Der Sächsische Rechnungshof hat die Tourismusförderung der Jahre 2022 und 2023 untersucht. Die Prüfer beanstanden hohe Förderquoten, weil nachvollziehbare Kriterien und messbare Ziele fehlten.
Sachsen vergab 13 Millionen Euro
Der Freistaat gab innerhalb von zwei Jahren rund 13 Millionen Euro für touristische Projekte aus. Die beantragten Fördersätze wurden häufig in der gewünschten Höhe bewilligt.
Feste Kriterien für unterschiedliche Förderquoten waren nicht erkennbar. In einem Fall wurde die bewilligte Summe ohne ausreichend dokumentierten Grund erhöht.
Sommercamp und Klausurtagung gefördert
Maßnahmen des Landestourismusverbandes Sachsen wurden mit bis zu 98,5 Prozent bezuschusst. Diese Quote kommt einer nahezu vollständigen Finanzierung aus öffentlichen Mitteln gleich.
Zu den abgerechneten Aktivitäten gehörten ein Sommercamp für Beschäftigte und eine Klausurtagung. Der Rechnungshof ordnet solche Veranstaltungen den regulären Aufgaben des Verbandes zu.
Wirkung blieb nicht messbar
Für mehrere Fördermaßnahmen fehlten konkrete Vorgaben zur Erfolgskontrolle. Der Nutzen für Gästezahlen, Tourismusbetriebe und regionale Wertschöpfung ließ sich deshalb nicht zuverlässig bestimmen.
Die Prüfer verlangen klare Fördersätze und überprüfbare Ziele. Reguläre Verbandsaufgaben sollen nicht länger nahezu vollständig vom Steuerzahler getragen werden.
Quelle
Sächsischer Rechnungshof, Jahresbericht 2026, Beitrag „Förderrichtlinie Tourismus“