Die Polizei Brandenburg prüft ein Bekennerschreiben zum Anschlag auf das Umspannwerk in Turnow-Preilack. Seine Echtheit ist bislang ungeklärt, weshalb daraus noch keine Rückschlüsse auf Täter oder Motiv gezogen werden können.
Polizei prüft Bekennerschreiben
Die Polizei wurde am Donnerstag über das Schreiben informiert. Es soll einen Zusammenhang mit dem Angriff auf die Stromversorgung im Landkreis Spree-Neiße herstellen.
Kriminaltechniker und Staatsschutz prüfen nun Herkunft, Inhalt und mögliche Verbindungen zu den gefundenen Tatmitteln. Die Authentizität kann derzeit weder bestätigt noch ausgeschlossen werden.
Aus ermittlungstaktischen Gründen veröffentlicht die Polizei keine weiteren Angaben zum Wortlaut oder zum möglichen Absender. Unklar bleibt auch, auf welchem Weg das Schreiben verbreitet wurde.
Terrorverdacht nach Angriff auf Umspannwerk
Die Ermittlungen umfassen unter anderem den Verdacht der Störung öffentlicher Betriebe, des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und der Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel. Geprüft wird außerdem der Verdacht der Bildung einer terroristischen Vereinigung.
Diese Ermittlungsansätze bedeuten noch keinen Nachweis einer terroristischen Organisation. Eine politische oder ausländische Steuerung des Anschlags ist ebenfalls nicht belegt.
Sprengvorrichtungen sollten Stromnetz treffen
Auf dem Gelände des Umspannwerks fanden Einsatzkräfte mehrere unkonventionelle Brand- und Sprengvorrichtungen. Mindestens eine Vorrichtung detonierte und verursachte einen Kurzschluss an einer Hochspannungsleitung.
Das Umspannwerk verbindet das Kraftwerk Jänschwalde mit dem überregionalen Übertragungsnetz. Ein Kraftwerksblock fiel zeitweise aus, doch ein großflächiger Stromausfall blieb aus.
Täter und Motiv weiterhin unbekannt
Spezialisten sicherten an der Anlage und in der Umgebung umfangreiche Spuren. Die Ermittlungen richten sich bislang gegen unbekannte Täter.
Brandenburgs Innenminister Jan Redmann schloss nach dem Angriff weder ausländische Akteure noch inländische Extremisten als mögliche Urheber aus. Konkrete Belege für eine dieser Spuren wurden bislang nicht veröffentlicht.
Schutz kritischer Infrastruktur im Fokus
Der Anschlag rückt erneut die Sicherheit von Kraftwerken, Umspannwerken und Hochspannungsleitungen in den Mittelpunkt. Solche Anlagen sind für die Versorgung von Haushalten, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen unverzichtbar.
Die Behörden prüfen deshalb auch mögliche Zusammenhänge mit vergleichbaren Angriffen auf Energieanlagen. Das eingegangene Bekennerschreiben bildet nun einen weiteren Bestandteil der laufenden Ermittlungen.
Quelle: Polizeipräsidium Brandenburg, Ministerium des Innern und für Kommunales Brandenburg, 50Hertz Transmission GmbH, LEAG