Der Ausbau erneuerbarer Energien verlangt nicht nur neue Anlagen und leistungsfähige Stromnetze. Benötigt werden vor allem gut ausgebildete Menschen, die diese Infrastruktur planen, betreiben und weiterentwickeln. Die Hochschule Nordhausen und die TEAG Thüringer Energie AG wollen deshalb künftig enger zusammenarbeiten.

Kooperationsvertrag in Nordhausen unterzeichnet

Der Vertrag wurde am 29. Juli von Hochschulpräsident Prof. Dr. Jörg Wagner sowie Tanja Knaut und Domenika Heimann von der TEAG unterzeichnet. Die Initiative für die Partnerschaft ging nach Angaben der Hochschule vom Energieunternehmen aus.

Beide Seiten wollen ihre Kompetenzen bündeln, gemeinsame Projekte entwickeln und den Austausch zwischen Wissenschaft und Energiewirtschaft verstärken.

Studierende sollen früher Praxiserfahrung sammeln

Ein Schwerpunkt liegt auf den Angeboten „Studium Praxis“ und „Studium Praxis Plus“. Dabei werden Studierende bereits während ihres Studiums enger an Unternehmen angebunden und erhalten zusätzliche Einblicke in betriebliche Abläufe.

Für die TEAG eröffnet das die Möglichkeit, potenzielle Nachwuchskräfte früh kennenzulernen und gezielt auf spätere Aufgaben vorzubereiten. Die Hochschule kann ihre Lehre zugleich stärker an den tatsächlichen Anforderungen der Energiewirtschaft ausrichten.

Neue Angebote für Stromnetze geplant

Hochschule und Unternehmen wollen außerdem prüfen, welche neuen Studien- und Weiterbildungsangebote benötigt werden. Genannt werden insbesondere die 110-Kilovolt-Energieversorgung und die elektrische Netzinfrastruktur.

Solche Fachkenntnisse gewinnen mit dem Ausbau erneuerbarer Energien an Bedeutung. Wind- und Solaranlagen speisen Strom nicht immer gleichmäßig ein. Netze müssen deshalb flexibel gesteuert, erweitert und technisch abgesichert werden.

Internationale Fachkräfte im Blick

Zur Kooperation gehören auch gemeinsame Aktivitäten zur Gewinnung und Qualifizierung internationaler Fachkräfte. Damit wollen die Partner dem regionalen Fachkräftemangel langfristig entgegenwirken.

Entscheidend wird sein, ausländische Studierende und Beschäftigte nicht nur anzuwerben, sondern ihnen auch berufliche und persönliche Perspektiven in Thüringen zu bieten. Dazu gehören Sprachförderung, betriebliche Begleitung und gute Möglichkeiten, dauerhaft in der Region zu bleiben.

Wissen aus der Hochschule soll schneller in Unternehmen gelangen

Die Partnerschaft soll über Studium und Personalgewinnung hinausgehen. Geplant sind gemeinsame Forschungsprojekte und ein stärkerer Wissenstransfer.

Hochschulpräsident Jörg Wagner sieht in der Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen einen wichtigen Bestandteil der Hochschulentwicklung. Forschung und Lehre könnten dadurch stärker an gesellschaftlichen und technologischen Herausforderungen ausgerichtet werden.

TEAG-Personalmanagerin Domenika Heimann betont, dass die Verbindung von wissenschaftlicher Expertise und praktischer Erfahrung neue Impulse für die Region schaffen könne.

TEAG plant weiteres Wachstum

Die TEAG versorgt nach eigenen Angaben rund 500.000 Kunden mit Strom, Erdgas und Fernwärme. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren mehr als 500 neue Stellen besetzt und will im Zuge des Ausbaus erneuerbarer Energien weiter wachsen.

Damit steigt auch der Bedarf an Ingenieuren, Technikern und weiteren spezialisierten Beschäftigten. Die Kooperation mit der Hochschule Nordhausen soll helfen, diesen Bedarf stärker aus der Region heraus zu decken.

Rund 2.000 Studierende am Weinberghof

An der Hochschule Nordhausen studieren derzeit rund 2.000 Menschen aus zahlreichen Ländern. Das Angebot umfasst Ingenieurwissenschaften, Wirtschaft, Sozialwissenschaften und Nachhaltigkeit.

Mit der neuen Partnerschaft erhält die Hochschule einen weiteren Praxispartner aus einer Branche, die für den wirtschaftlichen Umbau Thüringens eine zentrale Rolle spielt.

Quellen

• Hochschule Nordhausen: „Hochschule Nordhausen und TEAG Thüringer Energie AG schließen Kooperationsvertrag“, 3. August 2026
• Hochschule Nordhausen und TEAG Thüringer Energie AG: Angaben zu Fachkräfteentwicklung, Studienangeboten und Wissenstransfer, 3. August 2026