An der Prohner Straße in Stralsund haben die Erschließungsarbeiten für ein neues Wohngebiet begonnen. Auf einer Fläche von rund 4,9 Hektar sollen 256 Wohneinheiten entstehen, die sich auf Mehrfamilienhäuser sowie Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäuser verteilen.

Prohner Straße wird zum neuen Wohngebiet

Mit einem symbolischen Spatenstich begann am 1. September 2026 die Erschließung des neuen Wohngebietes an der Prohner Straße. Die LGE Mecklenburg-Vorpommern entwickelt dort eine bislang gewerblich genutzte Fläche innerhalb des Stralsunder Stadtgebietes.

An dem offiziellen Baustart nahmen unter anderem Staatssekretärin Ina-Maria Ulbrich, Oberbürgermeister Alexander Badrow sowie die LGE-Geschäftsführer Daniela Degen-Lesske und Robert Erdmann teil. Vertreter der Stadt, der Versorgungsbetriebe sowie der beteiligten Planungs- und Bauunternehmen begleiteten den Spatenstich.

Die LGE hat nach eigenen Angaben bereits fünf Erschließungsprojekte in Stralsund umgesetzt. Mit dem Vorhaben an der Prohner Straße soll nun eine weitere innerstädtische Fläche für den Wohnungsbau genutzt werden.

LGE investiert 10,4 Millionen Euro

Die Gesamtinvestition beträgt rund 10,4 Millionen Euro. Darin enthalten sind der Ankauf der Flächen, die Planungsleistungen, ökologische Ausgleichsmaßnahmen und die vollständige Erschließung des Wohngebietes.

Auf dem Gelände befanden sich zuvor Anlagen der Stralsunder Stadtwerke und weiterer Unternehmen. Der Rückbau erfolgte bereits 2021 und kostete rund 950.000 Euro.

Durch die Nutzung der ehemaligen Gewerbefläche muss kein neues Bauland am Stadtrand ausgewiesen werden. Das Projekt soll vorhandene Flächen innerhalb der Stadt verdichten und damit einen Beitrag zum flächenschonenden Wohnungsbau leisten.

Die Erschließungsarbeiten sollen nach den derzeitigen Planungen bis September 2027 abgeschlossen sein. Erst danach können die einzelnen Grundstücke schrittweise bebaut werden.

29 Grundstücke bieten Platz für 256 Wohnungen

Auf dem rund 4,9 Hektar großen Areal entstehen insgesamt 29 Grundstücke. Wegen der geplanten Mehrfamilienhäuser können darauf jedoch bis zu 256 Wohneinheiten gebaut werden.

Vorgesehen ist eine Mischung aus Mehrfamilienhäusern, Reihenhäusern, Doppelhäusern und freistehenden Einfamilienhäusern. In den Erdgeschossen einzelner Mehrfamilienhäuser sollen auch Gewerbeeinheiten möglich sein.

Auf besonders stark nutzbaren Grundstücken dürfen Gebäude mit bis zu fünf Geschossen entstehen. Dadurch soll auf einer vergleichsweise kleinen Fläche zusätzlicher Wohnraum für unterschiedliche Haushaltsgrößen geschaffen werden.

Staatssekretärin Ina-Maria Ulbrich verwies beim Spatenstich auf die wachsende Bedeutung bezahlbaren Wohnraums. Diese Frage betreffe nicht nur große Metropolen, sondern auch Hochschul- und Tourismusstädte wie Stralsund.

Wohnungen für Studierende sind möglich

Ein Teil der Mehrfamilienhäuser könnte für bezahlbares studentisches Wohnen genutzt werden. Dafür sollen gezielt Investoren angesprochen werden. Konkrete Bauherren oder verbindliche Zahlen zu möglichen Studentenwohnungen wurden noch nicht genannt.

Die Lage des neuen Wohngebietes bietet kurze Wege zu wichtigen Einrichtungen. Die Hochschule Stralsund, das Helios Hanseklinikum, Schulen, Kindertagesstätten und Einkaufsmöglichkeiten befinden sich in der Umgebung.

Auch der Strelasund ist nach Angaben der Stadt innerhalb weniger Gehminuten erreichbar. Die historische Altstadt mit dem Ozeaneum und weiteren kulturellen Angeboten kann mit dem Fahrrad, dem Bus oder dem Auto erreicht werden.

Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr soll dazu beitragen, den zusätzlichen Autoverkehr im Wohngebiet zu begrenzen. Oberbürgermeister Alexander Badrow sieht in der innerstädtischen Entwicklung eine Möglichkeit, neuen Wohnraum zu schaffen, ohne Natur- oder Landwirtschaftsflächen am Stadtrand in Anspruch zu nehmen.

Fernwärme und Ladepunkte für das Wohngebiet

Das neue Wohngebiet soll durch die Stralsunder Stadtwerke mit Fernwärme versorgt werden. Für die Grundstücke der Einfamilienhäuser ist außerdem eine Ladeinfrastruktur mit einer Leistung von jeweils elf Kilowatt vorgesehen.

Mit diesen Vorgaben sollen die technischen Voraussetzungen für eine moderne Energieversorgung und die Nutzung von Elektrofahrzeugen geschaffen werden.

Die eigentliche Bebauung der Grundstücke ist nicht Bestandteil der derzeit laufenden Erschließung. Welche Unternehmen und privaten Bauherren die einzelnen Vorhaben umsetzen, wird sich im weiteren Verlauf des Projektes entscheiden.

Nach Abschluss der Erschließung im September 2027 könnte an der Prohner Straße schrittweise ein neues Stadtquartier mit unterschiedlichen Wohnformen entstehen. Wann alle geplanten 256 Wohneinheiten bezugsfertig sein werden, steht derzeit noch nicht fest.

Quelle: LGE Mecklenburg-Vorpommern GmbH