Verdacht auf besonders schwere Brandstiftung – Spezialkräfte des Landeskriminalamts im Einsatz

Groß Polzin: Scheune mit Ferienwohnungen niedergebrannt – 69-Jähriger festgenommen

Ein Großbrand in der Gemeinde Groß Polzin im Landkreis Vorpommern-Greifswald hat einen Schaden von rund 500.000 Euro verursacht. Eine 75-jährige Bewohnerin wurde von der Feuerwehr gerettet. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der besonders schweren Brandstiftung und nahm einen 69-jährigen Mann fest. Bei der Festnahme kamen Spezialkräfte zum Einsatz.

Von Anna-Lena Richter 3 Min. Lesezeit

Teilen
Nach dem Brand einer großen Scheune mit zwei Ferienwohnungen in Groß Polzin ermittelt die Kriminalpolizei wegen des Verdachts der besonders schweren Brandstiftung. Der Sachschaden beträgt nach ersten Schätzungen rund 500.000 Euro.
Nach dem Brand einer großen Scheune mit zwei Ferienwohnungen in Groß Polzin ermittelt die Kriminalpolizei wegen des Verdachts der besonders schweren Brandstiftung. Der Sachschaden beträgt nach ersten Schätzungen rund 500.000 Euro. Foto: AdobeStock

Groß Polzin. Nach einem verheerenden Brand einer rund 800 Quadratmeter großen Scheune im Landkreis Vorpommern-Greifswald hat die Polizei einen 69-jährigen Mann festgenommen. Der Deutsche steht im Verdacht, das Gebäude, in dem sich auch zwei Ferienwohnungen befanden, vorsätzlich in Brand gesetzt zu haben, während eine 75-jährige Bewohnerin von Feuerwehrleuten aus dem brennenden Haus gerettet werden musste.

Der entstandene Sachschaden wird auf etwa 500.000 Euro geschätzt. Wegen einer möglichen Bewaffnung des Tatverdächtigen waren bei der Festnahme auch Spezialkräfte des Landeskriminalamts Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz.

Scheune stand beim Eintreffen der Feuerwehr vollständig in Flammen

Der Brand wurde am Donnerstag, 5. November 2026, gegen 19.30 Uhr bei der integrierten Leitstelle des Landkreises Vorpommern-Greifswald gemeldet.

Als die alarmierten Einsatzkräfte am Brandort eintrafen, stand das Gebäude bereits vollständig in Flammen.

Betroffen war eine etwa 800 Quadratmeter große Scheune, die neben anderen Räumlichkeiten auch zwei Ferienwohnungen beherbergte.

Eine dieser Wohnungen war zum Zeitpunkt des Brandes bewohnt.

Für die Feuerwehr bestand deshalb zunächst die dringende Aufgabe, die im Gebäude befindliche Person in Sicherheit zu bringen.

Die 75-jährige Bewohnerin konnte gerettet werden.

Anschließend konzentrierten sich die Einsatzkräfte darauf, das Feuer zu bekämpfen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Rund eine halbe Million Euro Sachschaden

Der Großbrand verursachte nach ersten Schätzungen einen Sachschaden von etwa 500.000 Euro.

Das Gebäude war beim Eintreffen der Feuerwehr bereits vollständig vom Feuer erfasst worden.

Die Löscharbeiten gestalteten sich aufgrund des Ausmaßes des Brandes entsprechend aufwendig.

Neben den unmittelbaren Schäden am Bauwerk müssen im weiteren Verlauf möglicherweise auch die Folgen für die Ferienwohnungen und die weitere Nutzung des Grundstücks bewertet werden.

Ob das Gebäude wieder aufgebaut werden kann, ist bislang nicht bekannt.

Die genaue Schadenshöhe kann sich im Zuge weiterer Untersuchungen noch verändern.

Polizei ermittelt wegen besonders schwerer Brandstiftung

Bereits während der ersten Ermittlungen ergaben sich Hinweise auf eine mögliche vorsätzliche Brandlegung.

Im Mittelpunkt steht ein 69-jähriger deutscher Staatsangehöriger.

