Ein Thema, das häufig hinter Wohnungstüren verborgen bleibt, wird im September mitten in einer öffentlichen Behörde sichtbar gemacht. Am 16. September eröffnet im Landratsamt Vorpommern-Greifswald am Standort Pasewalk die Ausstellung „Langer Atem“. Sie beschäftigt sich mit häuslicher Gewalt, sexualisierter Gewalt und Stalking.

Die Ausstellung entstand gemeinsam mit dem Regionalen Arbeitskreis gegen häusliche, sexualisierte Gewalt und Stalking.

Beteiligt war unter anderem die Beratungsstelle des Kreisdiakonischen Werkes Greifswald.

Bilder erzählen von Angst und Hoffnung

Künstlerische Arbeiten und Texte sollen Erfahrungen sichtbar machen, über die Betroffene aus Angst oder Scham häufig nicht sprechen.

Dabei geht es nicht ausschließlich um Gewalt selbst.

Die Ausstellung thematisiert auch Widerstandskraft, Unterstützung und den oft schwierigen Weg aus gewalttätigen Beziehungen.

Hilfsangebote gehören bewusst dazu

Begleitend wurde eine Broschüre mit Informationen über Unterstützungsangebote entwickelt.

Das ist entscheidend.

Eine Ausstellung über Gewalt wäre wenig hilfreich, wenn Betroffene anschließend nicht erfahren, an wen sie sich wenden können.

Landratsamt wird ungewöhnlicher Ausstellungsort

Die Schau wird im Gebäude des Landkreises in Pasewalk gezeigt.

Damit erreicht sie möglicherweise auch Menschen, die nicht gezielt eine Galerie oder soziale Beratungsstelle besuchen würden.

Der öffentliche Ort kann helfen, das Thema aus einer gesellschaftlichen Nische herauszuholen.

Häusliche Gewalt ist kein privates Problem

Gewalt innerhalb einer Partnerschaft oder Familie wird oft als Angelegenheit des persönlichen Umfeldes behandelt.

Tatsächlich handelt es sich um ein Thema für Polizei, Justiz, Jugendhilfe, medizinische Versorgung und soziale Beratung.

Die Ausstellung macht genau diese gesellschaftliche Dimension sichtbar.

Quellen

Landkreis Vorpommern-Greifswald Landesarbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten MV Regionaler Arbeitskreis gegen häusliche und sexualisierte Gewalt