Junge Menschen sollen künftig stärker an politischen Entscheidungen in Radeberg beteiligt werden. Der Stadtrat hat dafür einen Grundsatzbeschluss zur Einrichtung eines Jugendstadtrates gefasst. Die Verwaltung arbeitet nun an einem konkreten Modell, das noch im zweiten Halbjahr 2026 beschlossen werden soll.

Die Entscheidung fiel bereits in der Stadtratssitzung vom 17. Juni. Der Jugendstadtrat soll als beratendes Gremium die Interessen von Kindern und Jugendlichen gegenüber Politik und Verwaltung vertreten.

Jugendliche erhalten eigene Stimme

Kommunalpolitische Entscheidungen betreffen junge Menschen unmittelbar.

Schulen, Sportanlagen, Jugendclubs, öffentlicher Nahverkehr oder Freizeitflächen prägen ihren Alltag.

Trotzdem besitzen Minderjährige bei regulären Kommunalwahlen keine Stimme.

Jugendparlamente sollen diese Lücke zumindest teilweise schließen.

Verschiedene Modelle denkbar

Noch steht nicht fest, wie der Radeberger Jugendstadtrat konkret zusammengesetzt wird.

Möglich sind direkte Wahlen durch Jugendliche oder die Entsendung von Vertretern aus Schulen, Vereinen und Jugendeinrichtungen.

Auch eine Kombination verschiedener Verfahren ist möglich.

Genau diese Fragen muss das derzeit entstehende Konzept klären.

Radeberg hatte schon einmal ein Jugendgremium

Ganz neu ist die Idee für die Stadt nicht.

Bereits im März 2005 wurde in Radeberg ein Kinder- und Jugendstadtrat gegründet. Als Vorbild diente damals unter anderem das Jugendparlament in Freiberg.

Die Stadt kann damit bei der Neuorganisation auf frühere Erfahrungen zurückgreifen.

Beratend, aber nicht bedeutungslos

Ein Jugendstadtrat besitzt üblicherweise keine Entscheidungsbefugnisse wie ein gewählter Stadtrat.

Er kann jedoch Vorschläge einbringen, Stellungnahmen abgeben und politische Themen auf die Tagesordnung setzen.

Entscheidend wird sein, wie eng das neue Gremium tatsächlich mit Ausschüssen und Verwaltung zusammenarbeitet.

Start könnte 2027 folgen

Zunächst muss das Konzept beschlossen werden.

Danach sind organisatorische Fragen wie Wahl, Geschäftsordnung, Betreuung und Budget zu klären.

Wenn die Planung noch 2026 abgeschlossen wird, könnte das Beteiligungsgremium im kommenden Jahr praktisch starten.

Quellen

Stadt Radeberg: Jugendstadtrat Radeberg – Grundsatzbeschluss vom 17. Juni 2026

Stadt Radeberg: Informationen zur früheren Kinder- und Jugendbeteiligung