Die Oberlausitz-Kliniken haben in Bautzen eine eigene Berufsfachschule für Gesundheitsberufe eröffnet. Im ersten Jahrgang beginnen 50 junge Menschen ihre dreijährige Pflegeausbildung, die theoretischen Unterricht und praktische Einsätze miteinander verbindet.

Neue Pflegeschule in Bautzen eröffnet

Die Oberlausitzer Berufsfachschule für Gesundheitsberufe, kurz OLBG, nahm am 1. September 2026 ihren Betrieb auf. Die neue Schule befindet sich in der Schafbergstraße 4 in Bautzen. Zum ersten Jahrgang gehören 40 Frauen und zehn Männer.

Die Auszubildenden erwerben in drei Jahren den Abschluss als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Die generalistische Ausbildung bereitet sie auf unterschiedliche Bereiche der Pflege vor. Dazu zählen die Versorgung von Kindern, die Arbeit im Krankenhaus sowie die ambulante und stationäre Altenpflege.

An der offiziellen Eröffnung nahmen Sachsens Kultusminister Conrad Clemens, der Bautzener Landrat Udo Witschas und die Zweite Beigeordnete des Landkreises, Romy Reinisch, teil. Clemens bezeichnete die neue Schule als Investition in die Zukunft der Oberlausitz und in junge Menschen, die in ihrer Heimat leben und arbeiten wollen.

50 Auszubildende beginnen Pflegeausbildung

Der erste Ausbildungsjahrgang ist mit 50 Teilnehmern vollständig besetzt. Die Oberlausitz-Kliniken wollen perspektivisch sämtliche Auszubildenden ihrer dreijährigen Pflegeausbildung an der eigenen Schule theoretisch qualifizieren. Für das kommende Jahr ist deshalb bereits eine Erweiterung der internen Ausbildungskapazitäten geplant.

Insgesamt begrüßt die Unternehmensgruppe zum Ausbildungsbeginn 82 neue Auszubildende und Studierende. Der größte Teil von ihnen startet in einem Pflegeberuf. Weitere Nachwuchskräfte beginnen Ausbildungen oder Studiengänge in anderen Bereichen des Unternehmens.

Die eigene Schule soll den Oberlausitz-Kliniken dabei helfen, dringend benötigte Pflegefachkräfte in der Region auszubilden und langfristig zu halten. Gleichzeitig erhalten junge Menschen eine berufliche Perspektive in der Oberlausitz.

Bislang fand der theoretische Unterricht für viele Pflegeauszubildende der Kliniken überwiegend in Dresden statt. Die langen Fahrtzeiten stellten besonders für minderjährige Teilnehmer eine Belastung dar. Mit dem neuen Standort in Bautzen verkürzen sich die Wege deutlich.

Oberlausitz-Kliniken investieren Eigenmittel

Die Gründung der Pflegeschule wurde innerhalb der Oberlausitz-Kliniken seit rund 15 Jahren vorbereitet. In dieser Zeit prüfte das Unternehmen verschiedene Standorte, Kooperationsmodelle, Fördermöglichkeiten und Ausbildungskonzepte.

Ein im Jahr 2024 eingereichter Antrag wurde im November 2025 erneut aktiviert. Im April 2026 erhielten die Oberlausitz-Kliniken schließlich die Genehmigung für den Schulbetrieb.

Das Gebäude in der Schafbergstraße wurde für die Anforderungen einer modernen Pflegeausbildung umfassend hergerichtet. Es verfügt über vier große Klassenzimmer sowie zusätzliche Räume für berufspraktische Übungen. Dort können die Auszubildenden mit Pflegebetten und weiterer medizinischer Ausstattung typische Situationen aus dem Berufsalltag trainieren.

Eine digitale Infrastruktur unterstützt den Unterricht. Außerdem steht den Auszubildenden und Beschäftigten eine Cafeteria mit Speisenversorgung zur Verfügung.

Die Oberlausitz-Kliniken investieren nach eigenen Angaben eine mittlere sechsstellige Summe in die Einrichtung und Ausstattung der Schule. Da keine Fördermittel zur Verfügung standen, finanziert das Unternehmen die Investition vollständig aus Eigenmitteln.

Pflegeausbildung verbindet Theorie und Praxis

Zum Start arbeiten sechs fachlich und pädagogisch qualifizierte Beschäftigte an der neuen Berufsfachschule. Sämtliche Stellen konnten mit Fachkräften aus der Region besetzt werden.

Die Leitung übernimmt Enrico Knobloch-Klose. Der Medizinpädagoge ist ausgebildeter Krankenpfleger, besitzt das Zweite Staatsexamen und verfügt über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung.

Ein Schwerpunkt der Ausbildung liegt auf der engen Verbindung von Unterricht und praktischer Arbeit. Die Oberlausitz-Kliniken greifen dafür auf ihre Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen sowie weitere ambulante und stationäre Angebote zurück.

Zu den praktischen Ausbildungsorten gehören die Krankenhausstandorte in Bautzen und Bischofswerda. Weitere Einsätze ermöglichen externe Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen in der Region.

Die Auszubildenden sollen theoretische Inhalte dadurch unmittelbar mit Erfahrungen aus dem Berufsalltag verbinden. Pflegebetten und realitätsnahe Übungssituationen in der Schule bereiten sie zusätzlich auf ihre Einsätze vor.

Pflegeschule soll Fachkräfte sichern

Mit der eigenen Berufsfachschule reagieren die Oberlausitz-Kliniken auf den wachsenden Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal. Geschäftsführer Jörg Scharfenberg sieht darin eine Investition in junge Menschen und in die gesundheitliche Versorgung der Oberlausitz.

Der Standort Bautzen liegt zwischen Dresden, Görlitz und Hoyerswerda. Zusammen mit den bestehenden Ausbildungsangeboten in Görlitz und Hoyerswerda stärkt die neue Schule damit die pflegerische Bildungslandschaft in der Lausitz.

Die wohnortnahe Ausbildung soll außerdem die Bindung der Nachwuchskräfte an den Ausbildungsbetrieb und ihre Heimatregion erhöhen. Nach Abschluss der Ausbildung bieten sich Beschäftigungsmöglichkeiten innerhalb der Oberlausitz-Kliniken sowie bei anderen Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen.

Quelle: Oberlausitz-Kliniken gGmbH