Ein Sturm hat in der Mecklenburgischen Seenplatte eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Die Aufräumarbeiten könnten Wochen dauern, weil Hunderte Straßenbäume umgestürzt sind.

Krisenstab bilanziert Sturmschäden

Im Amt Seenlandschaft Waren trat am Montag ein Krisenstab zusammen. Die Beteiligten wollen das Ausmaß der Schäden erfassen und prüfen, ob weitere Straßenbäume durch den Sturm geschwächt wurden.

Grabowhöfes Bürgermeister Enrico Malow fordert eine Kontrolle aller betroffenen Bäume. Beschädigte Exemplare könnten auch nach dem Unwetter umstürzen und den Verkehr gefährden.

Die Gemeinden vergeben zunächst Aufträge an Fachfirmen. Sie sollen gefährliche Bäume fällen und die Gemeindestraßen möglichst schnell wieder freigeben. Anschließend müssen Einsatzkräfte und Unternehmen die am Straßenrand gelagerten Stämme und Äste abtransportieren.

B192 bleibt bis Mittwoch gesperrt

Die Bundesstraße 192 ist zwischen Roez und Penkow in beiden Richtungen gesperrt. Die Aufräumarbeiten dauern voraussichtlich bis Mittwochmittag, 2. September 2026.

Auch mehrere Gemeindestraßen können derzeit nicht genutzt werden. Dazu gehört die Verbindung zwischen Baumgarten und Grabowhöfe.

Verkehrsteilnehmer müssen zudem in den Bereichen Kisserow, Malchow, Göhren-Lebbin, Jabel, Nossentin, Silz und Peenetal mit Behinderungen rechnen. Dort stürzten zahlreiche Bäume auf oder neben die Fahrbahnen.

Feuerwehren räumen Hunderte Bäume

Die Freiwilligen Feuerwehren arbeiteten am Wochenende im Dauereinsatz. Sie entfernten umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste von den Straßen.

Nach ersten Einschätzungen könnten die vollständigen Aufräumarbeiten mehrere Wochen dauern. Besonders die Entsorgung der gefällten Bäume und die Kontrolle beschädigter Alleen erfordern zusätzliche Zeit.

Auch das Amt Malchow nimmt die Schäden auf. Bürgermeister René Putzar befürchtet, dass zahlreiche Alleebäume ihre Standfestigkeit verloren haben.

Verletzte waren zunächst nicht bekannt. Die genaue Höhe des entstandenen Sachschadens steht noch nicht fest.

Oberleitung stoppt Zug bei Grabowhöfe

Der Sturm beschädigte nahe Grabowhöfe außerdem eine Oberleitung. Ein Zug konnte seine Fahrt deshalb nicht fortsetzen.

Etwa 150 Reisende mussten auf einen Ersatzzug warten. Nach bisherigen Angaben wurde niemand verletzt.

Im Raum Teterow und bei Grabowhöfe prüfen Fachleute zudem, ob sich während des Sturms ein kleiner Tornado gebildet haben könnte. Eine abschließende Bestätigung lag zunächst nicht vor.

Friedwald auf Rügen teilweise gesperrt

Der Sturm verursachte auch auf Rügen erhebliche Schäden. Besonders betroffen sind die Gebiete um Gingst, Kluis und Gagern sowie das Waldgebiet an der Schaabe.

Einsatzkräfte beseitigten am Wochenende zahlreiche Bäume und Äste. Im Friedwald Rügen bei Pansevitz bleiben einzelne Bereiche vorsorglich gesperrt.

Die Sperrungen gelten, bis beschädigte Bäume kontrolliert und Gefahren beseitigt sind. Besucher sollten die Absperrungen beachten und betroffene Waldwege meiden.

Quelle: Norddeutscher Rundfunk, Amt Seenlandschaft Waren und örtliche Einsatzkräfte