Thüringens Städte, Gemeinden und Landkreise greifen rege auf das neue Kommunale Investitions-Programm zurück. Nach gut einem halben Jahr wurden bereits 164 Millionen Euro beantragt, rund 120 Millionen Euro davon sind ausgezahlt.
Programm läuft bis 2029
Das Kommunale Investitions-Programm hat ein Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro. Es läuft von 2026 bis 2029 und steht allen Thüringer Kommunen offen. Die Kredite werden über die Thüringer Aufbaubank vergeben.
Wie viel Geld jeder Kommune zusteht, wurde nach Angaben des Landes im Vorfeld mit den kommunalen Spitzenverbänden vereinbart. Die ersten Anträge konnten im Februar 2026 gestellt werden, im April flossen die ersten Mittel.
163 Kommunen haben bereits Anträge gestellt
Bis zum 23. Juli hatten 163 Kommunen Mittel aus dem Programm beantragt. Insgesamt ging es dabei um rund 164 Millionen Euro. Etwa 120 Millionen Euro waren zu diesem Zeitpunkt bereits ausgezahlt.
Finanzministerin Katja Wolf zog deshalb bei einer Regierungsmedienkonferenz in Apolda eine positive Zwischenbilanz. Auch der Vorstandsvorsitzende der Thüringer Aufbaubank, Matthias Wierlacher, sprach von einer hohen Nachfrage und einer schnellen Mittelbereitstellung.
Land übernimmt Zinsen und Tilgung
Besonders wichtig ist, dass auch finanzschwache Kommunen teilnehmen können. Das Land übernimmt am Ende sowohl die Zinsen als auch die Tilgung der Kredite. Für Städte und Gemeinden soll dadurch kein zusätzlicher finanzieller Druck entstehen.
Die Antragstellung wurde bewusst vereinfacht. Statt einer aufwendigen Verwendungsnachweisprüfung genügt eine Eigenerklärung der jeweiligen Kommune. Das Land will damit Bürokratie reduzieren und Investitionen schneller ermöglichen.
Schulen, Straßen und Feuerwehren profitieren
Die Mittel können für zahlreiche kommunale Aufgaben eingesetzt werden. Genannt werden unter anderem Schulen, Feuerwehren, Straßen- und Kanalbau, Kindergärten, sozialer Wohnungsbau, Dorferneuerung sowie Freizeit- und Erholungsstätten.
Ein konkretes Beispiel ist die Bergschule in Apolda. Rund drei Millionen Euro aus dem Programm fließen in erste Sanierungsarbeiten. Der Landkreis Weimarer Land will auch die weiteren ihm zustehenden Mittel in den kommenden Jahren für dieses Vorhaben einsetzen.
Hoher Investitionsbedarf wird sichtbar
Die starke Nachfrage zeigt, wie groß der Sanierungs- und Investitionsstau in vielen Thüringer Kommunen ist. Zahlreiche Städte und Gemeinden müssen gleichzeitig Schulen modernisieren, Straßen erneuern und Feuerwehren ausstatten.
Das Programm verschafft den Kommunen mehr Handlungsspielraum. Entscheidend wird jedoch sein, ob die Mittel schnell genug in konkrete Bau- und Sanierungsprojekte umgesetzt werden können.
Quellen
• Thüringer Staatskanzlei: „Kommunales Investitions-Programm: Eine Milliarde Euro für Thüringens Kommunen zeigt Wirkung“, 3. August 2026
• Thüringer Finanzministerium: „Finanzministerin Katja Wolf und TAB-Vorsitzender Matthias Wierlacher mit positiver Zwischenbilanz des Kommunalen Investitions-Programmes“, 3. August 2026