Seit einem Vierteljahrhundert arbeiten Brandenburg und die Woiwodschaft Westpommern eng zusammen. Bei ihrem Antrittsbesuch in Stettin hat Brandenburgs Wirtschafts- und Europaministerin Martina Klement dafür geworben, diese Beziehungen weiter zu vertiefen. Im Mittelpunkt stehen Wirtschaft, Verkehr, Wissenschaft und das tägliche Leben im deutsch-polnischen Grenzraum.

Zusammenarbeit über die Grenze hinweg

Die Partnerschaft zwischen Brandenburg und Westpommern besteht seit 25 Jahren. In dieser Zeit wurden zahlreiche gemeinsame Projekte umgesetzt – teilweise gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern und mit Unterstützung des europäischen Förderprogramms INTERREG.

Die Zusammenarbeit reicht heute weit über klassische Verwaltungskontakte hinaus. Menschen leben, arbeiten und wirtschaften auf beiden Seiten der Grenze. Unternehmen suchen Partner im Nachbarland, Hochschulen kooperieren, Kommunen stimmen Projekte ab und viele Berufspendler bewegen sich regelmäßig zwischen Deutschland und Polen.

„Unsere Partnerschaft ist geprägt von Vertrauen, Tatkraft und Innovationsgeist.“

Mit diesen Worten beschrieb Klement die Zusammenarbeit mit dem Marschallamt Westpommerns, der Stadtverwaltung Stettins und dem Woiwodschaftsamt.

Berlin und Stettin sollen enger zusammenrücken

Ein zentrales Vorhaben ist die Kooperation „Zukunftsraum Berlin-Szczecin“. Ziel ist es, die Entwicklungsachse zwischen der deutschen Hauptstadtregion und Stettin als gemeinsamen Wirtschafts-, Lebens- und Mobilitätsraum zu stärken.

Dabei geht es nicht nur um bessere Verkehrsverbindungen. Auch wirtschaftliche Ansiedlungen, wissenschaftlicher Austausch, Logistik und grenzüberschreitende Dienstleistungen spielen eine Rolle.

Der Raum zwischen Berlin, dem Nordosten Brandenburgs und Stettin soll stärker als zusammenhängende Region gedacht werden. Das könnte vor allem für Unternehmen interessant sein, die Zugang zu beiden Märkten suchen.

Hafen Stettin als Zugang zur Ostsee

Ein wichtiger Programmpunkt des Ministerbesuchs ist eine Tour durch den Stettiner Hafenkomplex. Begleitet wird Klement dabei von kommunalen Vertretern aus Eberswalde und Schwedt.

Der Hafen Stettin kann für Brandenburg eine größere Bedeutung als Zugang zur Ostsee gewinnen. Denkbar sind Vorteile bei:

  • Umschlag und Lagerung von Waren,
  • Weitertransport nach Polen und Osteuropa,
  • abgestimmten Logistikketten,
  • leistungsfähigem Hafenhinterlandverkehr,
  • gemeinsamer Vermarktung der Achse Berlin–Stettin,
  • Verbindungen bis nach Skandinavien.

Für die Binnenhäfen und Wirtschaftsstandorte in Brandenburg eröffnet sich damit die Chance, stärker an internationale Warenströme angebunden zu werden.

Chancen für Eberswalde und Schwedt

Besonders für Eberswalde und Schwedt kann die Zusammenarbeit mit Stettin wirtschaftlich interessant sein.

Beide Städte liegen an wichtigen Verkehrs- und Wasserwegen. Eine bessere Abstimmung mit dem Stettiner Hafen könnte helfen, Transporte stärker auf die Wasserstraße zu verlagern und regionale Unternehmen besser mit internationalen Märkten zu verbinden.

Konkrete neue Projekte, Investitionssummen oder verbindliche Vereinbarungen nennt die Pressemitteilung allerdings noch nicht. Der Besuch dient zunächst dem politischen Austausch und der weiteren Vertiefung der Kooperation.

Wasserstraße bietet auch touristisches Potenzial

Die Wasserverbindung zwischen Berlin und Stettin ist nicht nur für Gütertransporte wichtig. Nach Einschätzung des Ministeriums besitzt sie auch erhebliches Potenzial für den Tourismus im Nordosten Brandenburgs.

Davon könnten unter anderem profitieren:

  • Fahrgastschifffahrt,
  • Wassertourismus,
  • Marinas und Häfen,
  • Gastronomie,
  • Beherbergungsbetriebe,
  • Rad- und Naturtourismus entlang der Wasserwege.

Eine engere grenzüberschreitende Vermarktung könnte deutsche und polnische Angebote miteinander verbinden und neue Gäste in die Region bringen.

25 Jahre Partnerschaft als Grundlage

Das Jubiläum zeigt, dass die Zusammenarbeit nicht erst mit einzelnen aktuellen Projekten begonnen hat. Über viele Jahre sind Kontakte zwischen Verwaltungen, Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gewachsen.

Gerade in einer Grenzregion ist diese Kontinuität wichtig. Sie erleichtert gemeinsame Planungen und hilft dabei, unterschiedliche Verwaltungsstrukturen und Zuständigkeiten miteinander zu verbinden.

Klement machte deutlich, dass Brandenburg die Partnerschaft nicht nur würdigen, sondern für die kommenden Jahre weiterentwickeln will.

Noch keine neuen verbindlichen Beschlüsse

Aus der Mitteilung gehen keine neuen Verträge, Investitionsentscheidungen oder fest vereinbarten Infrastrukturprojekte hervor.

Bestätigt sind:

  • der Antrittsbesuch der Ministerin,
  • das 25-jährige Partnerschaftsjubiläum,
  • die laufende Kooperation „Zukunftsraum Berlin-Szczecin“,
  • der Besuch des Stettiner Hafenkomplexes,
  • das politische Ziel, die Zusammenarbeit weiter auszubauen.

Weitere konkrete Ergebnisse müssen nach den Gesprächen oder in späteren Vereinbarungen bekanntgegeben werden.

Die wichtigsten Angaben

  • Anlass: 25 Jahre Partnerschaft zwischen Brandenburg und Westpommern
  • Besuchsort: Stettin/Szczecin
  • Ministerin: Martina Klement
  • Schwerpunkte: Wirtschaft, Mobilität, Wissenschaft und gesellschaftlicher Austausch
  • Zentrales Projekt: Zukunftsraum Berlin-Szczecin
  • Wirtschaftlicher Fokus: Hafen Stettin und Logistikverbindungen
  • Brandenburgische Beteiligte: unter anderem Vertreter aus Eberswalde und Schwedt
  • Weitere Chance: Tourismus entlang der Wasserstraße Berlin–Stettin

Quellen und Datenbasis

  • Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa des Landes Brandenburg, Pressemitteilung vom 29. Juli 2026 zum Antrittsbesuch von Europaministerin Martina Klement in Westpommern.