Stuttgart. Drei Mercedes-Benz S-Klassen, sechs Kontinente, 55 Länder und mehr als 65.000 Kilometer: Nach einer außergewöhnlichen Weltreise sind die drei Limousinen mit den Namen Bertha, Carl und Gottlieb am Samstag, 17. Oktober 2026, nach Stuttgart zurückgekehrt. Rund 15.000 Besucher feierten die Ankunft am Mercedes-Benz Museum. Neben einem Konvoi aus 140 historischen und modernen Fahrzeugen gehörten die Weltpremiere des neuen Mercedes-AMG GT SUV und ein Konzert der Fantastischen Vier zu den Höhepunkten.
Die Rückkehr bildete den Abschluss der globalen Jubiläumstour „140 Years. 140 Places“, mit der Mercedes-Benz an die Anfänge des Automobils vor 140 Jahren erinnert. Gestartet waren die Fahrzeuge am 29. Januar 2026 – genau an jenem Tag, an dem Carl Benz 140 Jahre zuvor sein Patent für ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor angemeldet hatte.
Fast neun Monate später erreichten die drei S-Klassen wieder ihren Ausgangspunkt. Hinter ihnen liegt eine Reise über Gebirgspässe, durch tropische Regenfälle, afrikanische Landschaften und die Straßen internationaler Metropolen.
Bertha, Carl und Gottlieb: Drei S-Klassen umrunden die Welt
Die drei Fahrzeuge tragen die Namen bedeutender Persönlichkeiten der deutschen Automobilgeschichte: Carl Benz, seiner Ehefrau Bertha Benz und Gottlieb Daimler.
Während Carl Benz und Gottlieb Daimler als Pioniere des Automobilbaus gelten, bewies Bertha Benz bereits 1888 mit ihrer berühmten Fernfahrt von Mannheim nach Pforzheim die Alltagstauglichkeit des noch jungen Automobils.
Die nach ihnen benannten S-Klassen sollten nun zeigen, wie sich die aktuelle Generation der Luxuslimousine unter unterschiedlichsten Bedingungen bewährt.
Die Route führte durch Europa, Süd- und Nordamerika, Asien, Australien und Afrika. Zu den Stationen gehörten unter anderem Madrid, Paris, Rio de Janeiro, Buenos Aires, New York, San Francisco, Tokio, Shanghai, Singapur, Sydney, Nairobi und Kapstadt.
Auch Berlin, Hamburg, Bremen und München standen auf dem Reiseplan.
Insgesamt absolvierten die Fahrzeuge 67 Grenzübertritte und durchquerten 13 Klimazonen. Bei den Fahrten mussten die Uhren 28-mal umgestellt werden.
Die Limousinen waren zeitweise auf unterschiedlichen Routen unterwegs, bevor sie sich wieder zusammenschlossen und ihre Reise gemeinsam fortsetzten.
Auf fast 5.800 Metern Höhe wurde die S-Klasse gefordert
Die Fahrt war nicht nur eine internationale Werbetour. Mercedes-Benz nutzte die unterschiedlichen Straßen-, Wetter- und Höhenbedingungen nach eigenen Angaben auch zur Erprobung der Fahrzeuge.
Eine der anspruchsvollsten Etappen führte über den indischen Gebirgspass Umling La auf rund 5.800 Metern Höhe.
Dort mussten die Antriebssysteme unter Bedingungen funktionieren, die im gewöhnlichen Straßenverkehr kaum auftreten.
Auch der indische Monsun stellte die Fahrzeuge vor Herausforderungen. Zeitweise führten die Routen über stark überflutete Straßen.
In Kenia, Tansania und Sambia waren die Limousinen auf unbefestigten und unebenen Strecken unterwegs. Dabei standen insbesondere Fahrwerk, Federung und die Belastbarkeit der Fahrzeugtechnik im Mittelpunkt.
Die Außentemperaturen bewegten sich während der Reise zwischen acht und mehr als 35 Grad Celsius. Die Klimatisierungs- und Filtersysteme mussten entsprechend unterschiedliche Anforderungen bewältigen.
Der Hersteller berichtet, dass die Fahrzeuge sämtliche Etappen erfolgreich absolviert hätten.
