Nahe Neustrelitz liegt ein Waldgebiet, in dem eine für Deutschland ungewöhnliche Frage untersucht werden kann: Was geschieht, wenn der Mensch einen Wald über lange Zeit weitgehend sich selbst überlässt? Die alten Buchenwälder von Serrahn gehören seit 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe und feiern 2026 damit ihr 15-jähriges Jubiläum.

Serrahn gehört zum Müritz-Nationalpark.

Die dortigen Buchenwälder zählen zu den ökologisch wertvollsten Bereichen des Schutzgebietes.

Totholz wird bewusst nicht aufgeräumt

In Wirtschaftswäldern werden gefällte oder abgestorbene Bäume häufig entnommen.

Im Nationalpark bleibt ein großer Teil liegen.

Das schafft Lebensraum für Pilze, Insekten, Vögel und zahlreiche andere Organismen.

Der Wald wirkt dadurch für manchen Besucher unordentlich – ökologisch ist genau diese Unordnung gewollt.

Forschung beobachtet natürlichen Wandel

Der Müritz-Nationalpark begleitet die Entwicklung wissenschaftlich.

Zum Jubiläum werden auch aktuelle Forschungsthemen rund um den Wald und seine langfristige Veränderung vermittelt.

Interessant ist dabei nicht nur, welche Baumarten wachsen.

Forscher untersuchen auch Wasserhaushalt, Böden, Tierarten und die Reaktion des Waldes auf Klimaveränderungen.

Alte Wälder sind selten geworden

Große Teile Mitteleuropas wären ohne menschliche Nutzung natürlicherweise von Buchenwald geprägt.

Wirklich alte, weitgehend natürliche Bestände sind heute jedoch selten.

Genau deshalb besitzt Serrahn internationale Bedeutung.

Neustrelitz profitiert von Wissenschaft und Tourismus

Das Weltnaturerbe liegt zwar außerhalb des unmittelbaren Stadtzentrums, ist jedoch eng mit Neustrelitz als touristischem Ausgangspunkt verbunden.

Die Tourist- und Nationalparkinformation der Stadt vermittelt zahlreiche Angebote in das Gebiet.

Serrahn ist damit gleichzeitig Forschungsraum, Schutzgebiet und wichtiger Baustein des Naturtourismus der Region.

Quellen

Müritz-Nationalpark UNESCO-Weltnaturerbe Alte Buchenwälder Nationalparkamt Müritz