Rostock. Wenn nach feuchten Tagen die Pilze aus dem Waldboden schießen, beginnt für viele Sammler die spannendste Zeit des Jahres. Im Botanischen Garten der Universität Rostock gehört dazu seit Jahrzehnten auch die Landes-Pilzausstellung.
Am Sonnabend und Sonntag, 26. und 27. September, findet die Veranstaltung jeweils von 10 bis 18 Uhr an der Hamburger Straße am Holbeinplatz statt. Es ist bereits die 48. Ausgabe.
Die Pilzausstellung wird seit 1978 veranstaltet und gehört mit zeitweise bis zu 3.000 Besucherinnen und Besuchern zu den Höhepunkten der Rostocker Pilzsaison.
Bis zu 250 Pilzarten frisch aus der Region
Für die Ausstellung sollen voraussichtlich bis zu 250 verschiedene Pilzarten zusammengetragen werden.
Gesammelt werden sie von Pilzberatern, Beschäftigten des Botanischen Gartens und ehrenamtlichen Pilzkennern. Im Mittelpunkt stehen Arten, die tatsächlich in Mecklenburg-Vorpommern und der näheren Umgebung vorkommen.
Dabei geht es nicht nur darum, möglichst viele unterschiedliche Pilze zu präsentieren.
Besucher sollen erfahren, wie die einzelnen Arten erkannt werden können, an welchen Standorten sie wachsen und worauf beim Sammeln geachtet werden muss.
Kustos Dr. Dethardt Götze erklärt:
> „Es geht um die Identifikation der Arten, deren Wuchsorte sowie um allgemeines Wissen über Pilze, auch um korrektes Sammeln.“
Gerade letzteres kann entscheidend sein. Pilzberater erleben immer wieder, dass zwischen essbaren Exemplaren auch ungenießbare oder giftige Arten landen.
Pilzberatung während der Ausstellung
Deshalb gehört die persönliche Beratung zu den wichtigsten Angeboten des Wochenendes.
Ehrenamtliche Pilzberater prüfen mitgebrachte Funde und geben Auskunft darüber, ob ein Pilz:
• essbar, • ungenießbar oder • giftig
ist.
Die Beratung endet nicht mit der Ausstellung. An jedem Wochenende bis Ende Oktober stehen im Botanischen Garten weiterhin ehrenamtliche Fachleute für Pilzsammler bereit.
Damit verbindet die Universität die Ausstellung mit einem praktischen Angebot für Menschen, die selbst in den Wäldern der Region unterwegs sind.
Sammler können eigene Funde beisteuern
Auch Pilzsammler aus Rostock und Umgebung können die Ausstellung unterstützen.
Funde können bereits am Freitag vor Veranstaltungsbeginn über den Seiteneingang des Botanischen Gartens abgegeben werden.
Auch während des Wochenendes werden weitere Pilze angenommen. Dadurch können ältere Exemplare ersetzt und möglichst viele Arten frisch präsentiert werden.
Für die Veranstalter ist das besonders wichtig, weil sich Pilze nach dem Sammeln häufig nur begrenzte Zeit in gutem Zustand zeigen lassen.
Literatur, Briefmarken und Pilzwissen
Die eigentliche Pilzschau wird durch weitere Angebote ergänzt.
Zu sehen und erhältlich sind aktuelle sowie antiquarische Bücher rund um Pilze. Hinzu kommt eine außergewöhnliche Briefmarkensammlung.
Die Ausstellung umfasst inzwischen 446 Pilzarten auf 1.265 Motiven aus 118 Ländern.
Damit zeigt sie, welche Bedeutung Pilze nicht nur in der Naturkunde, sondern auch in Kunst, Kultur und Sammelgeschichte besitzen.
Programm für Kinder
Auch Familien sollen auf ihre Kosten kommen.
Kinder können an beiden Tagen mit Pflanzenmaterialien aus dem Botanischen Garten malen und basteln.
Außerdem gibt es eine Pilz-Wissensrallye mit Glücksrad. Dabei können die jungen Besucher ihr Wissen testen und kleine Preise gewinnen.
Weitere Angebote kommen von mehreren Partnern.
Die Rostocker Kakteenfreunde organisieren einen Sukkulentenbasar. Die Arbeiterwohlfahrt bietet eine Blumenwerkstatt an. Außerdem verkauft Jörn Klüss Honig aus dem Botanischen Garten.
Mehrere Einrichtungen arbeiten zusammen
Veranstaltet wird die Landes-Pilzausstellung gemeinsam vom Botanischen Garten der Universität Rostock mit dem Gesundheitsamt, dem Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern sowie dem Freundeskreis Botanischer Garten.
Damit verbindet die Veranstaltung wissenschaftliche Information, Gesundheitsvorsorge und praktische Pilzberatung.
Gerade in Jahren mit guten Wachstumsbedingungen steigt erfahrungsgemäß auch die Zahl der Menschen, die selbst Pilze sammeln. Die Ausstellung soll deshalb nicht nur Artenvielfalt zeigen, sondern auch vor Verwechslungen schützen.
Eintritt ab einem Euro
Die 48. Landes-Pilzausstellung findet am 26. und 27. September jeweils von 10 bis 18 Uhr im Botanischen Garten der Universität Rostock an der Hamburger Straße/Holbeinplatz statt.
Der Eintritt kostet:
• 3 Euro für Erwachsene • 2 Euro ermäßigt • 1 Euro für Kinder
Wer eigene Pilzfunde bestimmen lassen möchte, kann diese zur Ausstellung mitbringen.