Weißenfels, 8. September 2026. Mehr als 50 Gemälde, Grafiken, Plastiken, Keramiken und Textilien sind in der Ausstellung „Und doch: Liebe“ in Weißenfels zu sehen. Die Schau verbindet historische Museumsbestände mit zeitgenössischer Kunst, wobei sie auf vorgegebene Antworten und ausführliche Erklärungen bewusst verzichtet.

Bis zum 14. März 2027 erstreckt sich die Ausstellung über zwei Etagen und sechs Räume des Vereins BRAND-SANIERUNG in der Novalisstraße 13. Das Projekt entstand gemeinsam mit dem Museum Weißenfels und in Kooperation mit dem Heinrich-Schütz-Haus. Entwickelt wurde die Idee seit Oktober 2025 von Katharina Gahlert, Christina Simon und dem Weißenfelser Museumsleiter Dr. Manuel Schwarz.

Historische Werke treffen auf Gegenwartskunst

Im Mittelpunkt steht die Frage, was ein historisches Museumsobjekt mit einem zeitgenössischen Kunstwerk verbinden kann. Die Antwort soll nicht durch lange Erläuterungen an den Wänden vorgegeben werden. Vielmehr können die Besucher selbst nach Gemeinsamkeiten, Gegensätzen und überraschenden Bezügen suchen.

Die Liebe erscheint dabei nicht ausschließlich als romantisches Gefühl. Die Ausstellung beschäftigt sich ebenso mit Sehnsucht, Glück und Nähe wie mit Verletzlichkeit, Verlust, Verunsicherung und Widerspruch. Werke aus unterschiedlichen Jahrhunderten zeigen, wie sich gesellschaftliche Vorstellungen, Beziehungen und Rituale verändert haben. Gleichzeitig machen sie Erfahrungen sichtbar, die Menschen über Generationen hinweg miteinander verbinden.

Kuratorin Katharina Gahlert versteht Kunst als Möglichkeit, zeitliche und kulturelle Distanzen zu überwinden. Die Gegenüberstellung soll vertraute Motive in einem neuen Zusammenhang zeigen, aber auch Irritationen zulassen. Einige Arbeiten entziehen sich deshalb bewusst einer eindeutigen Deutung.

Selten gezeigte Bestände des Museums

Mehr als 25 Exponate stammen aus den Sammlungen des Museums Weißenfels. Darunter befinden sich Arbeiten von Lovis Corinth, Max Lingner, Rudolf Brückner-Fuhlrott, Walter Beuschel, Horst P. Horst, Heinz Mäde und Claudia Weidenbach.

Viele dieser Werke waren bislang nur selten öffentlich zu sehen. Die Ausstellung soll deshalb zugleich auf die umfangreichen Kunstbestände des Museums aufmerksam machen. Museumsleiter Manuel Schwarz sieht in dem Projekt eine Möglichkeit, einzelne Stücke aus ihren gewohnten Zusammenhängen zu lösen und ihnen durch die Begegnung mit aktueller Kunst neue Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Ergänzt werden die Museumsbestände durch mehr als 20 zeitgenössische Arbeiten. Beteiligt sind unter anderem Henriette Grahnert, Elena Kiseleva, Sabine Kunz, Klara Meinhardt, Yvonne Most, Olivia Pils, Sonja Schrader und Christina Simon. Die unterschiedlichen künstlerischen Handschriften erweitern das Thema um heutige Erfahrungen und Sichtweisen.

Die Zusammenarbeit zwischen Museum und Kunstverein eröffnet zugleich neue Ausstellungsräume. Kunst aus einer öffentlichen Sammlung wird außerhalb des Museums präsentiert und trifft dort auf Werke der unmittelbaren Gegenwart. Nach Angaben der Verantwortlichen soll „Und doch: Liebe“ auch ein Anstoß für weitere gemeinsame Projekte sein.

Führungen, Lesungen und Konzerte

Zur Ausstellung gehört ein Begleitprogramm, das mehrere Kunstformen miteinander verbindet. Am 25. September führen Katharina Gahlert und Manuel Schwarz durch die Schau. Am 9. Oktober folgt eine Lesung aus dem Buch „Ich erröte vom Schaft bis zur Sohle“. Für den 10. November ist ein Vortrag über Novalis und die Neoromantik um 1900 geplant.

Das Heinrich-Schütz-Haus gestaltet am 16. Januar 2027 im Weißenfelser Rathaus das Neujahrskonzert „Facetten der Liebe“. Auf dem Programm stehen Werke unter anderem von Francesca Caccini, Claudio Monteverdi, Henry Purcell und Heinrich Schütz. Einen Tag später wird erneut eine Führung durch die Ausstellung angeboten.

Am 23. und 24. Januar verbindet der Tanzworkshop „Swing trifft Kunst“ Bewegung und Ausstellung. Zum Valentinstag am 14. Februar erklingt unter dem Titel „Sortez soupirs“ Musik von Giulio Caccini, Francesco Cavalli, Claudio Monteverdi und weiteren Komponisten. Die Finissage findet am 14. März um 15 Uhr statt.

Eintritt in die Ausstellung ist frei

„Und doch: Liebe“ ist freitags bis sonntags jeweils von 11 bis 17 Uhr in der BRAND-SANIERUNG, Novalisstraße 13, geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Gefördert wird das Projekt durch den Evangelischen Kirchenkreis Saale-Unstrut, Lotto-Toto Sachsen-Anhalt, die Kultur- und Brauchtumsstiftung der Kreissparkasse Weißenfels sowie die Stadtwerke Weißenfels. Die institutionelle Förderung des Kunstvereins übernehmen die Stadt Weißenfels und der Burgenlandkreis.

Quelle

Stadt Weißenfels, Pressemitteilung vom 7. September 2026