Die Universität Rostock arbeitet an einer technischen Lösung gegen ölhaltiges Bilgewasser. Das Projekt EcoBilge trennt Öl bereits an Bord vom Wasser, bevor dieses aus dem Schiff abgepumpt wird.

Bis zu 2,3 Billionen Liter Wasser betroffen

Wie die Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Universität Rostock mitteilt, werden Schätzungen zufolge weltweit jährlich bis zu 2,3 Billionen Liter Wasser durch ölhaltiges Bilgewasser belastet. Besonders in Freizeit- und Kleinschifffahrt fehlen bislang praktikable und wirtschaftliche Systeme zur Entölung an Bord.

Bilgepumpen führen Wasser aus dem Schiffsrumpf ab und sind für Sicherheit und Stabilität wichtig. Enthält dieses Wasser Rückstände von Motoröl, können die Stoffe unbeabsichtigt in die Umwelt gelangen.

Öl wird vor dem Abpumpen getrennt

EcoBilge verfolgt deshalb einen vorbeugenden Ansatz. Eine seegangsunabhängige Schwerkrafttrennung soll das Öl abscheiden und in einem eigenen Behälter sammeln.

Ein erster Prototyp wurde bereits 2017 in Brasilien vorgestellt und bei einem UN-Umweltwettbewerb ausgezeichnet. Die Rostocker Wissenschaftler optimieren das Verfahren nun technisch und untersuchen zusätzlich rechtliche sowie wirtschaftliche Fragen.

Hafenbecken in MV sollen untersucht werden

Zum Forschungsprogramm gehört außerdem Umweltmonitoring. Geplant sind Wasserproben aus Hafenbecken in Mecklenburg-Vorpommern, um mögliche Belastungen durch Bilgewasser genauer zu untersuchen.

Das Vorhaben wird seit Dezember 2025 für 24 Monate von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt unterstützt.

Quelle: Universität Rostock; Deutsche Bundesstiftung Umwelt