Reise-Influencerin Emma Marie Laurent (24) ertrinkt in versinkendem Auto
Die französische Reise-Influencerin Emma Marie Laurent ist im Alter von nur 24 Jahren bei einem tragischen Unfall in Nicaragua ums Leben gekommen. Ein Geländewagen wurde von einer plötzlich anschwellenden Flut mitgerissen. Drei junge Frauen ertranken im Fahrzeug. Ihre Freundin überlebte und berichtet nun von den dramatischen Minuten.
El Viejo/Nicaragua. Die französische Reise-Influencerin Emma Marie Laurent ist im Alter von 24 Jahren bei einem schweren Unglück in Nicaragua ums Leben gekommen. Der Geländewagen, in dem sie mit mehreren Begleitern unterwegs war, wurde in der Nacht zum 9. Oktober 2026 von einer starken Strömung erfasst und in einen Fluss gerissen, wobei insgesamt drei junge Frauen ertranken.
Ihre Freundin und Reisebegleiterin Marine Despouys überlebte das Unglück. Ende Oktober schilderte sie erstmals ausführlich, was sich in jener Nacht ereignet hatte.
Plötzlich stand das Wasser bis zu den Autofenstern
Die Reisegruppe hatte den Abend bei einem Tanzkurs verbracht und befand sich auf dem Rückweg zu ihrer Unterkunft an der Pazifikküste Nicaraguas.
Es regnete heftig, als der Geländewagen gegen Mitternacht eine überflutete Stelle erreichte. Nach Angaben der Überlebenden war die Strecke zuvor regelmäßig ohne Schwierigkeiten befahren worden.
Der Fahrer hielt zunächst an und prüfte die Wassertiefe. Anschließend entschied er sich, die Fahrt fortzusetzen.
Doch unmittelbar danach wurde der Wagen von einer plötzlich anschwellenden Wassermasse getroffen.
Innerhalb weniger Augenblicke erreichte das Wasser die Höhe der Autofenster. Die Strömung erfasste das Fahrzeug und riss es mit sich.
Vier Frauen waren auf der Rückbank eingeschlossen
Während sich der Fahrer und ein weiterer Insasse auf den Vordersitzen durch geöffnete Fenster retten konnten, saßen vier junge Frauen im hinteren Teil des Fahrzeugs fest.
Zu ihnen gehörten Emma Marie Laurent und ihre Freundin Marine Despouys.
Nach deren Schilderung ließen sich weder die Türen noch die hinteren Fenster öffnen. Der Wagen wurde immer tiefer ins Wasser gezogen.
Während das Fahrzeug sank, soll Emma Marie Laurent versucht haben, die anderen Frauen zu beruhigen. Sie habe ihre Begleiterinnen aufgefordert, möglichst viel Luft zu holen.
Schließlich verschwand das Fahrzeug vollständig unter Wasser.
Marine Despouys gelang es nach eigenen Angaben, sich durch eine bereits geöffnete Scheibe im vorderen Fahrzeugbereich zu befreien. Auch außerhalb des Wagens musste sie gegen die starke Strömung ankämpfen, bevor sie sich in Sicherheit bringen konnte.
Drei junge Frauen überleben das Unglück nicht
Für die drei anderen Frauen kam jede Hilfe zu spät.
Neben der 24-jährigen Emma Marie Laurent starben die 20-jährige Schweizerin Noë Lina Luscher und die 19-jährige Nicaraguanerin Karen Nahomi López Montano.
Der Unfall ereignete sich am Río Nahualapa im nordwestlichen Departamento Chinandega.
Anwohner entdeckten den mitgerissenen Geländewagen später etwa 300 Meter von der ursprünglichen Unfallstelle entfernt.
Das Fahrzeug lag auf der Seite und war nahezu vollständig im Wasser versunken.
Die zuständigen Behörden bestätigten die drei Todesfälle. Die genauen Umstände der Flussüberquerung waren anschließend Gegenstand weiterer Untersuchungen.
Zwei Jahre gemeinsam um die Welt gereist
Emma Marie Laurent hatte sich in den sozialen Netzwerken eine internationale Fangemeinde aufgebaut.
Rund 43.000 Menschen folgten ihr auf Instagram, wo sie unter dem Nutzernamen „emmaalr“ Eindrücke ihrer Reisen und ihres Lebens unterwegs veröffentlichte.
Die junge Französin begeisterte sich insbesondere für Natur, fremde Länder und das Reisen mit dem Wohnmobil. Immer wieder teilte sie Aufnahmen von Landschaften, Stränden und Begegnungen während ihrer Aufenthalte in unterschiedlichen Ländern.
Mit Marine Despouys war sie nach deren Angaben rund zwei Jahre lang gemeinsam auf Reisen gewesen.
Zuletzt hielten sich die beiden Frauen in Nicaragua auf, wo sie unter anderem Zeit in einem Surfcamp verbrachten.
Ihr letzter bekannter Instagram-Beitrag vom 2. Oktober zeigte Eindrücke aus Portugal.
Nur eine Woche später kam sie bei dem Unglück in Mittelamerika ums Leben.
Freundin nimmt emotional Abschied
Für Marine Despouys war der Verlust besonders schwer. Sie hatte mit Emma Marie Laurent über einen langen Zeitraum zahlreiche Reiseerlebnisse geteilt.
In ihrem öffentlichen Abschied beschrieb sie die Verstorbene als einen Menschen, der für sie wie eine Schwester gewesen sei.
Auch zahlreiche Follower reagierten mit Trauer und hinterließen Beileidsbekundungen unter den veröffentlichten Beiträgen.
Die Nachricht von ihrem Tod verbreitete sich international und löste große Anteilnahme aus.
Behörden warnen vor gefährlichen Flussüberquerungen
Das Unglück verdeutlicht die Gefahren plötzlich anschwellender Flüsse während der Regenzeit in Mittelamerika.
Besonders in Regionen mit starken tropischen Niederschlägen können Flüsse innerhalb kurzer Zeit erheblich anschwellen. Selbst zuvor problemlos befahrbare Übergänge können dadurch lebensgefährlich werden.
Die nicaraguanische Co-Präsidentin Rosario Murillo sprach nach dem Unfall den Angehörigen ihr Mitgefühl aus und rief zu besonderer Vorsicht bei Flussüberquerungen auf.
Wie es zu der Entscheidung kam, den überfluteten Bereich mit dem Geländewagen zu durchqueren, ist nicht abschließend geklärt.
Für die Angehörigen und Freunde von Emma Marie Laurent, Noë Lina Luscher und Karen Nahomi López Montano bleibt der Verlust der drei jungen Frauen.