Potsdam reagiert auf steigende Baukosten mit einer vorübergehenden Lockerung eigener Vorgaben. Zwei politische Beschlüsse zum ökologischen Bauen und zur Holzbau-Initiative werden für kommunalen Wohnungsbau sowie Projekte des Kommunalen Immobilien Service bis Ende 2030 ausgesetzt.
ProPotsdam bekommt mehr Spielraum
Die Regelung betrifft insbesondere den kommunalen Wohnungsbau der ProPotsdam.
Nach Angaben der Landeshauptstadt sollen Projekte auch unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen verlässlich umgesetzt werden können.
Die bestehenden Vorgaben hatten zusätzliche ökologische Anforderungen an städtische Bauvorhaben gestellt.
Standards werden nicht vollständig aufgegeben
Die Stadt streicht die Vorgaben nicht dauerhaft.
Parallel soll geprüft werden, welche Anforderungen künftig praktikabel bleiben und an welchen Stellen Anpassungen erforderlich sind. Dazu will die Verwaltung Handlungsempfehlungen erarbeiten.
Zielkonflikt zwischen Klima und Kosten
Die Entscheidung macht einen grundsätzlichen Konflikt sichtbar.
Potsdam benötigt zusätzlichen bezahlbaren Wohnraum, gleichzeitig bestehen politische Ziele für nachhaltiges und ressourcenschonendes Bauen. Höhere Standards können langfristig Energie sparen, erhöhen jedoch teilweise die anfänglichen Baukosten.
Bis Ende 2030 hat die Stadt nun mehr Flexibilität bei der Abwägung dieser Interessen.
Quelle:
Landeshauptstadt Potsdam, Beschluss zum kommunalen Wohnungsbau vom 1. Juli 2026.