Die Finanznot der Thüringer Hallenbäder beschäftigt nun den zuständigen Fachausschuss des Landtages. Zuvor hatten Vertreter von Kommunen und Bäderbetrieben im Petitionsausschuss für eine dauerhafte Unterstützung des Landes geworben.

22.776 Unterschriften für Thüringer Bäder

Grundlage der öffentlichen Anhörung am 1. September 2026 war eine Petition der Initiative „Bäder in Not“. Insgesamt 22.776 Menschen haben den Aufruf zur langfristigen Sicherung der kommunalen Hallenbäder unterstützt.

Zwei Stunden lang berieten Landtagsabgeordnete mit Bürgermeistern und Vertretern der Bäderbetriebe über mögliche Finanzierungsmodelle. Anschließend überwies der Petitionsausschuss das Anliegen an den zuständigen Fachausschuss.

Schmöllns Bürgermeister Sven Schrade wertete die Anhörung als wichtigen Schritt. Die Diskussion habe sich nicht mehr um die grundsätzliche Notwendigkeit einer Unterstützung, sondern um mögliche Instrumente zur Finanzierung gedreht.

30 Millionen Euro jährlich gefordert

Die Initiative verlangt vom Land mindestens 30 Millionen Euro pro Jahr, um die 40 kommunalen Hallenbäder in Thüringen zu sichern. Das Geld soll zunächst als Übergangs- und Strukturhilfe dienen.

Zudem fordern die Kommunalvertreter einen festen Ansprechpartner für die Bäderfinanzierung innerhalb der Landesregierung. Auch die geplante Bäderkonzeption 2040 müsse zügig abgeschlossen werden, damit Schulschwimmen und öffentliche Angebote langfristig erhalten bleiben.

Als mögliche Lösungen stehen Anpassungen beim Kommunalen Finanzausgleich oder ein eigener Sonderfonds im Raum. Eine Entscheidung über die Finanzierung ist mit der Überweisung an den Fachausschuss noch nicht gefallen.

Betriebskosten belasten die Kommunen

Nach Angaben der Initiative zählen die Thüringer Hallenbäder jährlich rund 5,2 Millionen Besuche. Etwa 40.000 Kinder lernen dort jedes Jahr schwimmen. Mehr als 100.000 Menschen nehmen außerdem an Gesundheits- und Reha-Angeboten teil.

Gestiegene Energie- und Betriebskosten belasten jedoch die kommunalen Haushalte. Der durchschnittliche jährliche Zuschussbedarf je Hallenbad habe sich innerhalb von 15 Jahren mehr als verdoppelt. Die Initiative warnt deshalb vor weiteren Schließungen, falls keine dauerhafte Unterstützung des Landes beschlossen wird.

Quelle: Stadt Schmölln, Pressemitteilung vom 3. September 2026.