Spezialkräfte der Polizei untersuchen mehrere Spreng- und Brandvorrichtungen an einer Stromleitung im Landkreis Spree-Neiße. Der Fundort liegt bei Turnow-Preilack in der Nähe des Kraftwerks Jänschwalde. Mindestens eine der Vorrichtungen soll explodiert und dabei technische Anlagen beschädigt haben.

Explosion an Stromleitung bestätigt

Die Polizei wurde am Dienstagmorgen gegen 8 Uhr über eine mögliche Beschädigung an einer Stromleitung informiert. Bei der anschließenden Überprüfung entdeckten die Einsatzkräfte sogenannte unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen.

Spezialisierte Entschärfer wurden zum Fundort gerufen. Nach Angaben der Polizei bestand für die Bevölkerung keine unmittelbare Gefahr. Der betroffene Bereich wurde für die Untersuchungen weiträumig gesichert.

Bei den entdeckten Gegenständen soll es sich nach übereinstimmenden Medienberichten um raketenähnliche Vorrichtungen mit Sprengstoff gehandelt haben. Mindestens eine Explosion wurde bestätigt. Genauere Angaben zum verwendeten Material und zur Funktionsweise der Vorrichtungen veröffentlichten die Ermittler zunächst nicht.

Mehrere Stromleitungen kurzzeitig unterbrochen

Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz bestätigte eine kurzzeitige Unterbrechung mehrerer Leitungen. Nach Angaben des Unternehmens konnten sämtliche betroffenen Verbindungen wieder in Betrieb genommen werden. Die allgemeine Stromversorgung war nicht beeinträchtigt.

Über das Umspannwerk bei Preilack wird Strom aus dem Kraftwerk Jänschwalde in das überregionale Übertragungsnetz eingespeist. Eine länger andauernde Störung an diesem Knotenpunkt könnte deshalb Auswirkungen über die unmittelbare Umgebung hinaus haben.

50Hertz rief die Bevölkerung im gesamten Netzgebiet zu erhöhter Aufmerksamkeit auf. Verdächtige Personen, Fahrzeuge oder ungewöhnliche Vorgänge in der Nähe von Stromleitungen und technischen Anlagen sollen der Polizei gemeldet werden.

Kraftwerksblock nach Vorfall ausgefallen

Das Energieunternehmen Leag geht nach eigenen Angaben von einem gezielten Anschlag aus. Im Kraftwerk Jänschwalde kam es am Morgen zu einem technischen Ausfall des Blocks B. Ob dieser Ausfall unmittelbar durch die Explosion oder die beschädigten Leitungen verursacht wurde, wird noch geprüft.

Leag arbeitet mit 50Hertz an der Beseitigung der Schäden und der Wiederinbetriebnahme des betroffenen Kraftwerksblocks. Zur Höhe des Sachschadens lagen zunächst keine Angaben vor. Einschränkungen für Stromkunden wurden nicht gemeldet.

Das Kraftwerk Jänschwalde gehört zu den bedeutenden Energieanlagen der Lausitz. Der Standort ist über das Umspannwerk Preilack mit dem Höchstspannungsnetz verbunden. Die Ermittlungen betreffen damit einen sensiblen Bestandteil der kritischen Infrastruktur.

Täter und Motiv noch unbekannt

Wer die Vorrichtungen angebracht hat, ist bislang ungeklärt. Auch zu einem möglichen politischen, wirtschaftlichen oder persönlichen Motiv machten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst keine Angaben. Ein Bekennerschreiben war zum Zeitpunkt der ersten Ermittlungen nicht bekannt.

Ebenso ist nicht bestätigt, dass die Täter einen großflächigen Stromausfall auslösen wollten. Die Art der Vorrichtungen und ihre Platzierung an mehreren Leitungen sprechen jedoch für eine gezielte Vorbereitung. Die Ermittler müssen nun klären, wann die Sprengsätze angebracht wurden und ob weitere Anlagen betroffen sind.

Die Polizei sichert Spuren am Tatort und wertet mögliche Aufzeichnungen aus der Umgebung aus. Von besonderer Bedeutung dürfte sein, ob Personen oder Fahrzeuge vor der Explosion im Bereich des Umspannwerks beobachtet wurden.

Schutz der Stromversorgung im Mittelpunkt

Der Vorfall lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf den Schutz von Kraftwerken, Umspannwerken und Stromleitungen. Solche Anlagen liegen häufig außerhalb geschlossener Ortschaften und erstrecken sich über große, nur schwer vollständig zu überwachende Flächen.

Für die Bevölkerung blieb der Anschlag nach dem bisherigen Ermittlungsstand ohne spürbare Folgen. Dass mehrere Leitungen schnell wieder zugeschaltet werden konnten, verhinderte eine länger andauernde Störung. Die vollständige Tragweite des Vorfalls lässt sich erst nach Abschluss der technischen und kriminalistischen Untersuchungen bewerten.

Quellen

Lausitzer Rundschau, „Offenbar Anschlag auf Kraftwerk verübt“, 1. September 2026

BILD, „Anschlag auf Kraftwerk in Brandenburg: Polizei bestätigt Explosion“, 1. September 2026

50Hertz, Angaben zur Leitungsunterbrechung bei Jänschwalde, 1. September 2026

Polizei Brandenburg, Angaben zum Fund unkonventioneller Spreng- und Brandvorrichtungen, 1. September 2026