Ein Leben für die Musik – und für Halberstadt

Hans Auenmüller hat das musikalische Leben Halberstadts über Jahrzehnte geprägt. Der langjährige Musikdirektor des damaligen Volkstheaters wäre 2026 hundert Jahre alt geworden. Zu seinen Ehren veranstalten Harztheater, Städtisches Museum, Kammermusikverein, Theaterförderverein und Stadtarchiv im Herbst eine ganze Reihe von Jubiläumsveranstaltungen.

Ein Höhepunkt ist die Ausstellung „Hans Auenmüller – Ein Leben für die Musik“, die am Freitag, 2. Oktober, um 18.15 Uhr im Foyer des Großen Hauses in Halberstadt eröffnet wird.

Acht Tafeln erzählen von einem außergewöhnlichen Musikerleben

Auf insgesamt acht großen Ausstellungstafeln werden Fotografien, Anekdoten und Erinnerungen zusammengeführt.

Die Schau soll Einblicke in das Leben des aus Dresden stammenden Komponisten und Kapellmeisters geben. Gestaltet wurde sie von der langjährigen Harztheater-Mitarbeiterin und Auenmüller-Spezialistin Silke Nuss gemeinsam mit der Agentur Ideengut, dem Städtischen Museum und dem Stadtarchiv.

Besonders interessant: Zahlreiche Bilder und Originaldokumente aus dem Nachlass werden erstmals öffentlich gezeigt.

Von Wagner bis Beethoven

Auenmüllers Wirken ist eng mit bedeutenden musikalischen Ereignissen in Halberstadt verbunden.

Zu den frühen Höhepunkten seiner nahezu 40-jährigen Tätigkeit gehörte 1958 die Aufführung von Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ vor dem Halberstädter Dom. Später widmete er sich in den Sinfoniekonzerten immer wieder Komponisten wie Schostakowitsch, Bruckner und Beethoven.

Eine besondere Rolle spielte Beethovens 9. Sinfonie.

1953 sprang der junge Musiker kurzfristig für den erkrankten Musikdirektor Hoeglauer ein und dirigierte das Werk. Fast vier Jahrzehnte später führte ihn Beethovens Neunte erneut ans Pult: Am 3. Oktober 1990, zum Tag der Deutschen Einheit, dirigierte er sie ein letztes Mal.

Auch als Komponist hinterließ Auenmüller Spuren. Seine Werke werden bis heute aufgeführt.

Opernchor und Kinderchor gestalten Eröffnung

Die Ausstellungseröffnung selbst wird musikalisch begleitet.

Mit dabei sind die Damen des Opernchores und der Kinderchor des Harztheaters unter der Leitung von Julija Domaševa, außerdem Sopranistin Jessey-Joy Spronk und Heejin Kim am Klavier.

Als Ehrengast wird Auenmüllers Sohn, der Opernsänger Michael Auenmüller, erwartet.

Zur Eröffnung erklingen auch Lieder aus der Feder Hans Auenmüllers.

Ausstellung bis Ende November

Die Schau bleibt nicht auf den Eröffnungsabend beschränkt.

Bis zum 29. November 2026 kann sie bei allen Vorstellungen im Großen Haus Halberstadt besucht werden.

Direkt im Anschluss an die Ausstellungseröffnung beginnt um 19.30 Uhr mit dem ersten Sinfoniekonzert „Brahms | Schumann“ die Konzertsaison der Harzer Sinfoniker.

Kammerkonzert erinnert an Auenmüllers Werk

Das Jubiläumsprogramm wird im November fortgesetzt.

Am 1. November um 18 Uhr findet im Rathaussaal ein Kammerkonzert statt. Aufgeführt wird unter anderem Auenmüllers 1982 entstandener Liederzyklus „Gebete aus der Arche“ nach Gedichten von Carmen Bernos de Gasztold.

Das Werk wurde 2003 in seiner Geburtsstadt Dresden uraufgeführt und erklang 2016 sogar in der Semperoper. In Halberstadt wird es im Rahmen dieses Konzertes erstmals aufgeführt.

Bratschenkonzert im November

Auch das zweite Sinfoniekonzert des Harztheaters am 13. und 14. November nimmt Auenmüllers Musik wieder auf.

Auf dem Programm steht sein Konzert für Viola und Orchester. Die Harzer Sinfoniker spielen unter Leitung von GMD Johannes Rieger, Solistin ist Christina Biwank von der Dresdner Philharmonie.

Rieger hatte dieses Werk bereits vor 25 Jahren anlässlich von Auenmüllers 75. Geburtstag dirigiert.

Nachlass wird für die Öffentlichkeit erschlossen

Die Jubiläumsveranstaltungen haben noch eine weitere Grundlage.

Im Januar 2026 wurde der gesamte Nachlass Hans Auenmüllers im Beisein von Oberbürgermeister Daniel Szarata feierlich an die Stadt Halberstadt übergeben. Das umfangreiche Material wird seither aufgearbeitet und soll dauerhaft für die Nachwelt zugänglich gemacht werden.

Im Städtischen Museum werden zusätzlich bislang noch nie gezeigte Dokumente, Fotografien und Objekte aus seinem Leben präsentiert.

Diese Ausstellung ist vom 24. September 2026 bis 31. Januar 2027 kostenfrei während der Museumsöffnungszeiten zu sehen.

Musiker, der Halberstadt über Jahrzehnte prägte

Hans Auenmüller war für Halberstadt weit mehr als ein Dirigent.

Seine Arbeit verband Theater, Konzert, Komposition und die kulturelle Entwicklung einer ganzen Stadt. Dass selbst der Theatervorplatz heute seinen Namen trägt, zeigt, welchen Stellenwert sein Wirken bis heute besitzt.

Mit Ausstellung, Konzerten und der Aufarbeitung seines Nachlasses wird dieses musikalische Erbe nun erneut sichtbar gemacht.