Ein unabhängiger technischer Prüfbericht über Verschleiß, Reparaturen oder mögliche Defekte wurde mit der Mitteilung allerdings nicht vorgelegt. Die Reiseerfahrungen ergänzen nach Unternehmensangaben die regulären Entwicklungs- und Erprobungsprogramme.
140 Fahrzeuge begleiten die Heimkehr nach Stuttgart
Die Rückkehr der Limousinen wurde zu einer automobilen Zeitreise.
Ein Konvoi aus 140 Fahrzeugen begleitete Bertha, Carl und Gottlieb auf ihren letzten Kilometern zum Mercedes-Benz Museum.
Vertreten waren zahlreiche Epochen der Unternehmensgeschichte.
Zu den ältesten Fahrzeugen gehörte eine Nachbildung des Benz Patent-Motorwagens von 1886. Daneben fuhren historische Modelle wie der Mercedes-Benz 220 S der Ponton-Baureihe und das experimentelle Forschungsfahrzeug C 111.
Besondere Aufmerksamkeit zog das Mercedes-Benz 300 SLR Uhlenhaut-Coupé auf sich. Ein Exemplar dieses außergewöhnlichen Fahrzeugs erzielte 2022 bei einer Auktion einen Preis von 135 Millionen Euro und gilt damit als eines der teuersten jemals verkauften Automobile.
Auch moderne Modelle waren Teil des Konvois, darunter die elektrische G-Klasse, die elektrische C-Klasse und der Mercedes-AMG GT Viertürer.
Damit stellte das Unternehmen bewusst die Verbindung zwischen seinen historischen Modellen, der aktuellen Fahrzeugpalette und zukünftigen Entwicklungen her.
Weltpremiere: Mercedes-AMG präsentiert neuen GT SUV
Neben der Rückkehr der drei S-Klassen sorgte eine weitere Premiere für Aufmerksamkeit.
Mercedes-AMG stellte beim Festival erstmals den neuen AMG GT SUV vor.
Das Fahrzeug ist nach Herstellerangaben das erste vollständig eigenständig entwickelte Full-Size-SUV der Performance-Marke aus Affalterbach.
Technische Grundlage ist die neue elektrische Hochleistungsarchitektur AMG.EA. Nach dem AMG GT Viertürer ist der GT SUV das zweite angekündigte Fahrzeug auf dieser Plattform.
Die Architektur wurde für leistungsstarke Elektrofahrzeuge entwickelt und soll hohe Fahrleistungen mit den Anforderungen an Alltagstauglichkeit und Komfort verbinden.
Damit erweitert Mercedes-AMG sein Angebot im besonders leistungsorientierten SUV-Segment.
Der neue GT SUV soll die Eigenschaften eines geräumigen Sport Utility Vehicles mit dem Fahrverhalten eines sportlichen Hochleistungsfahrzeugs kombinieren.
Konkrete Angaben zu Motorleistung, Reichweite, Ladegeschwindigkeit, Verkaufspreis und Marktstart wurden in der vorliegenden Mitteilung nicht genannt.
Für Mercedes-AMG hat die Neuvorstellung auch eine besondere Bedeutung mit Blick auf das kommende Jahr. 2027 feiert die Performance-Marke ihr 60-jähriges Bestehen.
Die Fantastischen Vier sorgen für den musikalischen Abschluss
Beim „The 140 Festival“ ging es allerdings nicht ausschließlich um Fahrzeuge und Technik.
Rund 15.000 Menschen kamen nach Angaben des Veranstalters am Samstag zum Mercedes-Benz Museum in Stuttgart-Bad Cannstatt.
Unter den Gästen waren Beschäftigte des Unternehmens mit ihren Familien, internationale Partner, Medienvertreter und zahlreiche Automobilfans.
Für den musikalischen Höhepunkt sorgten die Fantastischen Vier.
Die aus Stuttgart stammende Hip-Hop-Gruppe gehört seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten deutschen Bands und passte damit auch aufgrund ihrer regionalen Verbindung zum Veranstaltungsort.
Das Konzert rundete die Feierlichkeiten am Samstagabend ab.
