Im Industriepark Berlin-Szczecin könnte in den kommenden Jahren eines der wichtigsten Energieprojekte Mecklenburg-Vorpommerns entstehen. ENERTRAG plant in Pasewalk ein großtechnisches Wasserstoffwerk, das in zwei Ausbaustufen bis zu 180 Megawatt Elektrolyseleistung erreichen soll. Der geplante Baustart liegt 2027, die Inbetriebnahme soll bis 2029 erfolgen.
Das Unternehmen hat dafür bereits ein rund 6,5 Hektar großes Grundstück im Industriepark erworben.
In der ersten Ausbaustufe sollen 60 Megawatt Elektrolyseleistung installiert werden. ENERTRAG rechnet damit, damit jährlich rund 6.000 Tonnen grünen Wasserstoff erzeugen zu können.
Zweite Stufe würde Anlage verdreifachen
Später könnte die Leistung auf insgesamt 180 Megawatt wachsen.
Rechnerisch würde sich damit auch die mögliche Wasserstoffproduktion erheblich erhöhen.
Damit wäre Pasewalk nicht nur Produktionsstandort für Schuhe, Logistik- und Metallprodukte, sondern auch Teil einer neuen Energiewirtschaft.
Anschluss an Wasserstoffkernnetz geplant
Besonders wichtig ist der geplante Anschluss an das künftige deutsche Wasserstoffkernnetz.
Dadurch könnte Wasserstoff nicht nur lokal genutzt, sondern in größere industrielle Verbrauchsregionen transportiert werden.
Das unterscheidet das Vorhaben von kleinen Elektrolyseanlagen, die lediglich einzelne Betriebe versorgen.
Industriepark gewinnt weiteres Standbein
Der Industriepark Berlin-Szczecin hat sich bereits durch Ansiedlungen wie Birkenstock und TOPREGAL verändert.
Das Wasserstoffprojekt würde eine weitere Branche hinzufügen.
Dadurch könnte sich die Struktur des Standortes stärker diversifizieren.
Gerade für eine Region, die jahrzehntelang mit Abwanderung und geringer industrieller Dichte kämpfen musste, ist das strategisch bedeutsam.
Pasewalk könnte von Wind- und Solarstrom profitieren
Nordostdeutschland erzeugt große Mengen erneuerbarer Energie.
Wasserstoff kann dabei helfen, Strom zu nutzen, der nicht unmittelbar verbraucht werden kann.
Elektrolyseure spalten Wasser mithilfe elektrischer Energie in Wasserstoff und Sauerstoff.
Wird dafür erneuerbarer Strom eingesetzt, entsteht sogenannter grüner Wasserstoff.
Großprojekt bleibt dennoch langfristiges Vorhaben
Das Werk steht nicht unmittelbar vor der Eröffnung.
ENERTRAG hatte angekündigt, Genehmigungsunterlagen 2026 einzureichen; der Baustart ist erst für 2027 vorgesehen.
Damit bleibt das Projekt von Genehmigungen, Infrastruktur und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig.
Für Pasewalk ist es dennoch eines der größten Vorhaben, die über die gegenwärtige Stadtentwicklung hinausreichen.
Quellen
ENERTRAG Industriepark Berlin-Szczecin