Schwerin startet im Oktober zwei größere Bauvorhaben für den Radverkehr. Zwischen Zippendorf und Mueß soll eine Lücke im 285 Kilometer langen Residenzstädte-Rundweg geschlossen werden, während die Mecklenburgstraße schrittweise zur Fahrradstraße umgebaut wird.

Wie die Landeshauptstadt Schwerin mitteilt, verfolgen beide Projekte unterschiedliche Ziele. Der Uferweg zwischen Zippendorf und Mueß ist vor allem Teil einer überregionalen touristischen Route, während die Mecklenburgstraße die Nord-Süd-Verbindung für den Alltagsradverkehr durch die Innenstadt verbessern soll.

776.000 Euro für den Uferweg nach Mueß

Der bestehende Weg zwischen Zippendorfer Strand und Mueßer Bucht soll auf einer Länge von etwa einem Kilometer zu einem durchgängigen Radweg ausgebaut werden.

Geplant sind eine Breite von 2,50 Metern, Asphaltbelag, neue Rastplätze und eine entsprechende Beschilderung. Die Stadt will die Arbeiten bis Ende 2026 abschließen.

Die Kosten liegen bei 776.000 Euro. Nach Angaben der Stadt werden 90 Prozent davon über das Land Mecklenburg-Vorpommern als Förderung touristischer Infrastruktur finanziert.

Verkehrs- und Umweltdezernent Bernd Nottebaum verweist darauf, dass die Stadt damit einen Beschluss der Stadtvertretung aus dem Jahr 2015 zur Verbesserung des Radfern- und Radrundwegenetzes umsetzt.

Streit um Asphaltierung des Uferwegs

Der geplante Asphaltbelag sorgt allerdings für Kritik. Der BUND hat Einwände gegen die Asphaltierung des Uferweges erhoben.

Die Stadt hält diese Kritik für nicht überzeugend. Nottebaum argumentiert, dass der bestehende Weg nach starken Niederschlägen zeitweise nur schlecht passierbar sei und die Asphaltbauweise nach Prüfung der naturschutzrechtlichen Anforderungen gerade aus Gründen des Natur- und Baumschutzes gewählt worden sei.

Nach Darstellung der Stadt kann dadurch auf einen umfangreichen Unterbau verzichtet und der bestehende Baumbestand weitgehend erhalten werden. Gleichzeitig sollen Barrierefreiheit und Nutzungskomfort verbessert werden.

Die Informationspolitik der Verwaltung bewertet Nottebaum dagegen selbstkritisch. Während die Planung im Juni in der Ortsteilvertretung Mueß ausführlich vorgestellt worden sei, habe Zippendorf nicht dieselbe Informationstiefe erhalten. Das habe Vorbehalte begünstigt.

Mecklenburgstraße wird bis 2029 umgebaut

Deutlich länger dauert das zweite Projekt.

Die Mecklenburgstraße soll in insgesamt acht Teilabschnitten umgebaut werden. Der Abschluss ist nach derzeitiger Planung für März 2029 vorgesehen.

Die Stadt nutzt dafür die ohnehin notwendige grundhafte Erneuerung der Anliegerstraße zwischen Geschwister-Scholl-Straße und Graf-Schack-Allee.

Nach Angaben des Fachdienstes Verkehrsmanagement wird nicht die gesamte Straße gleichzeitig zur Baustelle. Stattdessen werden einzelne Abschnitte nacheinander bearbeitet, während die übrigen Teile weiter nutzbar bleiben.

Auch Rettungsdienste, Feuerwehr, Polizei und Notarzt sollen die Grundstücke innerhalb der jeweiligen Bauabschnitte weiterhin erreichen können. Umzüge und notwendige Handwerkerfahrten können mit der ausführenden Baufirma abgestimmt werden.

Radfahrer erhalten künftig Vorrang

Nach dem Umbau bleibt die Mecklenburgstraße für Autos grundsätzlich befahrbar. Als Fahrradstraße verändert sich jedoch die Hierarchie im Straßenraum.

Radfahrer dürfen die gesamte Fahrbahnbreite nutzen und auch nebeneinander fahren. Autofahrer müssen darauf Rücksicht nehmen.

Zwischen dem IHK-Gebäude und der Geschwister-Scholl-Straße soll zudem eine gegenläufige Einbahnstraßenregelung eingerichtet werden. Für Fahrräder bleibt die Strecke dagegen in beiden Richtungen befahrbar.

Tempo 30 wird beibehalten.

Mehr als die Hälfte der Parkplätze fällt weg

Besonders deutlich verändert sich die Parksituation.

Die Zahl der Stellplätze sinkt nach Angaben der Stadt von derzeit 150 auf 72. Künftig soll nur noch auf einer Straßenseite geparkt werden.

Auf der gegenüberliegenden Seite sind Fahrradhäuser für Anwohner, Stellplätze für Lastenräder und Fahrradbügel vorgesehen. Zwischen den verbleibenden Parkflächen und der Fahrbahn soll ein Sicherheitsstreifen entstehen, der sogenannte Dooring-Unfälle durch plötzlich geöffnete Autotüren verhindern soll.

Die verbleibenden Parkplätze sollen ausschließlich Bewohnern mit Bewohnerparkausweis zur Verfügung stehen. Nach Einschätzung der Stadt reicht die Zahl trotz der deutlichen Reduzierung für die dort gemeldeten Bewohner weiterhin aus.

Quelle:

Landeshauptstadt Schwerin, Pressemitteilung vom 11. August 2026.