Potsdam, 5. September 2026. Autofahrer in Brandenburg müssen erheblich mehr für Kraftstoff bezahlen. Diesel verteuerte sich im August binnen eines Jahres um 39,3 Prozent, während die allgemeine Inflationsrate im Land bei 3,1 Prozent lag.

Dieselpreise steigen um 39,3 Prozent

Kraftstoffe waren im August 2026 der wichtigste Preistreiber in Brandenburg. Nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg lagen ihre Preise insgesamt 30,1 Prozent über dem Stand des Vorjahresmonats.

Besonders deutlich fiel der Anstieg bei Diesel aus. Hier registrierten die Statistiker ein Plus von 39,3 Prozent. Superbenzin verteuerte sich um 27,6 Prozent. Im benachbarten Berlin stiegen die Dieselpreise um 33,1 Prozent und die Preise für Superbenzin um 29,1 Prozent.

Damit verteuerte sich die Mobilität wesentlich stärker als die meisten anderen Bereiche des täglichen Lebens. Die Preise für Nahrungsmittel gingen in Brandenburg gegenüber August 2025 sogar leicht um 0,1 Prozent zurück. Strom und Gas waren ebenfalls günstiger als ein Jahr zuvor.

In Polen ist Diesel 56 Cent günstiger

Besonders auffällig ist der Preisunterschied zum Nachbarland Polen. Nach dem aktuellen europäischen Vergleich des Statistischen Bundesamtes kostete Diesel in Deutschland am 31. August durchschnittlich 2,23 Euro je Liter. In Polen waren es 1,67 Euro.

Der Unterschied betrug damit 56 Cent je Liter. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern ergibt sich rechnerisch eine Differenz von 28 Euro. Beim Benzin war der Abstand noch größer: Ein Liter Super E5 kostete in Deutschland durchschnittlich 2,24 Euro, in Polen wurden 1,52 Euro verlangt.

Für Autofahrer in den grenznahen Landkreisen Brandenburgs entsteht dadurch ein erheblicher Anreiz, zum Tanken über die Grenze zu fahren. Ob sich die zusätzliche Strecke lohnt, hängt jedoch vom Wohnort, vom Verbrauch und von den Preisen der jeweiligen Tankstelle ab.

Hohe Belastung für Pendler und Betriebe

Die Preisentwicklung trifft besonders Menschen, die täglich längere Strecken zur Arbeit zurücklegen. In ländlichen Gebieten lassen sich viele Arbeitsplätze, Schulen, Arztpraxen und Einkaufsmöglichkeiten nur eingeschränkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen.

Auch Handwerksbetriebe, Pflegedienste, Lieferunternehmen und andere Firmen mit hohen Fahrleistungen spüren den Anstieg unmittelbar. Steigende Kraftstoffausgaben können dort zu höheren Betriebskosten führen, die teilweise an Kunden weitergegeben werden.

Die amtlichen Zahlen zeigen zugleich, dass die allgemeine Inflationsrate das tatsächliche Belastungsgefühl einzelner Haushalte nur bedingt abbildet. Wer häufig tanken muss oder Heizöl benötigt, erlebt derzeit eine wesentlich stärkere Verteuerung als die ausgewiesenen 3,1 Prozent.

Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg; Statistisches Bundesamt