Gegen ihn besteht nach Angaben der Polizei der Verdacht der besonders schweren Brandstiftung.

Der genaue Ablauf des Feuers ist Gegenstand kriminalpolizeilicher Ermittlungen.

Dabei muss unter anderem geklärt werden, wie der Brand entstanden ist und ob der Beschuldigte tatsächlich für das Feuer verantwortlich gemacht werden kann.

Ob es zwischen dem Verdächtigen und der geretteten Bewohnerin eine persönliche Verbindung gibt, ist noch nicht abschließend geklärt.

Ebenso liegen bislang keine gesicherten Angaben zu einem möglichen Tatmotiv vor.

Spezialkräfte des Landeskriminalamts nehmen Verdächtigen fest

Für die Festnahme des Mannes zog die Polizei Spezialkräfte des Landeskriminalamts Mecklenburg-Vorpommern hinzu.

Grund dafür war die Möglichkeit, dass der 69-Jährige Zugang zu Schusswaffen haben könnte.

Da die Ermittler eine entsprechende Gefährdung nicht ausschließen konnten, erfolgte die Festnahme unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen.

Die Spezialkräfte nahmen den Verdächtigen vorläufig fest.

Ob bei ihm tatsächlich Waffen gefunden wurden, war zunächst nicht bekannt.

Auch zu einem möglichen Widerstand während des Einsatzes machte die Polizei keine entsprechenden Angaben.

Haftbefehl wird geprüft

Nach seiner Festnahme befand sich der 69-Jährige zunächst in Polizeigewahrsam.

Die zuständigen Behörden prüften am Freitag, ob die Voraussetzungen für einen Antrag auf Erlass eines Haftbefehls vorliegen.

Eine abschließende Entscheidung darüber war zum Zeitpunkt der Polizeimitteilung noch nicht bekannt.

Für den weiteren Verlauf des Verfahrens ist insbesondere entscheidend, welche Beweise die Ermittler zur Entstehung des Feuers sichern können.

Die Kriminalpolizei untersucht deshalb sowohl den Brandort als auch die bisherigen Erkenntnisse über den möglichen Tatablauf.

Ermittlungen zur Brandursache dauern an

Mit einem geschätzten Schaden von einer halben Million Euro zählt der Brand zu den schwerwiegenden Schadensereignissen in der Region.

Dass sich während des Feuers eine ältere Frau in einer der Wohnungen befand, verleiht den Ermittlungen zusätzliche Bedeutung.

Die Feuerwehr konnte die 75-Jährige aus dem Gebäude retten.

Ob und welche weiteren Personen durch das Feuer konkret gefährdet wurden, müssen die Ermittlungen klären.

Die Polizei hat bislang keine abschließenden Angaben zur Brandursache oder zum möglichen Motiv veröffentlicht.

Für den festgenommenen 69-Jährigen gilt die Unschuldsvermutung.

Themen: FeuerwehrVorpommern-GreifswaldBrandstiftungLandeskriminalamtKriminalpolizeiFerienwohnungenGroß PolzinScheunenbrandSpezialeinsatzkräfte

Teilen

Lesen Sie als Nächstes

Große Suchaktion in Marzahn – Polizei befürchtet, dass das Mädchen Opfer einer Straftat wurde Berlin: 13-jährige Lisa auf Schulweg verschwunden – Mordkommission ermittelt Seit Dienstag fehlt von der 13-jährigen Lisa Tạ aus Berlin-Marzahn jede Spur. Die Schülerin verließ morgens ihr Zuhause, kam jedoch nie in der Schule an. Inzwischen hat die 5. Mordkommission die Ermittlungen übernommen. Polizei und Staatsanwaltschaft schließen ein Verbrechen nicht aus. Mit Spürhunden und einem Hubschrauber wurde am Freitag nach dem Mädchen gesucht.

Ihre Meinung

Schreiben Sie uns einen Leserbrief an leserbriefe@ostdeutsche-zeitung.de. Bitte mit vollständigem Namen und Anschrift; veröffentlicht werden nur Name und Wohnort.

Meistgelesen

Panorama

Alle Beiträge