Für Sonntag, 18. Oktober, ist am Mercedes-Benz Museum ein weiterer Erlebnistag vorgesehen. Besucher können dort historische und aktuelle Fahrzeuge erleben. Ergänzt wird das Programm durch Mitmachangebote, Expertengespräche und Begegnungen rund um die Automobilgeschichte.
Mercedes-Benz blickt auf 140 Jahre Automobilgeschichte zurück
Die Jubiläumsfeier knüpft an einen entscheidenden Moment der Industriegeschichte an.
Am 29. Januar 1886 meldete Carl Benz sein Patent für einen Motorwagen an. Das Fahrzeug gilt als einer der wichtigsten Ausgangspunkte für die Entwicklung des modernen Automobils.
Wenige Monate später stellte auch Gottlieb Daimler seine Motorkutsche vor.
Aus den technischen Entwicklungen des späten 19. Jahrhunderts entstand eine Industrie, die Deutschland bis heute wirtschaftlich prägt.
Mercedes-Benz nutzt das Jubiläumsjahr, um seine Geschichte mit der aktuellen Modelloffensive zu verbinden.
Christina Schenck, Leiterin Digital & Communications und Investor Relations bei Mercedes-Benz, bezeichnete die Rückkehr der drei S-Klassen als einen besonderen Moment.
Die Reise habe zahlreiche Begegnungen mit Kunden, Fans und Beschäftigten auf der ganzen Welt ermöglicht. Zugleich solle sie den internationalen Zusammenhalt rund um die Marke stärken.
Jubiläumsjahr geht mit neuen Projekten weiter
Mit der Rückkehr der drei Limousinen endet zwar die große Weltreise, nicht aber das Jubiläumsprogramm.
Mercedes-Benz plant bis zum Jahresende weitere Aktivitäten.
Dazu gehören zusätzliche Mercedes-Benz Studios in internationalen Metropolen. Nach Standorten wie Kopenhagen, Los Angeles, Sydney und Delhi sollen weitere Einrichtungen folgen.
In München ist zur Adventszeit eine besondere Inszenierung geplant: Die rund 145 Meter lange Glasfassade der Mercedes-Benz Niederlassung an der Donnersbergerbrücke soll sich in einen überdimensionalen Adventskalender verwandeln.
Daneben setzt das Unternehmen auf besondere Jubiläumsprodukte.
Seit dem 13. Oktober ist ein limitierter, gemeinsam mit Adidas entwickelter Samba-Sneaker erhältlich.
Für das Fahrzeuginterieur kündigt Mercedes-Benz außerdem einen speziellen Jubiläumsduft mit Noten von Yuzu, Eukalyptus, Sandelholz und Vanille an.
Ein großformatiger Bildband soll schließlich die Weltreise der drei S-Klassen dokumentieren und die Stationen sowie Begegnungen entlang der Route festhalten.
Zwischen Tradition und technologischem Wandel
Die Feier zum 140-jährigen Bestehen fällt in eine Zeit tiefgreifender Veränderungen für die Automobilindustrie.
Elektrische Antriebe, neue Wettbewerber und veränderte internationale Absatzmärkte stellen Hersteller wie Mercedes-Benz vor erhebliche Herausforderungen.
Gerade im Premiumsegment kommt es darauf an, technische Innovationen mit den hohen Erwartungen der Käufer an Leistung, Komfort und Qualität zu verbinden.
Die Weltreise der S-Klasse und die Premiere des neuen AMG GT SUV zeigen, wie Mercedes-Benz diese beiden Seiten seiner Unternehmensgeschichte miteinander verknüpfen möchte.
Während die S-Klasse weiterhin für traditionelle Luxuslimousinen steht, setzt Mercedes-AMG mit seiner neuen Elektroplattform auf eine andere technische Zukunft.
Für die Besucher des Jubiläumsfestivals wurde dieser Gegensatz unmittelbar sichtbar: Zwischen dem Patent-Motorwagen von 1886 und modernen Hochleistungsfahrzeugen liegen 140 Jahre Automobilentwicklung.
Mit der Rückkehr von Bertha, Carl und Gottlieb nach Stuttgart endet nun eine der aufwendigsten Jubiläumsaktionen des Unternehmens. Die nächste Herausforderung liegt jedoch nicht auf einer fernen Straße, sondern auf dem weltweiten Automobilmarkt.