In Berlin und Brandenburg setzt sich der Geburtenrückgang fort. In beiden Ländern kamen 2025 weniger Kinder zur Welt als im Vorjahr. Gleichzeitig starben mehr Menschen, als geboren wurden.

Besonders niedrig fiel die zusammengefasste Geburtenziffer in Berlin aus. Sie sank von 1,20 auf durchschnittlich 1,18 Kinder je Frau und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 2003. In Brandenburg ging der Wert von 1,33 auf 1,30 Kinder je Frau zurück.

Berlin verzeichnet 33.230 Geburten

In Berlin wurden im Jahr 2025 insgesamt 33.230 Kinder geboren. Dem standen 37.575 Sterbefälle gegenüber.

Damit starben in der Hauptstadt 4.345 Menschen mehr, als geboren wurden. Es war bereits das vierte Jahr in Folge mit einem sogenannten Sterbeüberschuss.

Die Geburtenzahlen sanken ebenfalls das vierte Jahr hintereinander. Die Geburtenziffer von 1,18 lag zudem deutlich unter dem bundesweiten Wert von 1,31 Kindern je Frau.

Besonders niedriger Wert bei deutschen Frauen

Bei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit lag die zusammengefasste Geburtenziffer in Berlin 2025 bei lediglich 1,01 Kindern je Frau.

Das war nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg der niedrigste Wert seit den Jahren unmittelbar nach der Wiedervereinigung. Bei ausländischen Frauen sank die Geburtenziffer ebenfalls, lag mit 1,56 Kindern je Frau aber weiterhin deutlich höher.

Die Zahlen beschreiben einen statistischen Durchschnitt. Sie sagen nicht aus, wie viele Kinder eine einzelne Frau tatsächlich bekommt, sondern bilden das Geburtenverhalten eines Berichtsjahres ab.

Nur drei Berliner Bezirke mit Geburtenüberschuss

In den meisten Berliner Bezirken starben 2025 mehr Menschen, als Kinder geboren wurden.

Lediglich Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Pankow verzeichneten einen Geburtenüberschuss. Friedrichshain-Kreuzberg erreichte ein Plus von 888 Personen, Mitte von 883 und Pankow von 45.

Besonders groß war das Defizit in Steglitz-Zehlendorf. Dort wurden 1.993 Kinder geboren, während 3.865 Menschen starben. Der Sterbeüberschuss betrug damit 1.872 Personen.

Brandenburg fällt auf Nachwendeniveau zurück

Noch deutlicher zeigt sich die demografische Entwicklung in Brandenburg.

2025 kamen dort 14.495 Kinder zur Welt. Das waren 659 beziehungsweise 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Ähnlich niedrige Geburtenzahlen wurden zuletzt Mitte der 1990er Jahre registriert.

Gleichzeitig starben 35.743 Menschen. Damit gab es weniger als halb so viele Geburten wie Sterbefälle.

Der daraus resultierende Sterbeüberschuss von 21.248 Personen war der höchste seit der Wiedervereinigung und zugleich der stärkste natürliche Bevölkerungsrückgang seit Bestehen des Landes Brandenburg.

Potsdam schneidet vergleichsweise günstig ab

Innerhalb Brandenburgs bestehen große regionale Unterschiede.

Potsdam verzeichnete mit 7,3 Geburten je 1.000 Einwohner die höchste Geburtenrate und zugleich mit 9,7 Sterbefällen je 1.000 Einwohner die niedrigste Sterberate des Landes. Der Sterbeüberschuss fiel dort mit 457 Personen vergleichsweise niedrig aus.

Ein wesentlicher Grund ist die jüngere Bevölkerungsstruktur der Landeshauptstadt.

Große Verluste in ländlichen Regionen

Besonders stark fällt der natürliche Bevölkerungsrückgang in mehreren ländlichen Landkreisen aus.

Im Landkreis Spree-Neiße betrug das Defizit 12,5 Personen je 1.000 Einwohner. In Elbe-Elster waren es 12,4 Personen je 1.000 Einwohner.

Die größten absoluten Sterbeüberschüsse verzeichneten Oder-Spree mit 1.810 und Märkisch-Oderland mit 1.655 Personen.

Diese Zahlen zeigen, dass die demografische Entwicklung nicht allein von der individuellen Kinderzahl abhängt. Entscheidend ist auch, wie alt die Bevölkerung in einer Region bereits ist.

Höhere Geburtenziffer verhindert Schrumpfung nicht

Elbe-Elster erreichte mit 1,56 Kindern je Frau sogar die höchste Geburtenziffer Brandenburgs.

Trotzdem wurden dort nur 528 Kinder geboren. Gleichzeitig starben 1.734 Menschen. Der Grund liegt in der vergleichsweise alten Bevölkerungsstruktur und der hohen Zahl an Sterbefällen.

Das Beispiel verdeutlicht: Selbst eine überdurchschnittliche Geburtenziffer kann den Bevölkerungsrückgang nicht kurzfristig ausgleichen, wenn bereits deutlich mehr ältere als junge Menschen in einer Region leben.

Folgen für Kitas, Schulen und Pflege

Sinkende Geburtenzahlen wirken sich langfristig auf nahezu alle Bereiche des öffentlichen Lebens aus.

In Regionen mit weniger Kindern können Betreuungsplätze, Grundschulen oder Kinderarztangebote schwieriger auszulasten sein. Gleichzeitig steigt durch die alternde Bevölkerung der Bedarf an Pflege, medizinischer Versorgung und barrierefreiem Wohnraum.

Kommunen müssen deshalb parallel mit zwei Entwicklungen umgehen: weniger Kinder und mehr ältere Menschen.

Arbeitsmarkt gerät zusätzlich unter Druck

Auch Unternehmen spüren die Folgen.

Wenn weniger junge Menschen nachrücken, verschärft sich der Fachkräfte- und Nachwuchsmangel. Besonders betroffen sind Regionen, in denen zusätzlich viele junge Erwachsene für Ausbildung oder Studium wegziehen.

Der Geburtenrückgang ist damit nicht nur ein familienpolitisches Thema, sondern auch eine zentrale wirtschaftliche Herausforderung.

Familienpolitik allein reicht nicht aus

Eine steigende Geburtenrate lässt sich nicht durch eine einzelne Maßnahme erreichen.

Für Familien spielen mehrere Bedingungen zusammen:

  • bezahlbarer Wohnraum,
  • verlässliche Kinderbetreuung,
  • sichere Arbeitsplätze,
  • planbare Einkommen,
  • gute Schulen,
  • medizinische Versorgung,
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Gerade in ländlichen Regionen kommen erreichbare Verkehrsangebote und kurze Wege zu Schulen, Ärzten und Freizeiteinrichtungen hinzu.

Die Zahlen im Überblick

Berlin

Geburten 2025:
33.230

Sterbefälle:
37.575

Sterbeüberschuss:
4.345 Personen

Geburtenziffer:
1,18 Kinder je Frau

Wert 2024:
1,20 Kinder je Frau

Brandenburg

Geburten 2025:
14.495

Sterbefälle:
35.743

Sterbeüberschuss:
21.248 Personen

Geburtenziffer:
1,30 Kinder je Frau

Wert 2024:
1,33 Kinder je Frau

Quellen:
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Angaben zu Geburten, Sterbefällen und Eheschließungen 2025 in Berlin und Brandenburg.