Für Autofahrer beginnt der Oktober mit einer spürbaren Entlastung. Von Donnerstag, 1. Oktober, bis zum Jahresende wird die Energiesteuer auf Benzin und Diesel vorübergehend gesenkt.
Die Energiesteuer fällt um 14,04 Cent je Liter. Weil dadurch auch weniger Umsatzsteuer auf den Kraftstoffpreis erhoben wird, ergibt sich insgesamt eine steuerliche Entlastung von rund 17 Cent pro Liter.
Wer 50 Liter tankt, kann damit rechnerisch etwa 8,50 Euro sparen – vorausgesetzt, die Steuersenkung wird vollständig über den Verkaufspreis an die Kunden weitergegeben.
Sprit wird nicht automatisch überall 17 Cent billiger
Der entscheidende Punkt: Die Steuern sinken um rund 17 Cent pro Liter. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass jede Tankstelle ihre Preise am Donnerstagmorgen genau um diesen Betrag reduziert.
Der Preis an der Zapfsäule wird nicht nur von Steuern bestimmt. Eine Rolle spielen auch der Einkaufspreis für Benzin und Diesel, die internationalen Rohölmärkte, Raffineriekosten, Transport, Wettbewerb und die Preisgestaltung der Mineralölunternehmen.
Steigen gleichzeitig die Beschaffungskosten, kann die Entlastung deshalb geringer ausfallen. Umgekehrt können sinkende Marktpreise dafür sorgen, dass Kraftstoffe stärker im Preis nachgeben.
Für Autofahrer lohnt sich damit weiterhin der Preisvergleich zwischen verschiedenen Tankstellen.
Drei Monate Entlastung
Die Steuersenkung ist zunächst bis zum 31. Dezember befristet. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums entstehen dadurch Steuermindereinnahmen von rund 2,5 Milliarden Euro.
Mit der Maßnahme reagiert der Bund auf die zuletzt stark gestiegenen Kraftstoffpreise. Hintergrund sind die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges und die damit verbundenen Verwerfungen auf den internationalen Energiemärkten.
Die Entlastung soll nicht nur privaten Autofahrern helfen. Auch Unternehmen mit hohen Kraftstoffkosten – etwa Speditionen, Handwerksbetriebe und Pflegedienste – profitieren von der niedrigeren Steuer.
Was passiert an den Tankstellen?
Erfahrungen mit früheren Änderungen der Energiesteuer zeigen, dass sich neue Steuersätze nicht zwingend an jeder Tankstelle zur gleichen Zeit und in gleicher Höhe bemerkbar machen.
Tankstellen ändern ihre Preise teilweise mehrfach am Tag. Auch regional bestehen große Unterschiede.
Wer am Donnerstag tanken muss, sollte deshalb nicht allein auf die angekündigten 17 Cent achten, sondern mehrere Preise vergleichen.
Fest steht: Ab 1. Oktober sinkt die staatliche Steuerbelastung auf Benzin und Diesel deutlich. Wie viel davon am Ende tatsächlich auf der Tankquittung ankommt, entscheidet der Markt.