Potsdam setzt beim Umbau seiner Wärmeversorgung zunehmend auf Energie aus tiefen Gesteinsschichten. Am Heizkraftwerk Süd laufen die Bohrarbeiten für die zweite Tiefengeothermieanlage der Energie und Wasser Potsdam. Wie das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung mitteilt, wird das Projekt wissenschaftlich begleitet.
Zweites Geothermieprojekt nimmt Gestalt an
Der Bohrbeginn erfolgte im Juli auf dem Gelände des Heizkraftwerks Süd. Ziel ist es, warmes Tiefenwasser für die kommunale Wärmeversorgung nutzbar zu machen.
Potsdam verfügt damit über eines der sichtbarsten kommunalen Geothermieprogramme in Ostdeutschland.
GFZ begleitet die Tiefenbohrung
Das Potsdamer GFZ bringt wissenschaftliche Erfahrungen aus Geologie, geophysikalischer Erkundung und Geothermieforschung in das Vorhaben ein.
Entscheidend ist dabei, welche Temperaturen, Wassermengen und geologischen Bedingungen in den erschlossenen Tiefenschichten tatsächlich erreicht werden.
Fernwärme soll unabhängiger von Gas werden
Tiefengeothermie kann Wärme unabhängig von Sonne und Wind rund um die Uhr bereitstellen.
Für kommunale Fernwärmenetze ist sie deshalb besonders interessant, weil fossile Energieträger schrittweise ersetzt werden können.
Potsdam entwickelt eigenen Wärmemix
Die Stadt steht wie andere Kommunen vor der Aufgabe, ihre Wärmeversorgung langfristig klimafreundlicher umzubauen.
Geothermie ist dabei kein vollständiger Ersatz für alle bisherigen Technologien, kann aber zu einem wichtigen Bestandteil des künftigen Energiemixes werden.
Projekt hat bundesweite Bedeutung
Erfolgreiche kommunale Tiefengeothermieprojekte werden bundesweit genau beobachtet. Viele Städte suchen nach Möglichkeiten, große Wärmenetze von Erdgas und anderen fossilen Energieträgern unabhängiger zu machen.
Potsdam könnte damit zugleich Erfahrungen liefern, die für andere Regionen nutzbar sind.
Quelle:
GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung; Energie und Wasser Potsdam.