Kriegseinwirkungen, Brände oder den großflächigen Abriss während der 1980er Jahre aus dem Stadtbild verschwanden.
Geschichten hinter den Häusern
Zu den Beispielen gehört ein durch einen Brand zerstörtes Gebäude am Schuhhof. Seine erhaltenen Bestandteile vermitteln einen Eindruck davon, welche historische Bausubstanz Halberstadt im Laufe der Zeit verloren hat.
Der Rundgang beschränkt sich nicht auf Baustile und handwerkliche Einzelheiten. André Pohl berichtet auch über Menschen, Ereignisse und Überlieferungen, die mit den ausgestellten Gebäudeteilen verbunden sind.
> „Die Fachwerkausstellung im Kreuzgang der Liebfrauenkirche hält viele spannende Geschichten bereit, die man im Vorübergehen leicht übersieht.“
Museumsleiterin Dr. Antje J. Gornig sieht den Tag des offenen Denkmals als Gelegenheit, einen bekannten Ort aus einer neuen Perspektive kennenzulernen.
Termin im Überblick
• Tag: Sonntag, 13. September 2026 • Beginn: 15 Uhr